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Myanmar - Wo mag das sein? 2



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Auch der Chindwin kann teilweise für den Schiffsverkehr genutzt werden. Diese beiden sind breite, langsam fließende Ströme mit langen Sandbänken während der Trockenzeit. Der Thanlwin (ehemals Salween) fließt weiter östlich durch die Shan und Karen Staaten nach Süden, wo sein Lauf in einem längeren Abschnitt die Grenze zu Thailand bildet. Wegen der vielen Schluchten und Stromschnellen, der gefährlich reißenden Strömungen und dem wechselhaften Wasserstand ist der Thanlwin nur über etwa 160 Kilometer schiffbar.

Die Flüsse und Gebirgsketten sowie – in geringerem Maße – das Klima und die Bevölkerungsgruppen unterteilen das Land in acht verschiedene Zonen.
Da ist zunächst einmal der Kern der Nation, durch dessen Mitte die Hauptverkehrsader des Landes führt, der mächtige Ayeyarwady. An seinem mittleren Lauf entstanden die großen Königreiche der Burmanen. Die Briten nannten dieses Stammland der Burmanen Burma Proper und unterteilten es erstens in Lower Burma, mit dem Küstenstrich und dem Ayeyarwady-Delta um Yangon, und zweitens in Upper Burma, das trockene Binnenland mit Bagan und Mandalay.



Die meisten der ethnischen Minderheiten leben in den Grenzgebieten, dem Outer Burma, wie die Briten es nannten, das sich im Halbkreis wie ein Hufeisen um das Kernland legt: Im Westen die Rakhine Bergketten, im Nordwesten die Chin Hills, im Norden die Ausläufer des Himalaja und die Kachin Hills, im Osten das weite Shan Plateau sowie im Südosten die Karen Gebiete. Die achte Zone ist der lange „Schweif“ im Süden, der schmale Tanintharyi Streifen.

Niederburma, insbesondere das fruchtbare Delta, ist der Reiskorb der Nation, der allein ganz Myanmar ernähren kann. Aber weil die Bevölkerung des Landes schneller gewachsen ist als seine Reisproduktion, ist der für den Export verfügbare Überschuß gesunken. Inzwischen haben Thailand, die USA, Pakistan, China und Australien Burma überholt und von seinem Stammplatz als weltweite Nummer 1 der Reis exportierenden Länder verdrängt. Der nahrhafte Boden dieser Region bringt aber nicht nur Reis, sondern auch Zuckerrohr, Kautschuk, Tee und Jute hervor.

Im Mittelpunkt liegt Yangon (Rangun), das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Im November 2005 verlor die Stadt aber den Rang einer Hauptstadt, denn diese wurde auf ein 300 km nördlich - bei der Stadt Pyinmana - gelegenes Areal verlegt.

Die dort neu anlegte Stadt bekam im März 2006 den Namen Naypyidaw, was „Sitz der Könige“ bedeutet. In Oberburma, das „Herz von Burma” genannt – Ziel meiner ersten Reise –, war die Macht etwa tausend Jahre lang verankert: Hier wurden die alten Königreiche mit ihren Hauptstädten gegründet und zerstört. Bagan und Mandalay, die letzte Königsstadt, ehe die Briten den König vertrieben, rufen dem Besucher die glorreiche Vergangenheit und historische Größe Burmas in Erinnerung.

Obwohl in diesen Gegenden auch Reisfelder zu sehen sind, ist die Landwirtschaft weitgehend dem Anbau von Baumwolle, Tabak, Erdnüssen, Sorghum, Sesam, Bohnen und Mais vorbehalten.

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