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Es Mercadal in der Mitte Menorcas



Sa Penya de S'Indio
Indianerkopffelsen Penya de S'Indio ©Ostermair-Roters

Sa Penya de S'Indio, der Indianerfelsen

Etwa 1,5 km südlich der ersten (bei Anfahrt aus Richtung Maó bzw. Alaior) Ortseinfahrt von Es Mercadal überragt ein ungewöhnlich geformter Felsen die Me-1.
Da seine Silhouette entfernt an einen Indianerkopf mit Federschmuck erinnert, wird er Sa Penya de s'Indio genannt.
Auf der gegenüberliegenden (Ost-) Seite der Straße befindet sich ein großer Rastplatz, wo man anhalten und den Felsen gut fotografieren kann. Ein Pfad durch den Wald hinauf zum Indianerkopf beginnt rund 150 m südlich an der Westseite der Schnellstraße. 

Blick auf Es Mercadal
Blick auf Es Mercadal vom Monte El Toro aus ©Hans-R. Grundmann

Es Mercadal

Es Mercadal, ein hübsches Städtchen mit ca. 5.000 Einwohnern, liegt ziemlich genau in der Inselmitte am Fuße des El Toro, der höchsten Erhebung Menorcas. Der Ortskern mit seinen weiß gekalkten Fassaden lädt zu einem Abstecher von der dicht vorbeiführenden Me-1 ein. Mehrere populäre Restaurants ziehen mit typisch menorquinischer Küche Einheimische wie Touristen an. 

Geschichte
Die Ursprünge von Es Mercadal reichen zurück bis ins Jahr 1287, als Alfons III Menorca von den Arabern befreit hatte und Land an seine Mitstreiter verteilte. Einige von ihnen ließen sich am Fuße des Monte El Toro nieder und errichteten dort eine erste Kirche, die später zur Parroquia de Sant Martí wurde. Um sie herum entwickelte sich die Ortschaft Es Mercadal.

Anlaufpunkte
Besuchenswert in Es Mercadal sind in erster Linie die erwähnten weißen Gassen der Altstadt und seine Gastronomie. Weitere gute Gründe für einen Zwischenstopp sind einige Konditoreien, das Kunsthandwerkszentrum und das interessante Radiomuseum:

Konditoreien
Pasteleria Villalonga C’as Sucrer, Carrer Nou 46/Ecke General Alberti, gilt als die beste Adresse des Ortes für Ensaimadas und typisch menorquinisches Mandelgebäck wie Amargos und Carquinyols; was das ist, sieht man unter www.cassucrer.es.
Patisseria Can Pons nur ein paar Schritte weiter die Carrer General Alberti hinauf (No. 6) ist auch nicht schlecht und hat außerdem noch herzhafte Snacks, www.can-pons.com.

Kunsthandwerk
Das Centre Artesanal de Menorca liegt an der Ecke Me-1/Me-18 (Straße nach Sant Tomás). In einer Ausstellung präsentiert man dort einen Querschnitt des auf der Insel ausgeübten Kunsthandwerks in seiner Entwicklung bis heute. Im Laden warten manche originelle und formschöne Objekte auf Käufer. Geöffnet Mai-Oktober Mo-Sa 9.30- 14.30 Uhr, Rest des Jahres nur Do und nach Vereinbarung; Eintritt frei; www.arte san ia de menorca.com

Radiomuseum
Gleich nebenan nicht zu übersehen ist das Museu Es Racó de sa Radiò Antiga (frei übersetzt:«kleines Museum antiker Radios«) mit einer beachtlichen Sammlung nos talgi scher Radios, Lautsprecher und Telefone von den Anfängen der drahtlosen Kommunikation bis zu den 1960er-Jahren. Geöffnet im Sommer Mo, Do und Sa 11-13 Uhr, Winter Do 10- 13 Uhr; Eintritt frei, Spende wird gerne akzeptiert; www.museoradiomenorca.com.

Markttag 
Donnerstag ist Markttag, und zwar von Oktober bis Mai in der Carrer Nou 9-13 Uhr. Ab Juni bis Ende September erweitert sich der kleine Markt um Kunsthandwerks- und Gastrostände sowie Vorführungen rund um die Plaça de Constitució in der ganzen verkehrsberuhigten Zone und läuft dann als Mercat d’Estiu (Sommermarkt) erst ab spätem Nachmittag bis 23 Uhr.

