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Der Bungsberg bei Schönwalde



Kein Skiliftbetrieb mehr im Winter?

Ob in der Wintersaison 2016/17 der Skilift auf dem Bungsberg überhaupt in Betrieb geht (genügend Schnee vorausgesetzt), ist sehr fraglich, weil die Betreiber und der Zweckverband Bungsberg sich trotz Vermittlung von Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen nicht auf eine Verpachtungsregelung einigen konnten.

Der Bungsberg - mit Deutschlands nördlichstem Skilift

Der Bungsberg ist mit 168 Metern die höchste Erhebung Schleswig-Holsteins. Er liegt in der Holsteinischen Schweiz im Gemeindegebiet von Schönwalde am Bungsberg (Kreis Ostholstein) zwischen Scheelholz und Mönchneversdorf. Beim Bungsberg handelt es sich um eine eiszeitliche Endmoräne, vor etwa 150.000 Jahren entstanden. Bei schönem Wetter kann man vom Bungsberg aus die Schiffe auf der Ostsee sehen.

Wenn gegen Jahresende die Tage kälter werden, wird Horst Schnoor nervös. Er ist Betreiber des nördlichsten Skilifts Deutschlands. In Schleswig Holstein, einer Region, wo Schneewinter alles andere als selbstverständlich sind.

Tipp: Ob der Skilift läuft und wie die Schneeverhältnisse am Bungsberg sind, kann man unter Ski-Bungsberg erfahren!

Das Skigebiet ist der Bungsberg, Schleswig-Holsteins höchster Berg, von Wald und Wiesen überzogen. Klar, auf Bergen ist Schneefall wahrscheinlicher als im Flachland, und es stimmt schon, dass hier oben noch Schnee liegen kann, wenn es weiter unten in Eutin und an der Küste schon wieder taut. Damit ist der Bungsberg das schneereichste Gebiet des Bundeslandes. Doch das täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass der Gipfel des Bungsbergs nur 168 Meter hoch in den norddeutschen Himmel ragt und von Schneesicher keine Rede sein kann.

Es wird ruhig am Bungsberg, wenn „Bergbauer“ Horst Schnoor aus Schönwalde und sein Nachbar Heinrich Schröder Mitte November ihre Kühe von der Weide in den heimischen Stall getrieben haben. Lediglich ein paar vereinzelte Spaziergänger – oder soll man sagen: Gipfelstürmer – finden den Weg hierher. Einige kehren ein im „Waldlandhaus Bungsberg“, so es denn geöffnet hat.

Anders ist es, wenn Schnee liegt. Dann kommen die Rodler und Skifahrer. Ski fahren kann man hier, wenn Bauer Schnoor die Weidezäune abgebaut hat, sehr gut. Schussfahrt in alle Richtungen! Das Gefälle beträgt stolze 17 %. Allerdings ist nach wenigen Sekunden bzw. 300 Metern das Ende der Piste erreicht. Slalomfahrer brauchen etwas länger, etwa 30 bis 40 Sekunden. Wer nach 120 Sekunden die Talstation noch immer nicht erreicht hat, muss unterwegs ins Straucheln gekommen sein…


NDR-Beitrag über den "nördlichsten Skilift Deutschlands"

Allen gemein ist eines: für eine weitere Abfahrt muss man wieder hoch zum Gipfel. Ein mühevoller Aufstieg!

Horst Schnoor, selber begeisterter Skifahrer, wenn er auch noch nie in den Alpen ist, witterte Ende der Sechziger Jahre während eines schneereichen Winters seine Chance. Was die Bayern können, kann er schon lange: Ein Skilift musste her! Damit wäre man in kürzester Zeit wieder oben. Gesagt, getan. Eine gute Minute dauerte nun der Transport hinauf auf den Gipfel.

Nachdem der mit dem Trecker und Antriebszapfwelle betriebene erste Schlepplift irgendwann nicht mehr vom TÜV abgenommen wurde, musste ein richtiger Skilift angeschafft werden. Der hat die 2.500-Seelen-Gemeinde Schönwalde stolze 20.000 DM gekostet. Gekauft haben sie ihn bei der Firma Grabenstätt am Chiemsee. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis er seinen Preis wieder eingebracht hatte.

Schneefreie Winter sorgen zwar – zur Freude der Kühe – dafür, dass sich die Grasnarbe wieder erholen kann, doch Wintersport ist dann kein Thema.

Horst Schnoor baut jedes Jahr im November die Anlage mit 34 verzinkten Schleppstangen auf. Allerdings kann er nie wissen, ob er positiv aus dem Geschäft aussteigen wird oder aber im März alles unbenutzt wieder im Schuppen verstauen kann.

Seit 2004 gibt es ein Seilbahngesetz, das klar bescheinigt, dass es sich bei Horst Schnoors Ski-Schlepplift nach EU-Richtlinien um eine Seilbahn handelt. Ordnung muss sein. Alles ist geregelt, alle Voraussetzungen erfüllt. Fehlt nur noch eins: der Schnee. Der kann schon mal ein paar Jahre auf sich warten lassen.

In Jahren, wo alles optimal läuft, sitzen Horst Schnoor und Heinrich Schröder abwechselnd in einem alten Campingwagen (die Talstation) und verkaufen Tickets. Auf deren Rückseite steht die Telefon-Nummer für die Schnee-Hotline, bei der man sich über die aktuellen Schneeverhältnisse informieren kann. Auch der NDR bringt aktuelle Schnee-Meldungen.

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