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Wandern auf Teneriffa, Teil I


Situation

Wandern erfreut sich auch auf Teneriffa zunehmender Popularität. Folgende Regionen weisen die besten Bedingungen auf:

  • Der Inselnorden wird in 1.000-2.000 m Höhe durchzogen von langen, nicht zu steilen Forstwegen durch Kiefernwälder.

  • Im äußersten Osten und Westen Teneriffas (Anaga- und Tenogebirge) verlaufen Bergpfade im steilen Auf und Ab durch dichten immergrünen Loorbeerwald mit vielen Moosen und Farnen. Geröllige Abschnitte hoch über der Küste bieten wunderbare Ausblicke. Teilweise schattige und breite Wanderwege (= selten genutzte landwirtschaftliche Fahrwege) finden sich in den östlichen Teno-Ausläufern oberhalb von Los Silos rund um Erjos.

  • In der Felslandschaft der Cañadas (2.000 m und höher) gibt es neben anstrengenden Höhenpfaden auch weitgehend ebene und einfache Wege für weniger geübte Wanderer.

Dagegen hat der Inselsüden – wenn überhaupt – nur schlecht ausgewiesene, überwiegend schattenlose Wege. Andererseits gibt es dort weniger bekannte Pfade in Gebieten wie dem Barranco Infierno, der Paisaje Lunar, der Montaña Roja und dem Roque Conde, die viele zum »Teneriffa-Muß« zählen. Die eigentlich reizvolle, beigefarbene und teilweise bizarre Tufflandschaft der südlichen Höhenlagen fällt als Wandergebiet praktisch aus. Zwar liegen Wanderkarten in den Rathäusern von Adeje und Arona aus, helfen aber wegen zu großer Maßstäbe und der vor Ort fehlenden Markierungen oft kaum weiter.

Die in dem Reiseführer genauer beschriebenen Wanderrouten befinden sich im Anagagebirge und im Bereich des Teide bzw. der Auffahrten in die Cañadas.

Ausrüstung

Für sie und andere Tagestrips ist eine angemessene Ausrüstung ratsam.

Dazu gehören:

  • knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil für die unterschiedlichen Böden: Geröll, feiner Lavastaub und mitunter feucht-glitschige Erde im Lorbeer- und Kiefernwald.

  • passende Outdoor-Kleidung für feuchtkalte bzw. sommerlich warme Witterung, d.h. wind- und regendichte Jacke, Pullover für alle Fälle; Sonnenschutz für Kopf und Haut.

  • für Notfälle Trillerpfeife und Taschenlampe; Handys funktionieren in einigen Regionen des Anaga nicht.

  • In den Rucksack gehören neben Proviant und viel Trinkwasser/ Saft, eine gute Wanderkarte (möglichst 1:25.000), ggf. ein Fahrplan der TITSA-Inselbusse und Telefonnummern von Taxiunternehmen der Umgebung.

Karten

  • Es gibt 23 Karten im Maßstab 1:25.000 (Mapa Topográfico Nacional de España mit Höhenlinien in 50 m-Schritten). Erhältlich sind sie u.a. in Santa Cruz in der Librería La Isla; Libreria Barbera (Los Christianos) und in der Libreria im Einkaufszentrum Martáanez (Puerto de la Cruz); Preis € 3/Karte. Näheres dazu im Internet unter www.cnig.es oder www.ign.es.GPS-taugliche Kompass-Karte von Teneriffa.

  • Wer es noch genauer wissen will, wendet sich an das Kartographische Institut Grafcan in Santa Cruz.

  • ein Wanderpartner/in; das ist sicherer, speziell auf schwierigeren weiten Routen, und macht zudem mehr Spaß als allein.

Saison

In den Wintermonaten (November-Februar) kann das Wetter an den oberen Hängen der Nordküste unbeständig, neblig-feucht und kühl sein oder binnen Stunden entsprechend umschlagen; In den Sommermonaten (Juni-August) kommt man ganz schön ins Schwitzen, nicht nur bei großen Höhenunterschieden, sondern auch wegen der starken Sonneneinstrahlung in den Bergen., speziell auf den schattenlosen Wegen der Cañadas. Ideale Wandermonate sind also die Monate März-Mai und September/ Oktober. Aber wenn nicht gerade ein Schlechtwettergebiet (Calima oder Sturmtief) über dem Archipel liegt, läßt es sich auch im Winter gut wandern.

Probleme

Nicht klettern, sondern (auch) kraxeln, heißt es auf manchen Wegen. Man muß nicht selten – im Auf und Ab – 1.000 Höhenmeter und mehr durch tief eingeschnittene Barrancos bewältigen. Dazu gehört auf vielen Routen Trittsicher- und Schwindelfreiheit. Wer »einfach mal so« bei – zunächst! – gutem Wetter in Sandalen und T-Shirt losstiefelt, begibt sich auf den Kanareninseln mitunter in tödliche Gefahr.

In den über 2.000 m hohen Cañadas macht die dünne Luft so manchem Flachlandeuropäer schon angeschnallt im Autositz zu schaffen, umso mehr bei körperlichen Anstrengungen. Wer mit der Teide-Seilbahn zur Bergstation fährt und von dort den Gipfel in Angriff nehmen möchte (Registrierung und Erlaubnis vorab notwendig), wird sich wundern, wie schwer in über 3.000 m Höhe das Laufen fällt, speziell bergauf. Der Weg von der Durchgangsstraße auf den Teide-Gipfel (ganz ohne Seilbahn) ist daher auch nur etwas für angepaßte und trainierte Wanderer.

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