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Degania und Revivim

  • Kibbutzsekretär mit Degania-T-Shirt

    Der Kibbutzsekretär trägt das Jubiläums T-Shirt mit der Aufschrift: 100 Jahre Degania

  • Kibbutz Degania

    Im hundertjährigen Kibbutz Degania Aleph



"Gordon, der Gründer der israelischen Arbeiterbewegung, hat seinem religiösen Glauben nie abgeschworen, er lebte koscher und legte jeden Morgen Gebetsriemen an. Gordon ist auf dem Friedhof von Degania begraben, so wie Dr. Arthur Ruppin, der Direktor des Jüdischen Nationalfonds, der durch den Landkauf Degania erst möglich gemacht hatte. Neben dem privaten liegt der große nationale Friedhof für viele gefallene Soldaten, hier finden regelmäßig offizielle Gedenkfeiern statt.

Wir kletterten in Jitzchaks kleines batteriebetriebenes Golfwägelchen und fuhren auf einer Palmenallee zwischen leuchtenden Bougainvillea-Büschen durch den Kibbutz. An dem inzwischen mächtigen Baum, der am Tag der Gründung des Staates Israel gepflanzt wurde, hielten wir an und setzten uns auf die Bank unter der Erinnerungsplakette an den Unabhängigkeitstag.
Jitzchak reichte mir eisgekühlte Limonade. Mein Blick ging auf den tiefblauen Spiegel des Kinneret und die Hügel des Golan dahinter. Auf der Uferstraße donnerten Autos, LKWs, Motorräder und Touristenbusse vorbei, einige von ihnen auf dem Weg zur nördlichen Jordanbrücke, wo sich im trüben Jordanwasser gläubige Baptisten ein zweites Mal taufen lassen können.

30 Jahre nach dem Entstehen von Degania gründeten 1943 drei junge Männer, Flüchtlinge aus Deutschland, Österreich und Italien, den ersten Kibbutz des Negev, Tel Zofim, der später Revivim genannt wurde, Tautropfen, nach dem feinen Regen, der im Psalm 65 besungen wird, weil er die Furchen des gepflügten Feldes tränkt und fruchtbar macht.
Die drei Pioniere behaupteten gegenüber den Engländern, die zu der Zeit noch die Herrschaft über das Mandatsgebiet hatten und eine Besiedelung des Negev durch die Juden untersagten, es handele sich um eine landwirtschaftliche Versuchsstation. Schon bald kamen weitere neun und dann noch einmal 30 junge Leute dazu.
1946, in der Nacht nach Jom Kippur, folgten andere junge Menschen ihrem Beispiel und errichteten im Laufe dieser einzigen Nacht weitere 11 Kibbutzim nördlich von Revivim. Das Land dafür hatten ihnen Beduinen-Scheichs verkauft, Salama Ibn Said und Id Ibn Rabia."



Rieber Israel Reisebuch

Textauschnitt aus dem Buch von Gretel Rieber, Israel neu entdecken *, Touren durch das Heilige Land

Fotos zum Kapitel 10 - Degania und Revivim

 

Weiter zum nächsten Kapitel: Wir sind nur Pächter des Landes