Suche innerhalb von reisebuch.de


Kathedrale von Ciutadella

Die Kathedrale Santa Maria beherrscht aus fast allen Blickwinkeln das Bild der Altstadt von Ciutadella. Die einschiffige, 44 m lange, 14,5 m breite und (nur) 22 m hohe Kirche wirkt wie ein mächtiger und kraftvoller Block, fast ein wenig wie hineingepresst in die Innenstadt. Denn die umliegenden Häuser wurden zum Teil sehr nah an die Kirche herangebaut.

Die Kathedrale war ursprünglich nach der katalanischen Reconquista in den Jahren 1300 bis 1362 auf den Fundamenten einer Moschee errichtet worden. Zum Bau verwendete man Marès-Stein, das traditionelle Baumaterial aus der Gegend von Ciutadella. Ursprünglich im gotischen Stil begonnen, wurde die Architektur der Kathedrale während der wechselvollen Geschichte und langen Bauzeit von verschiedenen Stilrichtungen geprägt. Das große Hauptportal im neoklassizistischen Stil wurde sogar erst 1813 vor den älteren gotischen Eingang gesetzt. Die beiden anderen Eingänge sind dagegen im Original erhalten.



Vor allem das Seitenportal Portal de Sa Llum (Tor des Lichtes), das zu den ältesten Teilen der Kathedrale Santa Maria gehört, ist sehenswert. Zwei Glockentürme schmücken die Kathedrale von Ciutadella, von denen der größere auf den Resten des Minaretts der Moschee steht, die sich vorher dort befunden hatte. Auch das Innere der Kathedrale spiegelt in vielerlei Hinsicht ihre bewegte Geschichte wider. Der ursprüngliche Bau wurde 1558 von den Türken fast völlig zerstört. Nach dem Wiederaufbau setzte 1626 ein Feuer dem Gebäude zu und brachte das Gewölbe des Altarraums zum Einsturz.

Im Bürgerkrieg 1936 nahm die Kathedrale Santa Maria noch einmal erheblichen Schaden. Danach wurde der Jahrhunderte lang immer nur ausgebesserte Bau erstmals umfassend restauriert. Kritiker sagen allerdings, die Restaurierung sei eher gut gemeint als gut gelungen gewesen. Erst 1987 wurden die Arbeiten endgültig abgeschlossen, rechtzeitig zum siebenhundertsten Jahrestag der Rückeroberung Menorcas durch die Spanier.

Das Kirchenschiff wird von zwölf Kapellen umrahmt. Auf der linken Seite, ausgehend vom Hauptportal, ist insbesondere die vierte der sechs Seitenkapellen erwähnenswert. Sie wurde erst Anfang des 19. Jahrhunderts im neoklassizistischen Stil erbaut und zeigt unter einer schönen, halbkreisförmigen Kuppel ein Marienbild von Tomàs Vila aus dem Jahr 1916. Die sechste und letzte Kapelle auf der linken Seite wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut.

Diese Seitenkapelle ist achteckig angelegt und im Barockstil gehalten. Auf der rechten Seite des Kirchenschiffs befindet sich in der zweiten Kapelle die Orgel, sie verfügt über 2.371 Pfeifen. Die sechste und letzte Kapelle auf der rechten Seite ist die historische Taufkapelle. Der Altar ist 15 m hoch und wird von einem Baldachin auf vier Marmorsäulen eingerahmt. Warum die Kathedrale von Ciutadella, im Gegensatz zu anderen gotischen Kirchen, kein Querschiff hat, ist unbekannt.