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Kopenhagen Reisebericht, Teil III


St. Paul Kirke
St. Pauls Kirche © EKö - Reisebuch.de

Durch Esplanaden und Gernersgade geht es in den Stadtteil Nyboder. Hier stehen viele meist einstöckige, lange und gleichförmige Wohnhausanlagen aus dem 17. Jahrhundert. Sie sind ockerfarben angestrichen und werden bis heute bewohnt. Sozialer Wohnungsbau der Renaissance.

Zwischen all den niedrigen Gebäuden erhebt sich die St. Pauls Kirke. Sie ist – wie könnte es auch anders sein – geschlossen.

Durch die Kongensgade führt uns der Weg bis zum Kongens Nytorv.
Hunger! Mitten auf der Strøget (Østergade 57) lassen wir uns an einem Tisch bei Mamarosa, einer italienischen Pizzeria, nieder und bestellen eine typisch dänische Pizza Capricciosa. Frisch gestärkt wollen wir anschließend weiter marschieren. Zuvor frage ich den Kellner noch nach der Toilette. „Take the elevator to the 5th  floor, change the elevator, go to the 10th floor, there will be a hole in the bottom. - - - No, I’m just kidding. It’s downstairs.”

Runder Turm
Runder Turm © EKö - Reisebuch.de

Durch die Køpmagergade, eine weitere Fußgängerzone, erreichen wir die Trinitatiskirche und das, was wie ihr Kirchturm aussieht, den Runden Turm. Diesen kreisrunden Turm ließ König Christian IV. in den Jahren 1637 bis 1642 errichten. Die Kirche ist erst kurz danach gebaut worden. Im Turm befindet sich das älteste noch funktionierendste Observatorium Europas. Als solches diente es bis 1861 der Kopenhagener Universität.

Runder Turm innen © EKö - Reisebuch.de
Spiralförmige Auffahrt im Runden Turm © EKö - Reisebuch.de

Oben über dem Gewölbe der Trinitatiskirche befand sich die Universitätsbibliothek. Um die Bücher dort hinauf zu bringen, brauchte man Pferdefuhrwerke. Daher wurde der 34,8 Meter hohe und 15 Meter dicke Turm mit einem spiralförmigen Gang ausgestattet, der sich in 7 ½ Umrundungen 209 Meter immer weiter empor windet. Heute kann man über eine kurze Wendeltreppe hinaufsteigen bis zum Dach des Turms, von wo aus man eine tolle Aussicht auf die Stadt genießen kann. Auf dem bequemen Weg hinauf kann man gleich zu Beginn durch eine Glastür einen Blick ins Innere der Trinitatiskirche werfen. Weiter oben dienen die Räume der ehemaligen Bibliothek als Ausstellungsräume. Das interessante Geländer trägt an mehreren Stellen die Buchstaben RFP. Sie stehen für den Wahlspruch des Königs: Regna Firmat Pietas – Frömmigkeit stärkt Königreiche.

Botanischer Garten
Im Botanischen Garten © EKö - Reisebuch.de

Von hier oben kann man sehen, dass es bis zum Botanischen Garten gar nicht so weit ist. Schon haben wir ein neues Ziel. An einer Kreuzung spielen drei Clowns in Radfahrerkluft mit Pappnasen mit den an der Ampel wartenden Radfahrern „Konzert“. Einer stellt sich auf eine Kiste, die anderen spielen Orchester. Vom Band ertönt  die Melodie des Donauwalzers, und nach „Donau so blau“ müssen alle Radler bei der Wiederholung „so blau, so blau“ kräftig klingeln. Sobald die Ampel wieder umzuspringen droht, verziehen sich die Clowns, bis zur nächsten Rot-Phase.

Der Eintritt in den Botanischen Garten Botanisk Have (Gothersgade 128) ist kostenlos. Der 10 Hektar große Park ist etwa 125 Jahre alt und beherbergt unter anderem dänische Pflanzen, Rosen, Rhododendren, Berg, Gewürz- und Wasserpflanzen. Es gibt viele lauschige Eckchen, wo man auf einer Parkbank ungestört relaxen kann.

