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Im Süden von Porto



Brücke Ponte Dom Luis I © Hilbrecht - Reisebuch.de
Die Ponte Dom Luis I verbindet Porto mit Vila Nova de Gaia © Hilbrecht - Reisebuch.de

Inspirierende Brückenkonstruktionen

In schwindelerregender Höhe überspannen sechs Brücken den Douro zwischen Porto und Vila Nova de Gaia und verleihen den Städten ihren charakteristischen Anblick. Zwischen steilen, hohen Granitfelsen windet sich der Fluss kurvenreich auf seinen letzten 20 Kilometern zum Atlantik, was raffinierte Brückenkonstruktionen erforderlich macht. Von massiv bis elegant erreichten die imposanten Bauwerke zu ihrer Zeit so manchen Weltrekord.

Portos Brücken inspirieren zu waghalsigen Mutproben. Beim Red Bull Air Race (www.reisebuch.de/porto82), bilden sie eine spannende Kulisse für akrobatische Tiefflüge. Traditionell springen Jugendliche im Sommer zwischen den fahrenden Ausflugsbooten von der berühmten Ponte Dom Luís I, während unter der jubelnden Menge Geld gesammelt wird. Zur Nachahmung empfohlen ist der Ferienjob mit dem XXL-Adrenalinkick allerdings nicht. Sicherer und ebenso cool ist das Klettern auf dem Bogen der Ponte da Arrábida (www.reisebuch.de/porto83).

Daten, Fakten und Rekorde

Ponte da Arrábida
Die 493 Meter lange und 70 Meter hohe Autobahnbrücke liegt nahe der Douromündung zwischen dem Viertel Arrábida und Vila Nova de Gaia. Projektiert wurde sie 1963 von Edgar Cardoso und war mit 270 Metern Spannweite weltweit die größte Bogenbrücke aus Stahlbeton.

Ponte Dom Luís I
Die majestätische Bogenbrücke wurde 1886 von König Ludwig I. eingeweiht. Nach Plänen von Théophile Seyrig verbaute das belgische Unternehmen Willebroeck 3.000 Tonnen Stahl. Die kühne Konstruktion besitzt zwei Ebenen, von denen die untere die Cais von Vila Nova de Gaia und der Ribeira verbindet und dem Autoverkehr dient. Darüber fährt die Metro zwischen dem Stadtteil Sé und dem Kloster Serra do Pilar. Beide Ebenen sind für Fußgänger begehbar und bieten ein großartiges Panorama. Die Brücke ersetzte die Hängebrücke D. Maria II., die bis auf zwei Pfeiler demontiert wurde. Die Pilares da Antiga Ponte Pênsil stehen noch an den Cais da Ribeira. Beide Brücken nebeneinander kann man auf Fotos einer Raritätensammlung auf www.reisebuch.de/porto84) betrachten.

Ponte do Infante
Die 370 Meter lange und 75 Meter hohe Bogenbrücke von 2003 war ein Gemeinschaftsunternehmen, ist Heinrich dem Seefahrer gewidmet und war ebenfalls ein Weltrekord ihrer Art. Sie soll den Autoverkehr der Ponte Dom Luís I entlasten und kann von Fußgängern genutzt werden. Von hier oben hat man am Nachmittag den schönsten Blick nach Osten auf die beiden Eisenbahnbrücken.

Ponte Maria Pia
Die eingleisige Eisenbahnbrücke wurde von Gustave Eiffel und Théophile Seyrig geplant, ist Portos älteste Brücke und wurde 1877 vom portugiesischen Königspaar Luís I. und Maria Pia eingeweiht. Sie ist 352 Meter lang, über 61 Meter hoch und besaß seinerzeit den größten Mittelbogen. Sie wurde 1991 stillgelegt und durch die Ponte de São João ersetzt.

Ponte de São João
Die zweigleisige Eisenbahnbrücke mit einer Länge von 1.140 Meter plante Edgar Cardoso. Getreu ihres Namens wurde sie 1991 am São João-Fest eingeweiht. Auch diese Brücke stellte einen Weltrekord, und zwar für Brücken mit geradlinigem Durchlaufträger ohne Bogen.

Ponte do Freixo
Die achtspurige Autobahnbrücke ist seit 1995 in Betrieb, wurde von António dos Reis gebaut und dient der Entlastung der Ponte da Arrábida.



Chillige Brückentouren und Flussfahrten

Eine informative Abwechslung und ein schöner Ausflug für Familien ist die 6-Brücken-Fahrt (Cruzeiro das 6 Pontes) auf einem historischen Barco rabelo, bei der die Skylines von Porto und Vila Nova de Gaia mit ihren Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus betrachtet werden können. Die Boote schippern nach Westen fast bis zur Douromündung und von dort nach Osten bis zur letzten Brücke Ponte do Freixo. Besonders romantisch gestaltet sich eine Abendfahrt, wenn beide Städte und die Brücken wunderschön beleuchtet sind.

Die Tour dauert 50 Minuten, das Ticket kauft man am Tickethäuschen vor dem Bootsanleger an den Cais da Ribeira. Man sollte sich vor dem Kauf erkundigen, in welchen Sprachen die Informationen zu den Brücken gegeben werden (www.reisebuch.de/porto85).

Entspannend ist auch die Besichtigung der Brücken während einer Fahrradtour entlang des Flusses. Einen Fahrradverleih gibt es nahe der Bushaltestelle Ribeira (Infante).

Wenn es die Zeit erlaubt, empfiehlt sich eine längere Bootsfahrt in die bezaubernde Landschaft des Douro-Tals. An steilen Hängen werden die verschiedenen Weinreben für die begehrten Douro-Weine in Terrassen angebaut und bieten eine zeitlose, entspannende Kulisse. Auf einer Tagesfahrt zum Beispiel bis Pinhão (ca. 140 km) werden drei Schleusen passiert, um insgesamt 76 Höhenmeter zu überwinden. Die Mahlzeiten werden an Bord eingenommen und am Abend geht es mit dem Bus oder Zug zurück nach Porto.

Augustinerkloster mit coolem Fotospot

Mit der Metro oder am besten zu Fuß überquert man den Douro auf der oberen Ebene der Ponte Dom Luís I von Porto nach Vila Nova de Gaia. Bereits auf dem Weg findet man zahlreiche bezaubernde Perspektiven auf den Fluss und die beiden Städte. Den Hotspot bietet der frei zugängliche Platz vor dem Mosteiro da Serra do Pilar auf der Anhöhe.

Wer noch höher hinaus möchte, besichtigt das Kloster aus dem 17. Jahrhundert in einer geführten Tour. Das majestätische, kreisrunde Bauwerk besitzt einen Kreuzgang aus 36 ionischen Säulen, vergoldete Altäre und ist in Portugal einzigartig. Rund 100 Stufen führen zum Balkon der Kuppel, die am Abend wunderschön beleuchtet wird.

Hinunter zu den Portweinkellern an den Cais von Vila Nova de Gaia geht es durch den Jardim do Morro und 800 Meter durch die schmalen Gassen des Stadtteils Santa Marinha. Alternativ nutzt man die ein wenig teure Seilbahn Teleférico de Gaia, die in fünf Minuten 600 Meter bis zur Avenida de Ramos Pinto schwebt (www.reisebuch.de/porto86).

Unweit der Seilbahntalstation befindet sich das Convento de Corpus Christi (Largo de Aljubarrota, 13), auch Mosteiro de São Domingos das Donas genannt. Das Kloster aus dem Jahr 1345 besitzt ein achteckiges Kirchenschiff, wird heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt und lohnt einen Blick, wenn man in der Nähe ist.