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Ciutadella und Maó: Ein Vergleich

Maó und Ciutadella waren wohl schon immer Rivalen – in Deutschland etwa vergleichbar mit dem Verhältnis von Köln und Düsseldorf mit dem kleinen Unterschied, dass die menorquinische Rivalität rund zwei Jahrtausende bis in die Zeiten der Römer zurückreicht. Beide Städte wechselten sich – wie umseitig erläutert – mehrmals als Inselhauptstadt ab, aber immer durch Entscheidungen externer Machthaber.

Besonders schwer belastet wurde das Verhältnis der beiden Städte in der Zeit der Türkenüberfälle. In den Jahren 1535 (Maó) und 1558 (Ciutadella) war jeweils eine der beiden Städte Angriffen der osmanischen Flotte zum Opfer gefallen, ohne dass – wenn man den Geschichtsbüchern glauben darf – die Bürger der anderen Stadt zu Hilfe geeilt wären.

Erstaunlich ist, dass auf einer Insel mit einer derart überschaubaren Größe wie Menorca zwei Städte so unterschiedlichen Charakters existieren. Ciutadella repräsentiert die spanische und die maurische Komponente, Maó dagegen ist eher britisch geprägt. Ciutadella war immer die Stadt des Adels und des Klerus, Maó dagegen die des Bürgertums, des Militärs und der Beamtenschaft.

Maó wirkt heute noch ziemlich unbeeindruckt vom Tourismus, während er in Ciutadella stets deutlich sichtbar ist. Ohne Frage hat Ciutadella – das ist auch in Maó völlig unbestritten – die Nase vorn, was die Festes de Sant Joan angeht. Sie ist die größte und meistbesuchte Fiesta der Insel, das Highlight schlechthin nicht nur allein für die Stadt.

Dass Ciutadella daraus gerne die Rolle der Traditionshüterin für ganz Menorca ableitet, geht manchem Insulaner indessen zu weit, ganz besonders, wenn er aus Maó kommt ...