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Ersetzt mobile Internet den gedruckten Reiseführer?


 

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Die Anzahl der Reise-Communitys* im Internet ist mittlerweile kaum noch zu überschauen, ihre Effektivität steht und fällt jedoch mit der Anzahl ihrer aktiven Mitglieder. Diese Plattformen leben alle mehr oder weniger von user generated content, also den Tipps von Lesern für Leser.  Mit dem iphone oder beispielsweise dem Android Smartphone Nexus S kann man unterwegs relativ leicht auf diese Communitys zugreifen, einige wie Tripwolf bieten bereits spezielle abgespeckte mobile Versionen an. Im Kontrast zu der konventionellen Suchanfrage über Google oder Bing hat man bei den Reisecommunitys bereits strukturierte touristische Informationen, die man gezielt abrufen kann. Landkarten gibt es bekanntlich bei Google Maps inklusive Routenplaner.  Und wenn die Infos nicht ausreichen, dann lassen sich über Suchmaschinen schnell die Spezial-Websites des jeweiligen Resorts vor Ort auffinden. So weit, so gut?!

Die Vorteile liegen im wahrsten Sinne des Wortes auf bzw. in der Hand:  Man benötigt nur ein Ausgabegerät, das man ohnehin bei sich trägt, nämlich das Handy. Und die Informationen kommen in Echtzeit, also dann, wenn man sie benötigt, und sie sind auch noch meist kostenlos. Warum in aller Welt sollte man also noch einen mehr oder weniger teuren und unhandlichen gedruckten Reiseführer mit sich herumschleppen?

Die Antwort ist so simpel wie ernüchternd: Weil er meist besser und zuverlässiger ist als alles, was man an Informationen aus dem Netz ziehen kann!

Der user generated content der Reisecommunitys hat vor allem einen Nachteil;  er ist von Amateuren verfasst und höchst subjektiv. In vielen Fällen sind die Beiträge unbrauchbar, weil sie interessensverzerrte Lobhudeleien oder Verrisse darstellen oder sich in sinnfreien Allgemeinplätzen ergehen. Um z.B. eine zuverlässige Hotel- oder Restaurantbewertung zu erhalten, muss eine minimale Anzahl von zeitnahen  Bewertungen abgegeben worden sein, was die meisten Portale nicht leisten können. Wer sich auf die Empfehlungen eines gedruckten Reiseführers bezieht, kann in der Regel davon ausgehen, dass hier professionell und interessenunabhängig recherchiert wurde.                                                        

Das Material ist professionell aufbereitet, und mit Hilfe der Gliederung und des Registers lassen sich die gewünschten Informationen relativ schnell auffinden.

Die Aktualität der Informationen kann letztendlich von keinem Medium gewährleistet werden. Bei Reiseführern sollte man immer darauf achten, dass man mit der neuesten verfügbaren Ausgabe unterwegs ist.  Idealerweise erscheinen jedes Jahr überarbeitete Auflagen. Natürlich ist es lästig, ständig ein unhandliches Buch mit herumzuschleppen, im Gegensatz zum Handyempfang ist aber der Zugriff auf die Informationen des Druckwerks immer garantiert.  Für einen halbwegs schnellen Seitenaufbau im iphone oder G1 benötigt man eine UMTS- oder WLan-Verbindung, doch diese sind auf absehbare Zeit längst nicht überall und schon gar nicht irgendwo im Gelände verfügbar.  Die Gebühren lassen sich über eine entsprechende Flatrate (meist ca. 10€/Monat) in Deutschland im Griff halten, bei Auslandsaufenthalten bleibt meist nur die Option, das Gerät auszuschalten, um nicht in die verheerende Roaming-Gebührenfalle zu treten. Bis die Provider eine Art Roaming-Flatrate zu vernünftigen Konditionen anbieten, kann die Nutzung im Ausland nicht bzw. nur an kostenfreien WLan-Hotspots empfohlen werden. Auch stellt die technische Handhabung der Smartphones und die erschwerte Lesbarkeit der Texte auf dem Minidisplay  vor allem für ältere Benutzer ein Problem dar.  

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