Wie Reisende grundsätzlich zwischen Bargeld, Kreditkarte und digitalen Zahlungsmitteln wählen, erläutert reisebuch.de ausführlich im Ratgeber Sicher bezahlen auf Reisen: Karten, Bargeld oder digitale Alternativen?. In diesem Beitrag geht es dagegen um die zweite Frage: Wie verhindert man, dass Verlust, Diebstahl oder ein kompromittiertes Smartphone die gesamte Reisekasse auf einmal lahmlegen?
Das Wichtigste vorweg
Die beste Absicherung besteht nicht aus einem besonders raffinierten Geldversteck, sondern aus Trennung und Redundanz. Bargeld, Karten und digitale Zugänge sollten so verteilt sein, dass der Verlust einer Tasche oder eines Smartphones nicht gleichzeitig sämtliche Zahlungsmöglichkeiten beseitigt.
Bewährt hat sich ein Drei-Ebenen-Prinzip:
- Tagesbedarf: etwas Bargeld und eine Karte griffbereit
- Reserve: zweite Karte und Bargeld getrennt aufbewahren
- Digitaler Zugang: Smartphone, Banking und Zahlungsfunktionen besonders absichern
Die zweite Karte gehört also gerade nicht neben die erste ins Portemonnaie. Wer sich generell gegen Taschendiebstahl, Trickdiebstahl und Diebstahl aus Unterkünften absichern möchte, findet ergänzende Hinweise in unserem Beitrag Diebstahl auf Reisen vermeiden.
Bargeld: nicht zu viel – aber auch nicht ganz ohne
Bargeld ist auf Reisen keineswegs überholt. Technische Störungen, nicht akzeptierte Karten oder ein ausgefallenes Smartphone können auch dort vorkommen, wo elektronische Zahlungen normalerweise selbstverständlich sind. In manchen Ländern und insbesondere in ländlichen Regionen bleibt Bargeld weiterhin wichtig.
Wie unterschiedlich die Situation sein kann, zeigt beispielsweise Großbritannien, wo kontaktloses Bezahlen inzwischen stark dominiert. In den USA und Kanada wiederum sind Karten ebenfalls Standard, Bargeld kann für kleinere Ausgaben aber weiterhin sinnvoll sein.
Größere Bargeldbestände sind dagegen unnötiges Risiko: Gestohlene Banknoten lassen sich weder sperren noch zurückholen.
Für viele Reisen genügt eine Bargeldreserve für etwa ein bis zwei Tage. Wie hoch sie ausfallen sollte, hängt vom Ziel ab. Wer durch dünn besiedelte Regionen fährt, benötigt möglicherweise mehr Reserve als bei einer Städtereise nach London, Amsterdam oder Stockholm.
Wer unsicher ist, welchen Gegenwert ein Betrag in Landeswährung tatsächlich hat, kann unterwegs den Währungsrechner von reisebuch.de nutzen.
Auch das Bargeld sollte aufgeteilt werden:
Im Portemonnaie: nur der voraussichtliche Tagesbedarf
In der Unterkunft: der größere Teil der Reserve
Bei gemeinsam Reisenden: möglichst auf zwei Personen verteilen
Ein Portemonnaie mit 500 Euro Bargeld, zwei Kreditkarten und allen Ausweisen ist bequem – allerdings vor allem für den Dieb.
Zwei Karten sind erheblich besser als eine
Eine einzige Kredit- oder Debitkarte ist insbesondere auf längeren Reisen eine unnötige Schwachstelle. Sie kann verloren gehen, vom Geldautomaten einbehalten, vorübergehend gesperrt oder in einzelnen Betrieben nicht akzeptiert werden.
Sinnvoll ist deshalb:
- eine Karte für den täglichen Gebrauch,
- eine zweite Karte als Reserve,
- nach Möglichkeit Karten verschiedener Banken,
- getrennte Aufbewahrung.
