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Mallorca Banken und Zahlungsverkehr



Spaniens Banken auf Mallorca

Auch wenn sich in den letzten Jahren – was Modernisierung und Professionalisierung anbelangt – einiges im mallorquinischen Bankwesen getan hat, so stellen sie sich am besten darauf ein, dass selbst Routinevorgänge nicht immer so glatt laufen, wie sie es von deutschen Instituten gewohnt sind.

Speziell das Kreditwesen ist längst nicht so gut ausgebaut, wie wir das aus Deutschland kennen. Unternehmensgründer etwa haben noch größere Schwierigkeiten als bei uns, an ein Darlehen zu kommen, besonders in Zeiten restriktiver Kreditvergabepolitik.

Welche Bank oder Sparkasse?

Suchen sie sich ihre Bank sorgfältig aus. Die Banken arbeiten nicht nur unterschiedlich, sondern folgen auch recht unterschiedlichen Geschäftsphilosophien. so gilt etwa die Sparkasse Sa Nostra, die auf Mallorca über die am meisten Filialen verfügt, als die Bank des »kleinen Mannes«. Bei ihr soll es aber gelegentlich passieren, dass ein Auftrag nicht ausgeführt wird, wenn auch nur ein paar Euros auf dem Konto fehlen. La Caixa, die größte Sparkasse Europas, repräsentiert katalanisches selbstbewusstsein mit einem modernen, innovativen Image. Sie hat landesweit ein umfassendes Filialnetz aufgebaut, ist aber besonders stark in ihrem Kernland Katalonien und auf den Balearen. Die mallorquinische Banca March hat den Vorteil, dass sich ihr Hauptsitz auf der Insel befindet und Filialen in allen nennenswerten Ortschaften vorhanden sind.

Gleiches gilt für die Banco de Credito Balear. Die lokale Verankerung beschleunigt bestimmte Vorgänge, für die andere Banken erst die Genehmigung ihrer Zentralen in Barcelona oder Madrid einholen müssen. Generell gilt aber, dass Filialleiter im Allgemeinen weniger Kompetenzen besitzen als ihre Kollegen in deutschen Instituten. Einige der genannten Institute bieten im Internetauftritt auch deutschsprachige Seiten, auf denen man sich ausgiebig über deren – im Wesentlichen vergleichbaren – Dienstleistungen (zu denen auch das Online-Banking gehört) informieren kann:

  • www.bancamarch.es (deutschsprachiges Angebot)
  • www.lacaixa.es (nur Englisch als Zusatzsprache)
  • www.sanostra.es (deutschsprachiges Angebot)
  • www.bancocreditobalear.es (nur auf Spanisch)


Die Deutsche Bank hat in den letzten Jahren auf Mallorca eine ganze Reihe von Filialen eröffnet. Deren Erscheinungsbild entspricht dem der deutschen Niederlassungen und lässt auf eine enge Verbindung mit der Heimat schließen.

Dennoch unterscheidet sich die Deutsche Bank auf Mallorca in Leistung und Konditionen kaum von den lokalen Geldinstituten. Auch gibt es für deutsche Residenten dort keine besseren Konditionen. Mehr Informationen (auf Englisch) unter:  www.db.com/spain/index_en.htm

Eine Übersicht aller Banken und Sparkassen auf Mallorca bietet: https://mallorca-mietkult.com/banken-und-sparkassen-auf-mallorca/

Kontoeröffnung

Jeder Resident benötigt ein eigenes Konto bei einer in Spanien ansässigen Bank. Sie können z.B. keinen Vertrag mit dem Strom- und Gasanbieter GesaEndesa, dem Wasserversorger Emaya oder mit einer Telefongesellschaft wie der Telefonica abschließen, ohne über ein entsprechendes Girokonto zu verfügen. Überweisungen aus dem Ausland, egal ob EU oder nicht, werden für Zahlungen an die Versorger nicht akzeptiert.

Wie auch sonst macht es Sinn, vor einer Kontoeinrichtung mit anderen Residenten zu sprechen oder sich in einschlägigen Mallorca-Foren zu erkunden und die Erfahrungen anderer zu berücksichtigen. Dabei ist es entscheidend, auf welche Serviceleistungen man im Einzelnen besonders wert legt.

