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Myanmar - Burma: Geographische Lage


Der junge Mann am Informationsstand einer großen Buchhandlung in Honolulu war ratlos, nachdem ich auf der Suche nach den neuesten Reisebüchern über Myanmar in der Asien- Abteilung nicht fündig geworden war. „Versuchen Sie es unter Afrika”, schlug er vor. Und tatsächlich, da waren sie. Mit einer Fläche von 676.000 km2 ist Myanmar oder Burma, wie es früher hieß, das größte Land auf dem südostasiatischen Kontinent, fast so groß wie Texas und doppelt so groß wie Deutschland. Während Texas eine Gesamtbevölkerung von 19 Millionen hat, zählt Myanmar 46 Millionen, Deutschland dagegen 82 Millionen Einwohner.

Geographisch ist die Bevölkerung von Myanmar sehr ungleich verteilt. Das Delta-Becken und die Küstenlinie weisen eine außerordentlich dichte, die Hochländer und Gebirgsregionen eine sehr spärliche Besiedlung auf. 80 % aller Burmesen leben in kleinen Städten oder Dörfern auf dem Lande, der Rest konzentriert sich auf nur zwei wirkliche Großstädte:
Yangon, das ehemalige Rangun, mit über 4 Millionen, und Mandalay mit etwa 750.000 Einwohnern. Der nördlichste Punkt Burmas liegt bei 28° nördlicher Breite, vergleichbar mit Neu Delhi oder Tampa in Florida. Der südlichste Punkt, 10° nördlich, befindet sich etwa auf demselben Breitengrad wie San José in Costa Rica oder Addis Abeba in Äthiopien.
Die fruchtbare Feuchtigkeitsregion um Yangon liegt auf einer Breite mit dem südlichen Teil der Sahara. Der Wendekreis des Krebses (23,7° nördlicher Breite), der im allgemeinen als die Tropengrenze der nördlichen Hemisphäre gilt, durchzieht das Land ungefähr in der Mitte zwischen Mandalay und Myitkyina (Kachin Staat).
Abgesehen von dem langen Südzipfel, dem schmalen Tanintharyi-Streifen, hat es im Groben die Form einer Raute, so daß, wenn man den „Schweif” hinzunimmt, die Gestalt eines Flugdrachen erkennbar wird. Insgesamt mißt Burma etwa 800 Kilometer von Osten nach Westen und 2.000 Kilometer von Norden nach Süden.


Im Westen berühren seine Grenzen Bangladesch und Indien; im Nordosten schließt sich China an (die autonome Region Tibet und die Provinz Yunnan – der neue Drogenweg nach Osten); im Osten, wo Burma an Laos und Thailand grenzt, bildet es gemeinsam mit beiden Ländern das berüchtigte „Goldene Dreieck”, eines der größten Rauschgiftzentren der Welt.

Durch einen Ring von Bergketten und Hochplateaus, die vorwiegend in Nord-Süd-Richtung verlaufen, ist Burma fast überall von seinen Nachbarländern isoliert und abgeschnitten. Seine drei größten Flüsse, die im Himalaja und in Tibet entspringen, folgen ebenfalls der Nord-Süd-Richtung, ehe sie sich in die Andamanensee ergießen. Der Ayeyarwady (ehemals Irrawaddy) und sein mächtiger Zufluß, der Chindwin, die Hauptarterien des Landes, münden in ein neunarmiges Delta nahe Yangon. Über eine Strecke von rund 1.500 Kilometern, von Bhamo im Kachin Staat bis Yangon, ist der insgesamt 2.170 Kilometer lange Ayeyarwady schiffbar.

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