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Hilfreiche Gestorias, Seite 2


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Immobilienkauf

Wenn Ihnen Mallorca so gut gefällt, dass Sie sich auch in finanzieller Hinsicht realistisch überlegen können, ein Apartment oder eine Finca zu kaufen, dann sollten Sie den Kauf nie ohne fachmännischen Rat tätigen. Lesen Sie dazu die Hinweise im Kapitel »Alles über Immobilien«.

Eine Gestoria prüft den Kaufvertrag, die Lastenfreiheit des Objekts und ob alles mit rechten Dingen zugeht. Das kostet natürlich eine Kleinigkeit (bis zu 1% der Kaufsumme), zahlt sich aber in der Regel aus.

Wenn das Objekt dann endgültig Ihnen gehört, werden Steuern darauf fällig. Das nehmen viele Hauseigner nur ungern zur Kenntnis. wenn Sie aber persönlich im Grundbuch stehen – was der Normalfall ist – und nicht irgendeine Firma aus einer Steueroase, werden Sie unweigerlich vom Fiskus erfasst. Die Gestoria erstellt die zur Zahlung der Grundsteuern erforderliche Steuererklärung. Sie bereitet sogar die Überweisungsträger vor, so dass Sie sich bei Ihrer Bank lediglich einen Stempel geben lassen müssen als Nachweis der Begleichung.

Arbeitsvertrag

Sofern sie auf Mallorca nicht ihren Ruhestand genießen wollen, sondern ein Arbeitsverhältnis eingehen, wäre die Prüfung des Arbeitsvertrages eine weitere Angelegenheit für die Gestoria. Sie wollen doch eine Bestätigung dafür, dass im spanischsprachigen Vertrag auch wirklich enthalten ist, was Sie mit dem Arbeitgeber vereinbart haben. Eine derartige Prüfung und Beratung kostet nicht viel und kann Sie vor erheblichem Schaden bewahren.

Und sollte man Ihnen eines Tages kündigen, berät sie ein Gestor über ihre Rechte, etwa: Haben Sie Anspruch auf eine Abschlusszahlung oder Abfindung, wie bemisst man diese, und wie hoch ist diese überhaupt?


Nicht ohne Gestoria:
Geschäftsgründungen oder -übernahmen

Nehmen wir einmal an, Sie möchten in gemieteten Räumen ein Geschäft eröffnen. Dann schaffen Sie auch das nicht ohne sachkundige Hilfe. Noch vor Abschluss des Mietvertrages sollten Sie sich von der Gestoria sagen lassen, was auf sie zukommt, also welche Genehmigungen Sie brauchen, welche Auflagen zu erfüllen sind, welche Ämter beteiligt sind – und ob Sie überhaupt eine Genehmigung für Ihr individuelles Vorhaben erhalten können. Ein Geschäft schwarz zu eröffnen, ist nicht möglich. Vertrauen Sie keinesfalls Versprechungen eines Vermieters, der Ihnen auf Ihre diesbezüglichen Fragen erklärt: »Ningún problema«, denn er habe viele amigos, die alles schon richten würden.

Traspasos

Die Empfehlung, sich beraten zu lassen, bevor sie Geld investieren, gilt für alle Arten von Geschäften, von der Boutique in Palma bis zum deutschen Restaurant in der »Schinkenstraße« an der Playa de Palma. Selbst dort, wo man nach Lage der Dinge keine Probleme erwarten sollte, tauchen eben doch oft welche auf. Das gilt speziell für die sog. Traspasos, bei denen Sie für die Geschäftsübernahme eine Ablösesumme zahlen. Dabei gibt es eine Reihe von Fußangeln. So wissen z.B. nur wenige, dass man mit dem Geschäft auch die Mitarbeiter »kauft«, die weiterbeschäftigt werden müssen. Wenn Sie ohne Wissen um diese Regelung Kündigungen aussprechen, kann das richtig ins Geld gehen. Lassen Sie vor jeder Vertragsunterzeichnung von der Gestoria anhand der Personalliste also genau prüfen, welche Rechte die Mitarbeiter haben, und was die eventuelle Ablösung der bisherigen Mannschaft kosten würde. Viele haben schon nach einer solchen Beratung von einem Vertragsabschluss Abstand genommen und damit viel Geld gespart.