Leider haben das Palmenhaus und die Kakteenhäuser schon eine knappe Stunde geschlossen (um 15 Uhr), so dass wir diesem Genuss entsagen müssen.

Kettenkarussell
Kettenkarussell im Tivoli © EKö - Reisebuch.de

Nach einer kleinen Stärkung im Café neben dem Palmenhaus fahren wir von der Station Nørreport zwei Stationen mit der S-Bahn zum Bahnhof und begeben uns schnurstracks zum Tivoli. Die 120 DKr Eintritt brauche wir dank Copenhagen Card nicht zu zahlen. Das alles überragende, 80 Meter hohen Kettenkarussell Himmelskibet und den Goldenen Turm, wo die Leute im freien Fall runtersausen, kann man schon von draußen sehen.

Pagode
Pagode © EKö - Reisebuch.de

Der Park wurde am 15.8.1843 eröffnet und ist damit weltweit einer der ältesten. Das sieht man ihm aber nicht an, den ständig wird renoviert, restauriert, umgebaut und neu gebaut. Eine Statue des Gründers von Tivoli, Georg Carstensen (1812-1857), steht vor dem Konzerthaus. Ungefähr 40 Restaurants soll der Park beherbergen und etwa 23 Fahrgeschäfte.
Das prachtvolle Restaurant Nimb sieht aus wir ein orientalischer Palast aus 1001 Nacht. Im Wasserbecken davor blubbern Luftblasen in wassergefüllten Glasröhren nach oben und sorgen für einen abwechslungsreichen Vordergrund.
Rund um einen weiten Kiesplatz wird an vielen Stellen für das leibliche Wohl gesorgt und viel Schnickschnack angeboten. Über einem Teil des Weges hängen rote Lampions. Dies ist der chinesische Themenbereich. Der Turm der Chinesischen Pagode am Tivoli See wird noch von der Sonne angestrahlt, während unten schon alles in Schatten getaucht ist.

An einem Eisstand gönnen wir uns ein Softeis, ein kleines gemischtes reicht, nachdem wir beim Vordermann die Dimensionen der mittleren Größe abmessen konnten. Auch die kleine Portion ist noch sehr reichlich. Es schmeckt köstlich.

Lange Zeit beobachten wir die große Achterbahn, die bezeichnenderweise „Daemonen“ heißt. Sie ist immer voll besetzt, vor allem mit Jugendlichen, die sich kreischend dem Nervenkitzel hingeben. Laute Schreie und Gekreische dringen von allen Seiten ins Ohr: vom Himmelsskibet und von der ältesten Holzachterbahn der Welt, die noch im Einsatz ist, der Rutschebahnen.

Ein Multi Ride Ticket für einen Tag kostet für Erwachsene DKr 220 zusätzlich zum Eintrittspreis.

Tivoli ist gut besucht. Alt und Jung mischen sich, Kinder und Jugendliche jagen von einer Attraktion zur anderen, Familien besuchen die harmloseren Karussells, Großmütter und Enkel sitzen in Schaukeln, alte Damen schlendern von Parkbank zu Parkbank, und von Zeit zu Zeit finden auf verschiedenen Bühnen Konzerte statt. Wer einen Platz ergattert, setzt sich dazu, die anderen lauschen stehend.

Große Springbrunnen inmitten bunter Blumenbeete sind echte Hingucker. Mehrere in voller Blüte stehende Engelstrompeten grenzen die Anlage zum nächsten Bereich ab.

Der Mix von Rummel und gemütlichen Sitzplätzen, von Aufregung und Entspannung, von Luxus und Einfach ist hier wirklich gelungen. Man ist von Action pur umgeben und kann dennoch völlig abschalten. Am Restaurant Nimb sind inzwischen 1000 Lichter angegangen und verstärken seinen orientalischen Eindruck.

Hotel Nimb
Hotel und Restaurant Nimb © EKö - Reisebuch.de

Wer umgerechnet € 620 erübrigen kann, hat die Möglichkeit hier zu übernachten, denn Nimb ist zugleich ein Luxushotel mit 5 Zimmern und 8 Suiten. Die beste Suite mit Parkblick muss man allerdings € 1.600 berappen. Wohlgemerkt Euro, nicht Dänische Kronen!

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