Fiesta
Jeweils am dritten Wochenende (Sa+So) im Juli finden die dem Schutzheiligen der Stadt gewidmeten Festes de Sant Martí statt; am Sonntag mit den menorcatypischen »Pferdetänzen«.

Gastronomie
Bereits von der Me-1 nicht zu übersehen ist die alte Windmühle (unterhalb der Ortskirche unmittelbar am zentralen Parkplatz Carrer Lepanto), in der sich das beliebte Restaurant
Es Molí de’s Racó befindet. Menorquinische Gerichte, frischer Fisch, mittlere Preise; große Terrasse;

Ca N’Olga, von der Me-1 gute 100 m die Carrer de Ciutadella hinauf und dann links halten in die Carrer Placita de ses Eres. Bei Hausnummer 30 sieht man schon das Schild und findet hinter dem Torbogen den Restauranteingang (offizielle Adresse: Pont de Na Maccarana). Von drinnen öffnen sich Gastraum und Terrasse zum grünen Garten hin. Zu Recht gelobte traditionell menorquinische und mediterrane Küche; mittleres Preisniveau. Beliebter Insidertipp, daher besser telefonisch reservieren: Tel. 971 37 54 59; keine eigene Website.
Cafe Bistro Sol 32, Carrer de ses Eres 32, in unmittelbarer Nachbarschaft des N’Olga; sehr kleines und intim-charmantes Restaurant; besonders geeignet für ein romantisches Essen zu zweit; die Tarife dafür sind moderat. Abends unbedingt reservieren: Tel. 971 15 42 06; Eindruck: www.youtube.com/watch?v=tV-ScOkK8AQ.
Restaurante Tast, Plaça de Pare Camps 21 (mitten im Ort, grenzt an Plaça Gl Gamblis), zelebriert seit über 20 Jahren gehobenes menorqinisches Küchenniveau zu ebensolchen Preisen in alten modern aufgepeppten Gemäuern. Man sitzt auch gut draußen auf der Plaça für ein Glas Wein und die Tapa-Kreationen des Hauses. Weitere Details unter www.tastmercadal.com.



 

Der Monte El Toro – Santuari de la Verge del Toro 

Für eine Fahrt hinauf auf Menorcas höchste Erhebung, El Toro, führt kein Weg an Es Mercadal vorbei,
Der 357 m hohe »Berg« El Toro gilt als geografischer Mittelpunkt Menorcas. Trotz seiner – genaugenommen – geringen Höhe ist er auf der relativ flachen Insel weithin sichtbar. Die breit ausgebaute Serpentinenstraße Me-13 führt von Mercadal aus hinauf. Sie zweigt von der östlichen Ortstangente Via Ronda de ses Costes ab (Me-18 von/nach Fornells) und endet nach 3 km vor dem beachtlichen Klosterkomplex Santuari de de la Verge de Toro. Von dessen Terrassen hat man weite Blicke über die Insel, speziell in Richtung Nordküste.
Die Skulptur der Jungfrau (Verge, spanisch: Virgen) mit einem Jesuskind im Arm, zu deren Füßen ein kleiner Stier (El Toro) zu ihr aufschaut, ist ein wichtiges Heiligtum Menorcas. Der Legende nach soll sie nach der Christianisierung der Insel von einer Gruppe Mönche in einer Höhle auf dem Gipfel gefunden worden sein. Ein geheimnisvolles Licht, so heißt es, habe die Mönche angezogen und ein wilder Stier ihnen zunächst den Weg in die Höhle versperrt. Daher die Bezeichnung des Berges als El Toro. Weniger mystisch ist die Ableitung der Bezeichnung des Berges aus dem Arabischen Al Thor für »die Höhe«.
Eine Kirche mit der Verge del Toro bildet das Zentrum der Klosteranlage, die im 16. Jahrhundert zur Zeit der Piratenüberfälle auf die Balearen zunächst als Rückzugsfestung errichtet worden war. Später wurde sie vom Augustinerorden übernommen. Aktuell leben dort Franziskanerinnen. Das heutige Aussehen des Komplexes geht auf das Jahr 1670 zurück.
Gelände und Kirche sind im Sommer täglich 7-20 Uhr und im Winter bis 18 Uhr eintrittsfrei zugänglich. Fürs leibliche Wohl sorgt dort das recht einfache Restaurant Sa Posada mit einer Aussichtsterrasse. Im Sommerhalbjahr schließt es seine Pforten erst um 21 Uhr;  www.saposadadeltoro.com.
Gleich unterhalb der Anlage gibt es einen guten Picknickplatz.

Grundmann RKH Menorca