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Im hinteren Teil des Bebelplatzes ist die St. Hedwigs-Kathedrale mit ihrer markanten grünen, eiförmigen Kuppel. Sie ist Sitz des Berliner Erzbischofs. Es war die erste katholische Kirche, die nach der Reformation in Berlin gebaut werden durfte. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kathedrale stark zerstört und 1956-1963 wieder aufgebaut.

Gegenüber befindet sich die vor 200 Jahren gegründete Humboldt-Universität, die stolz darauf verweist, dass ihre Gelehrten insgesamt 29 Nobelpreise eingeheimst haben.

Vor der Universität ist Bücherflohmarkt. Wenn nicht anders angegeben, kostet ein Buch € 2,00, 2 Stück € 3,00. Es ist alles dabei, von der Schullektüre bis zum Bildband, von Comic bis Wissenschaft.

An der Schlossbrücke endet die Straße „Unter den Linden“. Auf der anderen Seite heißt sie „Karl-Liebknecht-Straße“. Wir befinden uns nun auf der Spreeinsel, auf deren nordwestlicher Spitze sich die großen Museen befinden.

Es sind unheimlich viele Leute unterwegs! Hier stoßen mehrere touristische Highlights aneinander: die Museumsinsel, die Spree mit ihren vielen Bootsanlegern, der Berliner Dom, der Alexanderplatz und das Nikolaiviertel. Auf der Straße stehen noch meterlange Reihen von Dixi-Toiletten. Hier am Dom war Startpunkt des Halbmarathons, hinter dem Roten Rathaus war das Ziel. Die Mengen haben sich noch nicht ganz zerstreut, denn zwischen all den Touristen sind auch etliche nackte, stramme Läuferwaden auszumachen.

Direkt gegenüber vom Dom befand sich der Palast der Republik, der in den letzten Jahren zurück gebaut worden ist. Die Fläche ist inzwischen frei von Steinen, Eisen und Beton. Wer jetzt vor der mit Gras bewachsenen Freifläche steht, glaubt kaum, dass hier einmal so ein Klotz von Gebäude gestanden hat. Beim Abriss mussten übrigens 5.000 Tonnen Spritzasbest entsorgt werden.

Wir laufen über das Marx-Engels-Forum zum Nikolaiviertel. Es handelt sich dabei um eines der ältesten Wohnviertel Berlins, es wurde aber im Zweiten Weltkrieg zerstört und noch zu DDR-Zeiten, rechtzeitig zur 750-Jahr-Feier im Jahr 1987 im alten Stil rekonstruiert und neu aufgebaut. An einigen Häusern kann man sehen, dass selbst Plattenbau sich verzieren lässt und dass manche Treppengiebel aus einem Stück sind. Alles in allem macht das Viertel einen ansehnlichen, gemütlichen Eindruck.

Weiter geht es quer über den Alexanderplatz. Die Kugel des Fernsehturms strahlt im Frühlingslicht, und die roten Klinkersteine gereichen dem Roten Rathaus zur Ehre.

Auf der anderen Seite der Karl-Liebknecht-Straße befindet sich in der Halle des Radisson Hotels der AquaDom, ein Aquarium von 25 m Höhe mit 1.500 Fischen, das größte Zylinderaquarium der Welt. Mitten hindurch fährt in 7 Minuten ein Fahrstuhl, und wer bereits das Sealife Center (Eingang von der Spandauer Str., lange Warteschlange) besucht hat, darf ihn auch benutzen. Wir schauen uns das Aquarium aus der Ferne an.

Nach einem Schlenker über die Museumsinsel erreichen wir wieder die Straße, auf der wir gekommen waren. Immer wieder sehen wir lange Warteschlangen vor den Museen. Jetzt wäre es uns aber eher nach einem Kaffee. So richtig schönes Kaffeehaus-Ambiente erwartet uns im Café Einstein Unter den Linden. Wir finden sogar schnell einen Platz. Die Karte erinnert an Wiener Gastlichkeit. Wir entscheiden uns für einen Verlängerten und Birnentorte, gar köstlich! Was Rang und Namen hat, war schon hier: Bill Clinton, Gerhard Schröder, Udo Lindenberg, Ulrich Wickert, um nur einige zu nennen. Und nun auch wir.

So langsam schmerzen die Füße. Wir gehen vom Brandenburger Tor links herum zum Denkmal für die Ermordeten Juden. Auf einer 19.000 qm großen Fläche stehen 2711 graue Betonquader unterschiedlicher Größe. Dadurch, dass der Untergrund gewellt ist, scheint die Oberfläche fast einheitlich. Licht und Schatten lassen ein interessantes geometrisches Muster entstehen. Uns erschrickt aber, dass die Leute, die hinein marschieren, auf einmal weg sind. Manche Steine sind über 4 Meter hoch, aber das sieht man vom Rand aus nicht. Zusammen mit dem welligen Boden entsteht der Eindruck, dass hier Menschen verschwinden. Dieser Eindruck soll wohl auch entstehen und die Wirkung des Mahnmals unterstreichen.

Weiter geht es zum Potsdamer Platz. Wir drehen noch eine Runde durch das Sony Center und fahren dann wieder zurück in unser Quartier.

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