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Ausgangspunkte und Bummelstrecken

Rundgang

Die Plaza de España (1) ist der günstigste Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung. Alle drei folgenden Rundwege (die historische Altstadt-Schleife, ein kleiner und ein großer Rundweg) werden deswegen von der Plaza España aus beschrieben.

Wer mit dem Bus am ZOB (Estación de Guaguas/Intercambiador ankam oder sein Auto dort bzw. am Mercado parkte, muss zunächst den Barranco de Santos überqueren. Am Ende der Barrancobrücke hat er zwei Möglichkeiten: entweder geht er weiter geradeaus und steigt bei der Calle de Castillo in die kleine bzw. große Runde ein, oder er geht am Brückenende gleich rechts die Treppe hinab und besucht zunächst die Punkte 11, 12 und 10 der Altstadtschleife, um danach zur Plaza de España, dem Ausgangspunkt der kleinen und großen Runde, zu gelangen.

Zentralgebiet

Wer eine Stadtbesichtigung auf eigene Faust gestalten möchte, kann sich auf das Gebiet zwischen Plaza España, Mercado, Plaza de Toros und den Parque García Sanabria beschränken. Innerhalb dieses ca. 600 m x 1000 m großen Rechtecks befinden sich fast alle Sehenswürdig- und Annehmlichkeiten.

Shoppingbummel

Für eine reine Shopping-Stippvisite findet man die meisten Geschäfte entlang der Calle de Castillo mit ihrer Verlängerung, der Rambla Pulido. Die meisten kleinen Spezialgeschäfte und Cafés liegen in der Fußgängerzone zwischen der Plaza del Príncipe und dem Parque García Sanabria. Warenhäuser und Supermärkte.

Abendbummel

Vor der abendlichen »Heimfahrt« reizt vielleicht ein Bummel entlang der Avda Marítima (auch Avenida Anaga genannt).

Plaza de España (1)

350 Jahre lang stand hier die Festung San Cristóbal (1575), das älteste Kastell der Stadt. Es war Glied einer fast 10 km langen Festungskette vom Castillo de San Juan (heute Teil des Parque Marítimo, 23) nach Nordosten, um die Küste bis San Andrés zu schützen. 1929 wurde sie abgetragen und 1944 das beliskartige Kreuz »Monumento de los Caídos« errichtet, ein Mahnmal für die im spanischen Bürgerkrieg 1936-39 gefallenen Frankisten.

Neugestaltung

Die erste Bauphase, um Santa Cruz mehr zum Atlantik zu öffnen, schlossen Herzog & De Meuron 2008 mit der Neugestaltung der Plaza España ab: Ein kreisrunder »Lago« mit Meerwasser-Fontäne weitet den Blick über das Becken auf den Hafen und das Anaga-Gebirge. Rundherum enstanden Pavillons (Infobüro, Kunsthandwerk, rekonstruiertes Stadttor) mit baumbeschatteten Parkbänken und Spielplatz auf sandigem Grund. Dem gegenüber begrenzen Bauten der 1930er-Jahre (Cabildo/ Uhrenturm und die Post (Correos)) das neue Herz- und Prunkstück der Hauptstadt sowie – hin zur ansteigenden Plaza Candelaria – einige Cafes (schön das Atlántico im Jugendstil). Abends wird die Plaza zum Traum, denn die vielen tropfenförmigen Lampen wirken wie ein Firmament.

Altstadtschleife

Rundgang mit Kartenpunkten 1-10-11-12-13-14-3-1

Plaza de la Iglesia (10)

Verlässt man die Plaza España zwischen Correos und Cabildo nach Süden, erweitert sich die Avda Bravo Murillo nach rechts zur Plaza de la Iglesia. Dieser Platz mit umzäuntem Grün gehört zum ältesten Teil der Stadt. Rechts oben an einer Fassade kündet eine Inschrift von der Vergangenheit als Tabakfabrik. Jetzt sind darin Bingo-Spielsäle untergebracht.

