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"Die Zeitmaschine" von Thet Htun (Hsay Theippan)

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Ich kann nach Möng Yawng zurückkehren. Mit dem Zug oder Auto nach Mawlamyine, Hpa Auk, Monywa fahren. Aber diese Orte werden nicht mehr die Orte sein, an denen damals der Soldat Aung Nyein oder der Doktor Aung Nyein war. Es werden nur Orte sein, die Opa Aung Nyein besucht.
Die Reise, die ich machen möchte, ist eine Zeitreise. Keine Reise von Ort zu Ort oder durch den Raum. Aber wie sollte das gehen, die Zeit zurückzudrehen? Obwohl … Vor unseren Augen sind schon viele Sachen passiert, von denen es hieß, sie seien nicht möglich. Man kann jetzt Töne einfangen, Fotos vom Mars zur Erde schicken. Was, glauben Sie, wäre geschehen, wenn das vor zweihundert Jahren jemand behauptet hätte?
Man hätte ihn einen Verrückten genannt, vielleicht sogar auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ich habe mal in einem Buch gelesen, dass die Zeit rückwärts läuft, wenn man sich schneller als das Licht bewegt. Das heißt also, dass es möglich ist, Zeitreisen zu unternehmen. Aber, wo ist sie denn, die Zeitmaschine, die sich schneller bewegt als mit Lichtgeschwindigkeit?
Ich denke nicht, dass die Wissenschaftler sie noch erfinden werden, bevor ich sterbe. Also, muss ich meine eigene Zeitmaschine entwickeln. Die Verrückten sind die, die sagen, etwas sei nicht möglich. Ich habe meine Zeitmaschine erschaffen und werde mich nun auf eine Zeitreise begeben. Das Fußballspiel, das ich noch zu Ende bringen musste, ist auch vorbei. Alle Bücher, die ich lesen wollte, habe ich gelesen. In der Ecke meines Zimmers steht der Schreibtisch, an dem ich zu schreiben pflegte. Meinen ersten Artikel habe ich geschrieben, während ich an diesem Schreibtisch saß und so tat, als ob ich für die Universität lerne. Alles, was ich geschrieben habe, ist an diesem Tisch entstanden. Wonach ich mich am meisten zurücksehne, sind die Tage, an denen ich an diesem Schreibtisch gesessen und geschrieben habe.

 

Neun – acht – sieben – sechs – fünf – vier – drei – zwei – eins.
Die Zeitreise hat begonnen. Den Sauerstoffschlauch und den Nahrungsschlauch ziehe ich heraus. In Sekundenbruchteilen bin ich fünfzehn Jahre zurückgereist. Wundern Sie sich nicht! Ich bin erst 65 Jahre alt. Habe keinerlei Krankheiten. Lebe nach meinen Vorstellungen. Habe meinen Sarg bestellt. Nach meinen Anordnungen musste mich meine Enkelin pflegen, wie man einen alten Mann versorgt, der dem Tod nahe ist. Weil ich zu dem von der Erinnerung vergoldeten Tag zurückkehren wollte, zu dem es sonst nie möglich ist, zurückzukehren. Ich an meinem Schreibtisch und will schreiben. Worüber? Eine Geschichte über meine Zeitreise. Der Titel wird sein: „Es ist überhaupt nicht möglich, dass etwas nicht möglich ist“


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