Suche innerhalb von reisebuch.de

<< Vorherige Seite

Montag, 29.3.

Die Topographie des Terrors, eine Freiluft-Ausstellung an der Stelle des ehemaligen Hauptquartiers der SS und der Gestapo, ist eine Dokumentation über die Gräueltaten der NS-Zeit. Zur Zeit ist man dort emsig am Bauen. Es sieht so aus, als würde das Gelände überdacht. Alle Bäume, die dort in letzten Jahr parallel zu ein paar Metern der Berliner Mauer noch standen, hat man gefällt. Am 8.5.2010, genau 65 Jahre nach dem Ende der NS-Zeit, soll die Ausstellung wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Der 1881 eröffnete Gropiusbau steht direkt neben dem Mauerverlauf. Er besticht durch die vielen Fassadendetails und Schmuckreliefs, die die Wappen der deutschen Länder und unzählige Berufe und Handwerke zeigen. Wir schauen uns innen die Ausstellung „Schätze des Aga Khan“ an, Kostbarkeiten aus 1000 Jahren islamischer Kunst. Dazu gönnen wir uns einen Audio-Guide, weil man sonst womöglich an Wichtigem vorbei schaut.

Nach einem Imbiss bei einem nahe gelegenen Türken geht es wieder in die Friedrich-straße, diesmal aber zu Dussmann. Eine Riesen-auswahl! Allein schon die Klassik nimmt  in der Musikabteilung eine ganze Etage ein. Und auch die Buchabteilungen sind riesig! Das „Kultur-Kaufhaus“ erstreckt sich auf 7.000 Metern über 5 Etagen und hat von Montag bis Samstag jeweils von 10 bis 24 Uhr geöffnet.

Und jetzt noch zu den Hackeschen Höfen? Dann los. Mit der S-Bahn ist man schnell dort. Wir gehen zur Haltestelle Friedrichstraße, einem sehr unübersichtlichen Bahnhof. An diesem Knotenpunkt treffen 7 Bahnen aus Regionalverkehr, S- und U-Bahn zusammen, und auf die Richtung muss man auch noch Acht geben. Unter der S-Bahn haben sich in den so genannten S-Bahn-Bögen eine ganze Reihe uriger Lokale angesiedelt. Wir schlendern an ihnen entlang, und in einem davon stärken wir uns, bevor wir wieder zum Bahnhof Friedrichstraße gehen und weiter fahren.

Zu den Hackeschen Höfen sind es nur noch ein paar Stationen. Pulks von Menschen bewegen sich durch die Passage, die Geschäfte, die Restaurants. Hier gibt es einige ganz witzige Läden, wie zum Beispiel Ampelmann in Hof 5, wo alles, was angeboten wird, vom Badeschwamm bis zum Bonbon, die Form eines roten oder grünen Ampelmännchens hat. Oder Perlin in Hof 4, da gibt es nichts außer Perlen. Wer will, kann sich seine Preziosen selber aufreihen. Artificium ist eine erlesene Kunstbuchhandlung in Hof 2.

Dienstag, 30.3.

Im Foyer der Philharmonie zwischen Potsdamer Straße und Tiergarten finden zwischen September und Juni jeden Dienstag um 13 Uhr Lunch-Konzerte statt. Die Musik ist kostenlos, das Essen erschwinglich. Wir fahren rechtzeitig los, um noch einen Sitzplatz auf einer der Treppen zu ergattern. Die Stühle sind Schwerbehinderten vorbehalten. Das Foyer füllt sich mehr und mehr, Frauen bringen Babys mit, Schulklassen sind da, und ansonsten sieht man alle Altersstufen und Schichten.

Heute stehen Tänze und Stücke des aus Pamplona stammenden Spanischen Violinisten Pablo de Sarasate auf dem Programm, dargeboten vom Duo Orpheo Antoine Saad, Violine, und Susanne Kowal, Klavier. Es gefällt uns sehr gut.

Nach dem akustischen Genuss fahren wir mit dem Bus zum Botanischen Garten nach Steglitz. Die Haltestelle liegt direkt am Haupteingang. Für € 6,00 Eintritt kann man sich auf eine Reise um den Globus begeben, entweder im 13 Hektar großen Freigelände oder in den 6.000 qm umfassenden Gewächshäusern. Draußen blüht noch nicht viel, auch die Bäume sind noch kahl.

Doch in den Glashäusern empfängt uns eine üppige Vegetation, fein aufgeteilt nach Erdteilen und Regionen.  Es ist ein sehr erholsamer Ausflug, der seinen Höhepunkt erfährt, als wir das Gewächshaus mit den in voller Blüte stehenden Azaleen und Kamelien betreten. Phantastisch! Auch auf die Kakteensammlung und die Orchideenvielfalt sind die Betreiber sehr stolz.

Den Abend lassen wir in der Trattoria del Corso an der Hauptstraße in Schöneberg ausklingen. Kann man nur weiter empfehlen: atmosphärisch angenehm und authentisch, ein kleines Stück Italienurlaub.

Nächste Seite >>