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Die Winde auf der Insel erreichen im Jahresdurchschnitt eine Geschwindigkeit von 15 km/h. Besonders typisch ist der Nordwind, auch Tramuntana genannt – ein kalter und trockener Wind, der in Herbst und Winter die Form von heftigen Stürmen annimmt. Ein Sprichwort sagt: »Tramuntana pura, tres dies dura.« (Der echte Nordwind dauert drei Tage.) Aber auch die Süd- und Ostwinde können mitunter sehr stark sein und Geschwindigkeiten von über 140 km/h problemlos erreichen.

Da Menorca kaum über nennenswerte Erhebungen verfügt, ist die Insel dem Wind in besonders stark ausgesetzt, obwohl es durchaus auch viele ruhige und windstille Tage gibt. Weit mehr als Regen, Wolken oder Sonne beeinflusst der Wind auch die Tages- oder Wochenendplanung der Menorquiner. Wenn es bei starken Winden an der Nordküste ungemütlich wird, bevorzugt man die geschützten Strände an den Buchten des Südens. Drücken indessen der Llebeig oder Migjorn auflandigen Seegang an die Südküste, bieten die Hänge hinter den Stränden der Nordküste Windschutz.

Ein Naturphänomen der Insel Menorca sind markant nach Süden ausgerichtete Feigen- und wilde Olivenbäume. Obwohl dies häufig auf den Nordwind zurückgeführt wird, hat es nur bedingt etwas damit zu tun. Vielmehr ist dieses Phänomen in erster Linie auf den hohen Salz- und Feuchtigkeitsgehalt in der Luft zurückzuführen. Wenn diese Mischung vom Nordwind über die Küste geblasen wird, verhindert sie das Wachsen junger Triebe und erlaubt Bäumen an exponierten Stellen nur ein Wachstum zur Wind abgewandten Seite hin.