Iglesia de la Concepcion © by Hans-R. Grundmann - Reise-know-how - Verlag
Iglesia de la Concepción

Iglesia Nuestra Señora de Concepción (10) 

Die Kirche Iglesia Nuestra Señora de la Concepción ist weithin an ihrem markanten Turm, dem Wahrzeichen von Santa Cruz zu erkennen. Manchen Urlaubern aus Las Américas/Costas Adeje wird er bekannt vorkommen, denn eine Replik krönt das Edel- Hotel Bahía del Duque. Vom achteckigen Turmaufsatz wurden früher Brände und Piraten ausgespäht. Die Kirche ist das einzige in Santa Cruz erhaltene Beispiel für die kanarische Ausformung des barocken Baustils (hölzerne Balkone, Walmdächer mit Mönch-Nonne-Dachpfannen).

1502 stand an dieser Stelle eine kleine Pfarrkirche, die 150 Jahre darauf ausbrannte. Die neue Concepción von 1653 wurde erst nach und nach auf fünf Kirchenschiffe erweitert, die wie Bauklötze etwas versetzt aneinander stehen.

Innenraum

Die unbemalte Kassettendecke aus dunklem Holz, der braunrote Stein der Säulen und Mauerecken und das gedämpfte Licht, das durch die bunten Glasfenster einfällt, geben dem Hauptschiff eine warme Atmosphäre. In einigen Kapellen sind die Decken kunstvoll bearbeitet und bunt bemalt. Neben kleineren Silber oder Gold-Altären sind die Silberarbeiten des barocken Hochaltars bemerkenswert. In einer Seitenkapelle steht das mit Silber beschlagene Kreuz des Teneriffa-Eroberers Alonso de Lugo.
Messen 9, 13, 19.30 Uhr, So 9, 11, 12, 13, 18, 20 Uhr

Altkanarisches Viertel (11) 

Dem Hauptportal der Kirche gegenüber liegt das altkanarische Carree Noria. Die Calle Antonio D. Alfonso (keiner kennt sie beim Namen, alle sagen »Noria«) hat sich zu einem attraktiven Treffpunkt entwickelt. Immer schon waren dort in den kleinen Häuschen die Karnevals-Musikgruppen (Murgas) ansässig. Jetzt ist das Viertel bunter geworden. Nicht nur die Häuser haben kräftige Farben. Die Menschen, die sich in den immer zahlreicher werdenden Tapa-Restaurants und Bars mit Discotouch amüsieren, kommen aus allen Altersgruppen und Schichten.

Modernes Design zeigt das Los Reunidos, das Mojos y Mojitos und das Dräkkar. Sáffron y Porron gibt sich urspanisch, das Bulan ist gemütlich, beliebt ist seine Bar auf dem Dach. Hip ist die Bar Arcos de Noria (mit dem Italiener Tucco). Liebhaber irischer Kneipen kommen im Murphy (Plaza de la Constitución) an ihr Guiness. Alle Lokale sind bis spät in die Nacht geöffnet, mittags aber nur einige; Do/Fr/Sa die meisten schon ab 13 Uhr.

Um die Ecke (Calle Ismeldo Seris/ Calle Candelaria) liegt das Restaurant Noria mit guter kanarischer Küche; € 20; Tel. 922-292042, täglich 12-16 Uhr und ab 20 Uhr. Am oberen Ende der Häuserzeile geht es treppauf zur Brücke Puente Serrador und oben entweder links über den Barranco de Santos zum Mercado (13) oder rechts zum Centro Recova/Teatro Guimerá (14).

Alternativ dazu wartet das Museo de Naturaleza y de Hombre (für Natur und
Anthropologie). Es liegt unten auf Höhe der Kirche Concepción (andere Barranco-Seite in der Calle Fuente Morales).

Museo de la Naturaleza y el Hombre (12)

Das klassizistische, frühere Militärhospital informiert vorbildlich über Teneriffas Ureinwohner (Guanchen), aber auch über Flora, Fauna und Geologie der Kanaren. Zu archäologischen Themen wurden Exponate aus aller Welt zusammengetragen.

Neben Guanchen-Mumien und ihren primitiven Werkzeugen wird auch der 30 cm große sog. Zanata-Stein/Lanzarote (2. Stock, Area 2) gezeigt. Umstritten ist, ob er vom Berberstamm Zanata graviert wurde, von denen die Guanchen abstammen.

Jede Abteilung führt ein Info-Blatt (Deutsch). Guter Museums-Shop mit Buchladen; € 3, Di-So 9-19 Uhr.

