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Wolf-Ulrich Cropp, Wie ich die Prinzessin von Sansibar suchte und dabei mal kurz am Kilimandscharo vorbeikam

Kategorie: Reisebücher des Monats ǀ

Auf dem weitläufigen Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg stößt der bekannte Reiseschriftsteller Wolf-Ulrich Cropp auf den Gedenkstein für Emily Ruete, geborene Salme, Prinzessin von Sansibar, 1844-1924, Zuwanderin. Sofort ist seine Neugier geweckt. Eine adlige Exotin in Hamburg? Wie ist wohl ihr Leben verlaufen? Ihre Gedanken und ihre Gefühlswelt interessieren ihn.

 

 

Wolf-Ulrich Cropp, Wie ich die Prinzessin von Sansibar suchte und dabei mal kurz am Kilimandscharo vorbeikam; (c)amazon.de

Cropp stehen für die Recherche nicht nur Wikipedia und andere Internet-Portale zur Verfügung, sondern er packt sein Bündel und begibt sich auf die weite Reise nach Sansibar, die ostafrikanische Insel vor der Tansanischen Küste. Auf dem Weg dahin „kommt er mal kurz am Kilimandscharo vorbei“, und er nutzt die sich ihm bietende Gelegenheit für einen Aufstieg.

Ausführlich werden die Details seiner zahlreichen Reise-Etappen beschrieben. Nach streckenweise zähen zwei Dritteln des Buches kommt er endlich in Sansibar an, und die Geschichte nimmt Fahrt auf. Er trifft die schöne Alima, die ihm detailreich Auskunft über die geheimnisvolle Salme bzw. Emily Ruete geben kann.
Die Lebensgeschichte dieser Frau ist wahrlich außergewöhnlich. Geboren 1844 als Tochter des Sultans von Sansibar, verlebt sie im Palast eine unbeschwerte Kindheit. Mit 22 Jahren verliebt sie sich gegen alle herrschende Moral in den Hamburger Kaufmann Heinrich Ruete. Um ihre Liebe und ihr Leben zu retten, verlässt sie ihre Heimat Sansibar und folgt ihm nach Hamburg. Drei Jahre später stirbt Heinrich Ruete und lässt Emily mit zwei Töchtern und einem Sohn zurück.

In den folgenden Jahren wechselt Emily „Salme“ Ruete mehrmals den Wohnsitz und ist viel unterwegs: Darmstadt, Dresden, London, Berlin, vorübergehend zurück nach Sansibar, Jaffa/Palästina, Bromberg/Polen, Hamburg und Jena, wo sie schließlich 1924 stirbt. Ihr Leichnam wird nach Hamburg überführt, wo sie im Familiengrab der Ruetes ihre letzte Ruhe findet.

Wolf-Ulrich Cropp verfügt über ein kolossales Wissen, sei es durch eine akribische Reisevorbereitung oder die Recherche vor Ort. Er begegnet vielen Menschen und spricht mit ihnen, stellt Fragen, lässt sich erzählen. Sprachliche Verständigungsprobleme scheint es für ihn nicht zu geben. Was er in Erfahrung bringt und weiß, teilt er dem Leser anscheinend ungefiltert mit, zum Teil in ausführliche Dialoge verpackt. Durch dieses immense Mitteilungsbedürfnis bleibt bisweilen die Spannung etwas auf der Strecke. Allerdings kommen all die Leser voll auf ihre Kosten, die sich für die Einzelheiten seiner abenteuerlichen Reise interessieren.

Das Buch ist in der renommierten Reihe DuMont Reiseabenteuer erschienen.

Wolf-Ulrich Cropp, Wie ich die Prinzessin von Sansibar suchte und dabei mal kurz am Kilimandscharo vorbeikam, Taschenbuch mit 360 Seiten, 14,99€
Auch als Kindle E-Book für 12,99€ erhältlich.