Mitarbeiter

Sollten Sie mit Hilfe der Gestoria alle Schwierigkeiten gemeistert und eine Firma/einen Laden übernommen oder gegründet haben, werden Sie Mitarbeiter engagieren müssen, vor allem, wenn sich die Geschäfte gut entwickeln. Auch dabei ist Ihnen die Mitwirkung einer Gestoria zu empfehlen, die Ihnen Tips gibt, auf welcher Vertragsbasis Sie Mitarbeiter beschäftigen sollten. Das ist deshalb besonders wichtig, weil die Arbeitsgesetzgebung in Spanien sehr Arbeitnehmer-freundlich ist; z.B. gibt es nach dem Gesetz nur sehr wenige Überstunden. Offiziell arbeiten alle Angestellten maximal 40 Stunden in der Woche. Alle Mehrstunden erhalten sie netto ausbezahlt. Hier ist ihr Einfallsreichtum gefragt, wie sie das regeln.

Zwei weitere Besonderheiten:

  • das Gehalt wird in 14 Monatsbeträgen gezahlt. Damit man nicht auf »echte« 14 Monatsgehälter kommt, werden in Spanien nur Jahresbezüge vereinbart, die durch 14 geteilt den Monatslohn ergeben.
  • bei Krankheit zahlt der Arbeitgeber (ab dem 4. Tag) solange das Gehalt, bis der Mitarbeiter wieder gesund ist. Da bleibt ihm bei längerer Krankheit gar nichts anderes übrig, als dem Mitarbeiter (immer schriftlich!) zu kündigen. Das geht mit einer Frist von 30 Tagen, kann aber eine größere Abfindung mit sich bringen, wenn der Mitarbeiter länger fest beschäftigt war.

Es geht aber nicht nur um die Einstellung oder Entlassung von Mitarbeitern, sondern auch um deren Anmeldung bei der Sozialversicherung, die Beschaffung von Arbeitsgenehmigungen und die Abrechnung der monatlichen Bezüge. Auch solche Arbeiten erledigt die Gestoria für Sie, ohne dass sie sich um etwas zu kümmern brauchen. Aber natürlich kostet das auch.



Staatliche Kontrollen

Im betrieblichen Geschehen werden Sie es ab und zu auch mit Inspektionen zu tun haben. Mal wird kontrolliert, wann und wie lange die einzelnen Angestellten arbeiten, und ob sie alle Verträge und Arbeitsgenehmigungen haben. eine andere Kontrollinstanz kümmert sich um die hygienischen Verhältnisse, wieder eine andere um die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen usw. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass es etwas zu bemängeln gibt, dass ein Protokoll erstellt oder dass eine multa (Strafe) angedroht oder verhängt wird. Da Sie nicht alle Vorschriften kennen können (zumal die sich im Zeitablauf ändern), hätten Sie große Schwierigkeiten bei der Regulierung derartiger Vorkommnisse. Wenn Sie sich der Hilfe einer Gestoria bedienen, geben sie im Eventualfall das Protokoll oder die multa einfach an diese weiter, und die wird die Sache schon schaukeln.

Geschäftsideen

Ein typischer Fall für Gestorias sind Leute, die mit grandiosen Geschäftsideen auf die Insel kommen und mit deren Realisierung beginnen, ohne sich um bestehende Gesetze und Vorschriften zu kümmern. Das kann danebengehen, sehr viel Geld kosten und damit den ganzen Geschäftserfolg in Frage stellen. Solche Leute schimpfen dann fürchterlich auf Mallorca und die spanische Bürokratie. Dabei hätte ein guter Gestor Voraussetzungen und Bedingungen für die geplante unternehmerische Tätigkeit klären, auf mögliche Klippen hinweisen und eventuell Lösungsvorschläge haben können, die der Sache zum Erfolg verhelfen.

Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen: wer nach Mallorca kommt, ohne die örtlichen bzw. Spanischen Verhältnisse zu kennen, keine Erfahrung im Umgang mit der hiesigen Bürokratie hat, ohne Verbindungen dasteht und auch weder Zeit noch Lust hat, tagelang Schlange zu stehen oder monatelang zu warten, sollte bei wichtigen finanziellen Transaktionen und geschäftlichen Angelegenheiten, erst recht bei Problemen unbedingt eine Gestoria einschalten. All das hört sich fast schon wie interessengesteuerte Werbung für diesen Berufszweig an. Die Autoren versichern indessen, dass die Betonung des Gestors für Mallorca der reinen Einsicht folgt.