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Reisebuchungen und Reise-Apps: Der gläserne Urlauber

Kategorie: Reise Apps ǀ

Egal ob die Reiseführer-App, die Hotel- oder Flugbuchung im Internet oder das Urlaubsfoto auf Facebook – die wenigsten Reisenden denken an die Daten, die sie dabei preisgeben. Über diese Datensammlung bei Urlaubern freut sich die Reisebranche, während bei Datenschützer die Sorge wächst.

Wer mit der Reise-App bucht, muss wissen, dass er damit persönliche Daten preisgibt

Der „Checkpoint of the Future“ könnte bald Wirklichkeit werden: Flugreisende, die viele Daten von sich preisgeben und nach einer Prüfung derer unverdächtig erscheinen, können die Sicherheitskontrolle am Airport schneller passieren – diese Überlegungen des internationalen Airline-Verbands Iata sind lediglich eine technologische Möglichkeit, um zukünftiges Reisen zu verändern.

Gibt ein Reisender an einem Tag „Australien-Urlaub“ in eine Suchmaschine ein, spuckt diese am nächsten Tag bei der Suche nach „Campingbus“ sofort ein Mietangebot für einen solchen in Sydney aus. Egal ob bei der Recherche, bei der Buchung oder beim Bezahlen, am Airport, im Internet-Reiseführer oder beim Posten der Ferienbilder während des Urlaubs und auch danach – Reisende hinterlassen zunehmend mehr Informationen. Mithilfe dieser Daten können Computer schnell ein Profil des jeweiligen Touristen erstellen – die Zusammenführung der Informationen ergibt Muster, die zukünftiges Verhalten besser prognostizieren.

Das freut natürlich die Reiseanbieter, den Datenschützern bereitet dies jedoch Sorgen: Namen, Geburtsdaten, Informationen über Erkrankungen und je nach Reiseprogramm und    -ziel ebenso die politische Einstellungen – eine so große Datenmenge wie heute wurde noch nie gesammelt und archiviert. Dabei sind die Potenziale bislang nicht wirklich ausgeschöpft: Bitkom, der IT-Branchenverband“ wittert in „Big Data“ einen Milliardenmarkt. Informationen lassen sich schließlich in bare Münze umwandeln: Je mehr man über den Kunden weiß, umso gezielter kann die Ansprache stattfinden. 

Dabei sind gerade Urlauber wahre „Datenmagneten“ – zwar hatte die Reisebranche seit jeher Zugriff auf viele Informationen, doch erst jetzt ist eine gezielte Auswertung und Nutzung bezahl- und realisierbar. Laut Experten können davon Unternehmen wie Kunden profitieren: Apps können Fluggäste warnen, wenn sie sich in die falsche Richtung zum Gate begeben, oder einem Kunden passende Bücher anbieten, wenn dieser ein Buchgeschäft betritt oder auch nur daran vorbeigeht.

Datenschützer warnen davor, dass es nur noch dann möglich sein wird, zu reisen, sofern Urlauber einer Auswertung ihrer Daten zustimmen. Auch Unternehmen sollten berücksichtigen, dass etwa Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse rasch in Bedrohung kommen, wenn Kundendaten an die falsche Adresse gelangen. Die Big-Data-Bewegung ist aber wohl oder übel nicht aufzuhalten – umso mehr sollten sich auch Reisende im Urlaub Gedanken darüber machen, welche unnötigen Datenspuren sie hinterlassen.