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Mallorca Gesundheitswesen, Seite 2


Neben Son Espases und Son Llatzer in Palma gibt es noch Kliniken in Manacor, wo erst 1997 eine Lücke in der stationären Versorgung des mittleren und östlichen Teils der insel geschlossen wurde, und seit Anfang 2007 ein modernes Krankenhaus bei Inca hinzu. Alle vier sind Vertragskrankenhäuser für Patienten, die der staatlichen spanischen Krankenversicherung Insalud angehören. Probleme gibt es nicht selten mit der Verständigung. Eentgegen der Erwartung, dass in Mallorcas Krankenhäusern, analog zum touristischen Bereich, eigentlich auch mehrsprachiges Personal zu finden sein müsste, ist das selten der Fall. Eigene Spanischkenntnisse bzw. bei betreuenden Angehörigen oder Freunden sind wichtig. Die Kliniken ziehen bei Sprachproblemen aber Dolmetscher hinzu.

Privatkliniken auf Mallorca

Neben den staatlichen Kliniken, Centres de Salut und Fachärzten, die (auch) für die Insalud arbeiten, gibt es mehrere private Krankenhäuser, teilweise unter deutscher Leitung. Diese Kliniken besitzen ein gutes Renommee. Sowohl die Ausbildung des Personals als auch die technische Ausstattung entsprechen internationalem Standard. Dort anfallende Rechnungen müssen aber privat bezahlt werden!



An spanischen Universitäten wurde erst 1991 eine spezielle Fachrichtung für Zahnmedizin eingeführt. Bis dahin qualifizierten sich Studenten nach dem allgemeinen Medizinstudium durch eine kurze Zusatzausbildung zum Facharzt für Zahnmedizin. nur jüngere Zahnärzte, die heute nicht viel älter als 40 Jahre sind, können bereits im eigenen Land ein Vollstudium der Zahnmedizin absolviert haben. Wer will, kann aber als deutscher Resident oder »Dental-Tourist« mittlerweile aus einer ganzen Reihe von deutschen oder deutschsprachigen Zahnärzten auf Mallorca wählen, die mit einem oder mehreren der deutschen Zahnlabors auf der Insel kooperieren.

Die können u.a. wegen der niedrigeren Gehälter in Spanien um 20%-30% günstiger produzieren als bei uns. Deutsche Kassen ersetzen Zahnbehandlungskosten ihrer Versicherten auf Mallorca im Rahmen der auch in Deutschland geltenden Beschränkungen. Da bei niedrigeren Gesamtkosten auch der Eigenanteil der gesetzlich (oder privat) Versicherten geringer ausfällt, macht eine Zahnbehandlung auf Mallorca – für alle Beteiligten – durchaus Sinn.

Deutsche Ärzte

Situation

Neben den spanischen Medizinern praktizierten 2011 weit über 100 deutsche Ärzte auf Mallorca, die fast alle Fachgebiete vom Augenarzt bis zum Urologen abdecken und im wesentlichen von Touristen und den über 50.000 deutschen Residenten in Anspruch genommen werden. Diese dürfen sich über – im Vergleich zu Praxen spanischer Ärzte, die mit der Insalud abrechnen – meist recht modern ausgestattete Praxen freuen.

Nach Fachrichtungen und regionaler Verteilung gegliederte aktuelle Listen der auf Mallorca praktizierenden deutschen bzw. deutschsprachigen Ärzte (und Zahnärzte) findet man in den beiden Wochenzeitungen Mallorca Magazin und Mallorca Zeitung.

Von vielen deutschen Ärzten hört man, dass sie in erster Linie Frust über die heimische Gesundheitspolitik veranlasste, nach Mallorca zu gehen. Manche haben nicht nur auf hohe Einkommen verzichtet, sondern auch auf Ansehen, waren sie doch häufig Inhaber großer Praxen oder Chefärzte. Den Frust haben sie gegen marktwirtschaftliche Freiheit eingetauscht, wohl wissend, dass sie sich möglicherweise finanziell verschlechtern würden.

Konkurrenz

Keiner der deutschen Ärzte auf Mallorca ist bei der staatlichen spanischen Krankenversicherung Insalud Vertragsarzt. Privat zahlende Patienten sind daher in Anbetracht der hohen Dichte ärztlicher Versorgung stark umworben. Und so schalten privat praktizierende, speziell deutsche Ärzte auffällige Anzeigen und listen darin ihr Leistungsangebot (was Ärzten und Zahnärzten in Deutschland untersagt ist).

Gemeinschaftspraxen

Auffällig sind die Gemeinschaftspraxen deutscher Mediziner, die sich mit großen Anzeigen in der Mallorca Zeitung und im Mallorca Magazin und mit eigenen werbewirksamen Websites im Internet präsentieren.
Jedes dieser Häuser bietet ein breites Spektrum an medizinischen Behandlungen mit jeweils eigenen Akzenten.
Die Vorteile dieser Zentren liegen nicht nur in einer Kostenreduzierung dank gemeinschaftlich genutzter technischer Geräte und der Vermeidung von Doppeluntersuchungen, sondern vor allem in einer Bündelung der Kräfte und des Wissens. Hier findet der Patient die Fachleute Tür an Tür, die er sonst häufig an unterschiedlichen Orten separat aufsuchen müsste.

Kosten und Erstattung

Anders als in Deutschland gibt es in Spanien keine feste Gebührenordnung für Ärzte; die Preisgestaltung der medizinischen Leistung ist weitgehend frei. Eine allgemeinmedizinische Behandlung kostet ab €50, Spezialisten verlangen mindestens €75. Apparative und operative Sonderleistungen werden extra berechnet.

Patienten müssen Privatrechnungen zunächst aus eigener Tasche begleichen. Die Privatversicherung erstattet die ausgelegten Beträge gemäß den jeweiligen Tarifbedingungen ganz oder teilweise. Von den gesetzlichen deutschen Krankenkassen werden privat beglichene Arztkosten nur im Rahmen der deutschen Vorgaben erstattet. Dazu gibt es ein eigenes Merkblatt. Oft bleibt ein hoher Eigenanteil beim Versicherten.

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