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Was wären Fritten ohne Mayo? pixabay CC0

Die Herkunft der Mahonesa

Ganz zweifelsfrei lässt sich die Herkunft der Mayonnaise nicht klären. Aber wer möchte schon einem Nobelpreisträger der Literatur widersprechen? Der Schriftsteller Camilo José Cela hat sich in einem sehr amüsant geschriebenen Artikel dafür verwandt, die Mayonnaise als Mahonnesa wieder namentlich dorthin zu bringen, wo ihr Siegeszug um die Welt einst begann.

Denn es gilt als ziemlich gesichert, dass die Verbreitung der Salsa de Mahonesa auf das Jahr 1756 zurückgeht. Am 28. Juni dieses Jahres feierten die Franzosen unter Herzog Richelieu einen großen Sieg gegen die Engländer und eroberten die Inselhauptstadt Mahón. Während der französischen Herrschaft über die Insel in den Jahren bis 1763 begann die weltweite Erfolgsgeschichte dieser Soße als Adoptivkind der feinen französischen Küche.

Eine Anekdote erzählt, dass die Mahonesa anlässlich der rauschenden Siegesfeier an jenem 28. Juni von einem besonders kreativen Koch zubereitet wurde. Eine andere besagt, dass dem Herzog Richelieu selbst, als er nachts hungrig durch die Straßen von Mahón spazierte, in einem Wirtshaus zu später Stunde nur noch Fleisch mit einer improvisierten Soße gereicht wurde. Richelieu, äußerst angetan vom Geschmack der cremigen Eiersoße, soll nach der Art der Zubereitung gefragt, die Rezeptur mitgenommen und die Soße Mahonnesa getauft haben.

Noch einen kleinen Schritt weiter geht Camilo José Cela in seinem Artikel, in dem er auf sehr humorige Weise die bevorstehende Entdeckung alter Liebesschriften herbeiphantasiert, die belegen sollen, dass Richelieu, Speisen und Frauen gleichermaßen zugetan, die Soße bei den Besuchen im Haus seiner menorquinischen Geliebten als Gaumenfreude gereicht bekam und der Soße schließlich ihren Namen gab. Wie dem auch sein mag, die Mahonesa ist ohne Zweifel die nachhaltigste Erinnerung an die Eroberung der Insel durch Richelieu und die Franzosen.

Zubereitung der Mahonesa

Bei der traditionellen Mahonesa werden von Hand Eigelb und Olivenöl verrührt. Dem Eigelb wird am Anfang eine kleine Prise Salz und etwas Olivenöl zugegeben. Unter gleichmäßigem, permanentem Rühren wird immer wieder ein klein wenig Öl untergemischt. Wenn sich zusätzliches Öl nur noch sehr schwer untermischen lässt und das Ganze eine sehr cremige Konsistenz erreicht hat, kann man mit etwas Salz noch verfeinern.

Um Ai i Oli zuzubereiten, muss man nur etwas Knoblauch fein hacken und zugeben. Die Mahonesa muss sofort gegessen werden und darf nicht längere Zeit aufbewahrt werden. Zutaten für 4 Personen: 1 Eigelb, 250 ml Olivenöl, 1 Prise Salz (+ Knoblauch).