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Los Christianos © by Hans-R. Grundmann - Reise-know-how - Verlag
Los Christianos

Los Christianos/Las Américas/Costa Adeje Überblick

Verwaltung

Das größte Touristenzentrum der Insel liegt auf einer Landnase im Süden der Westküste. Es erstreckt sich über einen 10 km langen Küstenstreifen und wird von den beiden oberhalb liegenden Gemeindestädtchen Arona und Adeje verwaltet.

Entstehung

Diese Touristen-Großstadt (bei voller Auslastung über 200.000 Menschen) beidseitig der Autobahn entstand nicht durch ganzheitliche Planung, sondern durch ständiges Hinzufügen von Neubaugebieten. Eine Orientierungshilfe tut deswegen Not.

10 km Küstenpromenade

Von Los Cristianos, Aronas ehemaligem Fischerhafen, wuchsen die Hotels Richtung Osten bis zum Vulkanberg Guaza. Er bildet mit seinen 428 m Höhe den Schlusspunkt der touristischen Ausdehnung. Richtung Nord(westen) schloss die Bebauung beim Barranco del Rey längst an die Bettenburgen der Gemeinde Adeje an, wo die Retortenstadt Las Américas entstand. Und in 30 Jahren unentwegter Bautätigkeit entstand nördlich von Las Américas schließlich noch die Costa Adeje genannte Region. Sie erstreckt sich 4 km nach Norden bis zum Fischerdorf La Caleta. Nach und nach wurde eine heute 10 km lange Uferpromenade vom Berg Guaza bis La Caleta angelegt, die – von Süden nach Norden – die folgenden Stadtteile übergangslos miteinander verbindet:



Die Bereiche

Los Cristianos

Los Cristianos besitzt einen modernen kleinstädtischen Stadtkern. 2-4stöckige Wohnhäuser stehen entlang von Paseos, Straßen, die zu Fußgängerpassagen umgestaltet wurden. Trotz des quirligen Touristentreibens hat man dort noch einen schwach urbanen Eindruck. Im Küstenabschnitt südöstlich des alten Kerns verläuft die Bebauung wenig strukturiert bis zum Berg Guaza.

Los Morritos

Auf der anderen Seite, westlich des Hafens und der Playa Las Vistas, liegt das »neuere« Las Américas auf einer Landzunge: Los Morritos. Man hört diesen Namen kaum, sondern benennt seine Fokusse: Die Hotels Santiago I-IV, Kongresszentrum und das EKZ Safari. Aufwendige Hotelanlagen stehen auf einer breiten Palmenallee mit Durchgangsverkehr. Nur Stichstraßen führen zur Promenade am Meer. Dieses Konzept orientiert sich an Florida und der Karibik: Die Hotelanlage als zentraler Urlaubsort.

Las Americas

Das »alte« Las Américas aus der ersten Bauphase zu beiden Seiten des erwähnten Barranco del Rey (der Gemeindegrenze zwischen Arona und Adeje) wird beherrscht von einfallslosen Hochhausklötzen mit Wabenbalkonen und wenig Grünflächen. Das eher schäbige Vergnügungsviertel (Veronicas) und die ehemalige Hauptverkehrsader Avenida Rafael Puig sind Relikte des Massentourismus der 1970er-Jahre. Letztere wurde zu einer breiten begrünten Promenade mit nur einer Einbahnspur umgestaltet.

San Eugenio/Torviscas

Die nördlich angrenzenden Stadtteile San Eugenio und Torviscas sind nur wenig später entstanden und kranken an den gleichen Syndromen einer ungeheuer dichten und konzeptlosen Bebauung mit nur knappen Grünflächen als Feigenblättchen. Vor allem in dieser Region schwappt die Bebauung weit über die Autobahn hinaus und zieht sich mit Würfel-Apartments die Hänge hinauf (Ortsteil Colina Blanca).

Fanabé

Nördlich von Torviscas, im Stadtteil Fañabé, wandelt sich die Szenerie und wird großzüger. Zwischen 1985 und 1995 wurden kleinere, flachere Hotel- und Apartmentanlagen mit mehr Grünflächen errichtet. Durch Rundbauten um den Gemeinschaftspool entstanden in sich geschlossene Gebäudekomplexe, zwischen denen nur Stichstraßen oder Fußgängerpassagen zum Meer führen – meist mit Ladenzeilen und Straßencafés.

Costa Adeje

Im letzten Küstenabschnitt bis zum früheren Fischerdorf La Caleta schließen sich Luxushotels der neueren Architektur an. Allen voran das Gran Hotel Bahía del Duque, ein Ferien-Mikrokosmos im Disneystil. Weitere Edelquartiere mit weitläufigen Gartenund Poolanlagen sowie luxuriösen Shoppingcenters in durchgestyltem Outfit dokumentieren Teneriffas noch junges Streben, vom Massentourismus alten Typs wegzukommen.

Verbindende Promenade

Der Charakter der Stadtteile spiegelt sich wieder in der Gestaltung der Strandpromenade, die hier alle Bereiche verbindet. Die alten Regionen sind bunt, eng und dicht bebaut mit Kneipen, Discos, Läden und T-Shirt Shops. Aufgelockerte und gün gestaltete ruhige Abschnitte bestimmen dagegen in den neueren Ortsteilen wie Los Morritos und Fañabe bis nach La Caleta das Bild.

Strände

Die Strände im Süden gehören nicht zur Natur, sondern zur Architektur und Stadtplanung nach dem Motto: neue Viertel brauchen neue Strände! Diese aufgeschütteten oder erweiterten und durch Molen gesicherten Playas reichen für die Touristenmengen bei hoher Belegung nur aus, weil viele den Hotelpool vorziehen. Generell gilt: je feiner und neuer der Stadtteil, desto großzügiger und begrünter ist der künstliche Strand.

Restaurants

Die Speisekarten sind in diesem Bereich durchweg mehrsprachig und bebildert, aber uniform. Nicht nur die Küchen der Besucher- Heimatländer, sondern alles ist vertreten, was es bei uns in den Großstädten auch gibt. Los Cristianos und Las Américas verfügen über gute und Spitzenrestaurants auch außerhalb teurer Hotels. Sie liegen oft versteckt; man findet sie nicht im Vorübergehen. Es lohnt die Lektüre von Restaurantführern, wie »Que Bueno« oder »La Ruta del Buen Yantar«, beide im Buchhandel erhältlich, etwa €12, ersteres auch in Englisch. Als Geheimtipps gelten vor allem Lokale, die außerhalb der reinen Touristengebiete liegen und hauptsächlich von Einheimischen besucht werden. Um diese Empfehlungen wahrzunehmen, muss man in fast allen Fällen ein Taxi nehmen oder einen Mietwagen haben.