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Pyramiden und Museum von Güímar an der Ostküste von Teneriffa



Heyerdahl

Wichtigstes touristisches Ziel im Valle de Güímar sind die erst 1990 entdeckten Stufenpyramiden (weitere stehen in Santa Barbara bei Icod). Um sie herum gestaltete der norwegische Forscher Thor Heyerdahl den Parque Etnográfico Pirámides de Güímar, einen Themenpark zu seiner Theorie, nach der vorgeschichtliche Kulturen weltweit Kontakt miteinander hatten. Vermutungen, nach denen hier der phönizische Königssohn Exekias bestattet ist (oder war) sind bisher nicht belegt.

Entdeckung

1993 wurde Heyerdahl auf die Form von sechs Hügeln in Güímar aufmerksam gemacht, unter deren Erdreich bis zu 50 m x 16m große Stufenpyramiden zu Tage traten. Sie haben einen rechteckigen Grundriß, der sich in 4-7 Stufen verjüngt.

Interpretation

Kanarische Bauern – so glaubte man früher – hätten diese Steinhaufen von ihren Feldern aufgesammelt, um den kargen Boden besser bearbeiten zu können; auch das Stapeln der Steine zu Stützmauern für Terrassenfelder ist inselweit an den Hängen seit Jahrhunderten Usus.

Erkenntnis

Erst Heyerdahls Vermessungen ergaben, dass die Steinhaufen mit großer Präzision errichtet worden waren. Der unebene Felsgrund war abgeflacht, um die beschlagenen Lavasteine besser schichten zu können, und die Pyramidenkanten konnten nur mit Hilfe von Bändern so schnurgerade entstanden sein. Die Eck- und Basissteine sind besonders sorgfältig bearbeitet, wie man an der Universität La Laguna herausfand.



Religiöse Stätten?

Für Heyerdahl ist der Standort der Stufenpyramiden im Güímartal ein Beleg für ihre religiöse Bestimmung, gilt es doch seit jeher als Valle Sagrado, als heiliges Tal, nicht erst seit dem Fund der Schwarzen Madonna (1390).

Wer von hier Richtung Teide schaut, erkennt eine klaffende Lücke im Kraterrand der Cañadas, durch die die widerstreitenden »roten Elemente« sichtbar werden. Nicht nur die lebensspendende gute Abendsonne vom Himmel, sondern auch das »zerstörende Böse« des Feuergottes Guayota aus dem Höllenschlund des Vulkans.

Bauweise

Ferner hat jede Pyramide oben eine Plattform mit Kieseln und eine Außentreppe in der westlichen Stufenwand, so dass man beim Besteigen der aufgehenden Sonne entgegenschreitet. Auch die abgestuften Tempelanlagen der Inkas und Mayas repräsentieren den stufenförmig gedachten Aufbau des Kosmos. Sie dienten nicht wie bei den Ägyptern als Gräber, sondern kultischen Handlungen, bei denen man dem Himmel näher sein wollte.

Ausstellung

Auf dem Parkgelände befindet sich – neben dem Besucherzentrum mit Cafetería  und Shop – in einer altkanarischen Finca ein ethnologisches Museum und ein  Auditorium, in dem ein 15- Minuten-Film über Heyerdahls Ozeanfahrten und seine  Theorien gezeigt wird. Ferner gibt es eine Replika der legendären RA II, dem Papyrus-Segelschiff, mit dem Thor Heyerdahl 1970 den Atlantik überquerte. Vier  Aymara-Indianer von der kleinen bolivianischen Insel Suriki, hatten eigens für dessen Bau Totora-Schilf vom Titicacasee hierhergebracht und 1999 dieses riesige Segel-Kanu nach Art der Tiahuanaco-Inkas rekonstruiert.

Parque Etnografico © by Hans-R. Grundmann - Reise-know-how - Verlag
Stufenpyramide im Parque Etnografico

Parque Etnográfico Pirámides de Güímar, Calle Chacona; täglich
9.30-18 Uhr (nur nicht 25.12 & 01.01.), letztes Video 17.30 Uhr Tel.: 922-514510; Eintritt € 10,40, Kinder € 5,20. Audio-Führungen (+ € 1,70, 8 Sprachen) vermitteln Heyerdahls Theorie.

Internet

www.piramidesdeguimar.net

• Von der Autobahn Salida #11, Güímar, dann ausgeschildert

• Von der Autobahn Salida 10, Arafo, dann an der großen Kreuzung in La Hidalga links in die Straße nach Güímar biegen oder bei Einfahrt in Arafo unterhalb des modernen Marktes links in die TF 525 nach Güímar, dann ausgeschildert.