Auch die Kontoeröffnung läuft anders, d.h., in diesem Fall einfacher als in Deutschland. Sie gehen als (angehender) Resident zu einer Bank, legen ihren Ausweis sowie die unvermeidliche N.I.E.-Nummer vor und nennen ihre Adresse. Da es in Spanien keine »Schufa« gibt, lässt sich ihre Bonität zunächst nicht kontrollieren. Jedermann darf jederzeit Konten eröffnen, so viele er will.

Wollen sie geschäftlich tätig sein, so ist es aus mehreren, vor allem steuerlichen Gründen erwägenswert, sich zwei Konten bei verschiedenen Instituten einzurichten und eins davon als das »offizielle« Konto zu benutzen.

Öffnungszeiten

Zur Bank gehen können sie auf Mallorca nur vormittags 8/8.30 Uhr bis 14/14.30 Uhr. in den Wintermonaten (Oktober-Mai) haben einige Institute in Palma zusätzlich am Donnerstagnachmittag 16.45- 19.45 Uhr geöffnet und alle am Samstag bis 13 Uhr.

Geldautomaten

Geldautomaten gibt es heute auf Mallorca nicht nur bei und in Banken, sondern auch in Supermärkten, vor Bars, Restaurants und Discos. Die Automaten akzeptieren alle gängigen Bank- und Kreditkarten. Die maximale Abhebesumme pro Tag beläuft sich überwiegend auf €600.

Gebühren für Abhebungen per Bankkarte fallen bei der Hausbank und den im jeweiligen Bankverbund angeschlossenen Instituten nicht an. Informieren sie sich bei ihrer Bank/Sparkasse, welchem der vier spanischen Verbunde sie angehört.

Bei ausländischen (also auch deutschen) Bankkarten ist der täglich verfügbare Maximalbetrag auf €500/Tag und €2000/Woche limitiert. Die betragsunabhängige »Bearbeitungsgebühr« variiert mit dem Kreditinstitut und beträgt meist €4.

Überweisungen/Einzugsermächtigungen auf Mallorca

Überweisungen sind zum Zweck des Rechnungsausgleichs auf Mallorca nicht sonderlich populär, weil man nicht weiß, wann sie ankommen. Gerne einmal nehmen die Banken für einen Vorgang, der eigentlich nur wenige Sekunden dauert, einige Tage in Anspruch, um für diese Zeit Zinsen einzustreichen. Hat man regelmäßig wiederkehrende Zahlungsverpflichtungen, erteilt man eine Einzugsermächtigung. Das funktioniert am besten.

Barzahlung

Bargeld hat in Spanien, wie bereits an anderer stelle erläutert nach wie vor eine viel größere Bedeutung als bei uns. Dass man Bargeld anfassen und bei Bedarf verstecken kann, wird von Spaniern offenbar höher bewertet als von Mitteleuropäern. Bei abgewickelten Geschäften kann man auch leicht mal die Mehrwertsteuer »vergessen«, wenn nicht gleich den ganzen Umsatz.

Inkasso

Nicht zuletzt wegen der Unwägbarkeiten im Bankensystem unterhalten größere Firmen und Institutionen eigene Inkassoabteilungen. Da kommen Beauftragte von Zeitungen und kassieren Anzeigenrechnungen, Lieferanten fordern Warenrechnungen ein, oder es klopfen Wartungsfirmen an der Haustür, um an Ort und Stelle abzurechnen. Alle wollen am liebsten Bares, keine Schecks. Das Direktinkasso ist auch wegen der zähen Zahlungsmoral vieler Spanier nötig, die Gläubiger vertrösten und vertrösten. Mancher Kunde zahlt erst, wenn der Lieferant mit Einstellung der Lieferungen droht (Strom/Wasser) oder z.B. eine Zeitung sich weigert, Anzeigen noch weiterhin anzunehmen.

Bankgeheimnis in Spanien

Ein Bankgeheimnis existierte in Spanien nie. Auch wenn es in deutschen Landen de facto nur noch auf dem Papier steht: in Spanien hat man sich selbst diese Mühe erspart. Das hiesige Finanzamt kann jederzeit ohne behördliche Verfügung Auskünfte von der Bank verlangen, sofern das Konto bekannt ist. Eben deshalb hat jeder spanische Geschäftsmann zumindest zwei Konten. Nur die Konten von Anwälten sind in dieser Hinsicht einigermaßen sicher. Wer größere Geldbeträge ins Land bringt, »parkt« sie daher gerne auf einem Anwaltskonto.

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