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Typisch irisch


Bierfässer vor einem irischen Pub
(c) bestfoto95 - Fotolia.com

Eines zum Thema „typisch irisch“ gleich vorweg, entgegen aller Klischees sind nämlich lediglich neun Prozent der Iren rothaarig, in Deutschland sind es vergleichsweise aber zwei Prozent, mehr Menschen mit roter Haartracht als in Irland gibt es jedoch in Schottland. Was auch nicht jeder weiß: Halloween ist ein ursprünglich keltischer, nicht amerikanischer Brauch. Außerdem ist Irland das einzige Land, das bislang insgesamt sieben Mal und damit am öftesten den Eurovision Song Contest gewonnen hat. Und auch sonst hat der kleine Inselstand so allerhand Eigenheiten zu bieten. So lockt die grüne Insel mit ihren rund 4,95 Millionen Einwohnern immer mehr Urlauber an und dazu trägt insbesondere folgender Umstand bei, der typisch irisch ist:

Die irische (Gast-)Freundlichkeit und Offenheit: Die Iren gelten als ein offenes und freundliches Volk und die meisten Menschen sind tatsächlich äußerst nett und hilfsbereit. Selbst wenn man ihnen zum Beispiel im Weg steht oder versehentlich einen Einheimischen anrempelt, ist es der Betroffene, der sich dafür entschuldigt, obwohl er offensichtlich keine Schuld daran trägt. Auch fragen die Iren immer, wie es einem geht und sind jederzeit zu Smalltalk bereit.

Typisch irisch sind außerdem:

Die irische Sprache: Der Inselstaat ist mit seinen 70.182 km² zwar ein eher kleines Land, in dem es sogar mehr Schafen als Menschen gibt, aber eine eigene Landessprache existiert dennoch: Gälisch. Egal ob Bus oder Haltestelle – sämtliche Informationen sind auf Englisch und Gälisch zu lesen, ebenso auf den Verkehrsschildern, selbst in die EU-Reisepässe hat es diese eigenartig klingende Sprache mit keltischem Ursprung geschafft. In erster Linie im Westen des Landes trifft man auf Menschen, die die Nationalsprache auch tatsächlich sprechen, dort wird sogar der Schulunterricht mancherorts auf Gälisch und nicht auf Englisch abgehalten. In Dublin hingegen trifft man eher selten auf jemanden, der die besondere Nationalsprache gut beherrscht. Insgesamt sprechen aber nur 1,8 Prozent der Bevölkerung täglich Gälisch.


Das Wetter in Irland: Auch das irische Wetter verhält sich klischeegerecht: häufiger Regenfall und nicht sehr zuverlässig. Morgens von Sonnenstrahlen geweckt zu werden, um 30 Minuten später mit Regenschirm und Jacke das Haus verlassen zu müssen, steht an der Tagesordnung. Ungewöhnlich ist es auch nicht, wenn eine halbe Stunde später die Sonne angenehm warm vom Himmel strahlt. Deshalb gilt: Eine Regenjacke sollte niemals in der Tasche fehlen – etwas schwieriger gestaltet sich aber schon die Frage nach den passenden Schuhen.

Feen und Kobolde: Ohne ihre Kobolde können sich die Iren ein Leben wohl nicht vorstellen. Neben diversen Sagen und Geschichten gibt es für Interessierte in Dublin gleich ein ganzes Kobold-Museum. Den gleichen Stellenwert nehmen außerdem Feen ein: Gewisse Bäume würde man niemals fällen, da in ihnen der Sage nach Feen leben, und es Unglück bringen soll, würde man ihr Zuhause zerstören.

Straßenverkehr: Hier ist einerseits der Linksverkehr zu erwähnen, der wie in England auch auf der grünen Insel gilt. Außerdem wartet beinahe kein Fußgänger, bis die Ampel wieder grün leuchtet. Sobald sich die Gelegenheit ergibt, die Straße zwischen den Pkws zu überqueren, wird diese auch genutzt.

Die Rushhour in Dublin: Gegen acht Uhr in der Früh startet die Rushhour in der irischen Hauptstadt, wobei sich der Verkehr in der Innenstadt in erster Linie auf Autos und Busse beschränkt. Dann dauert der Weg in die Stadt anstelle der üblichen halbe Stunde gerne mindestens 45 Minuten. In der Früh verspäten sich dabei aber die Busse nicht, anders verhält es sich am späten Nachmittag: Ein Bus taucht dann mitunter mit einer halben Stunde Verspätung an der Haltestelle auf oder ist bereits so voll, dass nur noch fünf weitere Menschen einsteigen dürfen – so werden aus 30 Minuten Heimweg schnell eineinhalb Stunden.

Bierkonsum und Pubs: Die Klischees über die Trinkgewohnheiten der irischen Bevölkerung bewahrheiten sich meistens auch. Selbstverständlich gilt dies nicht für alle Iren, doch ein Großteil der Einheimischen trinkt gerne des Öfteren ein, zwei Guinness – wobei die Uhrzeit überhaupt keine Rolle spielt, egal ob morgens um halb zehn, mittags, am Nachmittag um vier oder gegen Abend um acht, ein Bier schmeckt immer. Außerdem sind die Pubs nie völlig leer und wer sich wochenends nach 19 Uhr in die Stadt begibt, hat Mühe, einen Platz zu bekommen – und das obwohl es beispielsweise in Dublin je 100 Einwohner ein Pub gibt. Typisch sind auch die hohen Preise: Ein Pint im Pub um weniger als 5 Euro ist selten zu haben – dafür herrscht in der Regel eine ausgelassene Stimmung und oft spielt Live-Musik. Übrigens konsumieren jede Irin und jeder Ire jährlich rund 130 Liter Bier, damit rangiert das Volk EU-weit an der zweiten Stelle.

Toast, Toast, Toast: Ein Toast mit Bohnen und Würstchen ist am Frühstücksteller der Iren nichts Ungewöhnliches, morgens wichtig aber vor allem eines wichtig: Toast mit gesalzener Butter. Mindestens zwei Toastscheiben müssen es jeden Morgen sein. Oft wird zu Mittag ein Sandwich verzehrt, was einen täglichen „Toastverbrauch“ von mindestens vier Scheiben ergibt. Übrigens landet auf einem irischen Sandwich beinahe alles, was der Kühl- und Küchenschrank hergibt, selbst Chips finden auf diese Weise mittags den Weg in den Magen der Iren.