TEA-Kulturzentrum (12a) 

Oberhalb des Museums erstreckt sich bis zum Mercado das Zentrum für zeitgenössische Kunst, TEA (Tenerife Espacio de las Artes, auch: Instituto Cultural Óscar Domínguez) von Herzog & De Meuron. Außen eher dunkel und abweisend, innen aber lichtdurchflutet, sind die Säle auf mehreren Ebenen durch trapezförmige Rampen und freitragende Treppen verbunden - ein erhebendes Raumgefühl stellt sich ein.

Werke des Surrealisten Óscar Domínguez und namhafter kanarischer Künstler sind vertreten; auch das Centro de Fotografía und die Biblioteca Municipal (mit freiem Internet) fanden hier ihren Platz; Di-So 10-20 Uhr Sa/So zu; Eintritt € 5. Tel. 922-849057; www.teatenerife.es.

Mercado de Nuestra Senora © by Hans-R. Grundmann - Reise-know-how - Verlag
Mercado de Nuestra Señora

Mercado de Nuestra Señora de Africa (13) 

Nicht nur von außen wirkt das terracottafarbene maurische Gebäude des Mercado de Nuestra Señora de Africa wie aus 1001 Nacht. Auch das Treiben an den bunten Marktständen – schattig hinter umlaufenden Arkaden – erinnert an einen Basar und offenbart einmal mehr, wie sehr die Kanaren mit einem Bein in tropischen Breiten stehen; auch sonntags, wenn ringsum Flohmarkt ist. Exotische Früchte, mediterrane Pflanzen und seltene Gewürze ferner Länder liegen liebevoll sortiert neben Birnen, Bohnen und Speck. Käsefans sollten die kanarischen Schafs- und Ziegensorten beachten. Der herzhaftere Geschmack der lokalen (=del pais) gelb-grünen Orangen, Papas und Bananen wurde schon im Kapitel »Essen und Trinken« erwähnt.

Fischstände und Supermarkt befinden sich im Souterrain. Die Tinerfeños kaufen uns »spanisch« anmutende Meerestiere: Muränen, meterlange silbrige Plattaale und Dornhai (Tollos), Kraken (Pulpos), unbekannte Krebs- und Langustenarten. An unkundigen Touristen verdienen die Händler gern und gut.

Churros 

In Kakao getunkte Churro-Spritzkuchenstangen gibt’s in der Bar Presidente in der linken Frontfassaden-Ecke des Gebäudes oder schräg gegenüber des Portals neben der Ferreteria. Am Sonntag Morgen stehen Canarios dort Schlange.

Marktöffnung: täglich 6-15 Uhr (Mo weniger Stände).

Sonntäglicher Flohmarkt (13) 

An der Südseite des Mercado, am Lava-Betonklotz der Presidencia Gobierno Canarias, bauen die Tinerfeños sonntags bis 13 Uhr Stände auf. Holzschnitzwerke, Billigklamotten und viel Nippes. Erlesenes sucht man vergeblich, aber Trödlerfans kommen hier auf ihre Kosten.

La Recova (14) 

Wer dem Mercado-Portal (wieder) den Rücken kehrt, gelangt hinter der Brücke (Puente Serrador) rechts (Calle Miraflores) zum Centro de Arte la Recova und zum dahinterliegenden Teatro Guimerá – beide mit klassizistischer Fassade. Die Recova, früher Markthalle, hat wechselnde Ausstellungen; Tel. 922-290735; Di-Sa 10-13 und 17-20, So 11-13 Uhr; aber auch ausstellungsbedingt.

Teatro Guimerá (14)

Die sieben Musen oberhalb der Portale weisen auf die Bedeutung des Gebäudes für Teneriffa hin. Benannt nach dem in Santa Cruz geborenen Schriftsteller und Poeten Angel Guimerá (1845-1924) war es lange kultureller Insel-Mittelpunkt für Theater und Konzerte, die heute aber mehr im kühnen Auditorium stattfinden.

Nach der Umrundung von Recova und Theater erreicht man die links vom Mercado kommende Calle Valentin Sans, die rechts bei EL GLOBO auf die Calle del Castillo trifft. Folgt man der Castillo bergan, findet man Anschluss an die im Folgenden beschriebene kleine oder große Runde (bergab führt sie wieder auf die Plaza España), folgt man der Calle Valentin Sans geradeaus, gelangt man zur Plaza Príncipe (6) mit ihren Cafés.

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