Bei Fernreisen kann zusätzlich eine Kombination verschiedener Kartensysteme sinnvoll sein.
Für eine erste Reise in die USA empfiehlt sich eine Reservekarte ganz besonders. Dort ist die Kreditkarte vielerorts das zentrale Zahlungsmittel und wird auch bei Mietwagen und Hotels benötigt.
Kreditkarte für Hotel und Mietwagen nicht vergessen
Debitkarte und Kreditkarte sind auf Reisen nicht immer gleichwertig. Besonders bei Hotels und Mietwagen kann ein ausreichender Kreditrahmen entscheidend sein.
Hotels verwenden Kreditkarten häufig für Garantien und Vorautorisierungen. Was dabei geschieht und welche Zahlungsart sich wann eignet, erläutert unser ausführlicher Ratgeber Bezahlen im Hotel: Welche Zahlungsart ist sinnvoll?.
Noch kritischer kann die Situation beim Mietwagen werden. Für Kautionen akzeptieren Vermieter teilweise keine Debit- oder Prepaidkarten. Wer beispielsweise einen Mietwagen auf Mallorca übernimmt, sollte deshalb die Bedingungen des Vermieters vor der Reise genau prüfen. Auch bei Mietwagenreisen durch die USA spielt der verfügbare Kreditrahmen eine wichtige Rolle.
Die Reservekarte sollte deshalb nach Möglichkeit ebenfalls einen ausreichenden Kreditrahmen besitzen.
Das Hauptkonto muss nicht mit auf Reisen
Wer sein finanzielles Risiko weiter reduzieren möchte, kann für Reisen ein separates Konto verwenden und nur den benötigten Betrag darauf bereithalten.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Wird eine Karte ausgespäht oder der Zugang kompromittiert, ist nicht automatisch das gesamte verfügbare Vermögen betroffen.
Ein bloßes Unterkonto innerhalb desselben Onlinebankings bietet allerdings weniger Schutz, wenn ein Täter Zugriff auf den kompletten Banking-Zugang erhält.
Vor Reisebeginn lohnt daher ein kurzer Sicherheitscheck:
- Bargeldabhebungslimit prüfen
- Kartenlimit kontrollieren
- Überweisungslimit reduzieren
- Umsatzbenachrichtigungen aktivieren
- Auslandseinsatz der Karten kontrollieren
- Telefonnummern für Kartensperrungen notieren
Wer seine Urlaubskosten generell besser kalkulieren möchte, findet im Bereich Reise Infos außerdem Währungsinformationen, Trinkgeldhinweise und weitere praktische Reisehilfen.
Geldautomaten: nicht nur auf Gebühren achten
Beim Geldabheben im Ausland geht es nicht nur darum, ob ein Automat Geld ausgibt, sondern auch zu welchem Kurs und zu welchen Gebühren.
Besonders die sogenannte Dynamic Currency Conversion kann teuer werden. Dabei bietet der Automat an, den Betrag direkt in Euro statt in der jeweiligen Landeswährung abzurechnen. Diese vermeintliche Bequemlichkeit kann mit einem ungünstigen Wechselkurs verbunden sein.
Mehr zu diesen Gebührenfallen enthält unser Ratgeber Sicher bezahlen auf Reisen.
Grundsätzlich sind Geldautomaten von Banken meist die bessere Wahl als frei stehende Automaten unbekannter Betreiber in touristischen Zentren.
Auch hier gilt: Nicht den gesamten benötigten Reisebetrag auf einmal abheben, nur um einige Euro Gebühren zu sparen. Ein großer Bargeldbestand erhöht wiederum das Verlustrisiko.
Das Smartphone ist heute Teil der Reisekasse
Ein gestohlenes Smartphone ist inzwischen wesentlich problematischer als noch vor einigen Jahren. Auf dem Gerät befinden sich häufig:
- Banking-App
- TAN-Verfahren
- Kreditkarten
- Apple Pay oder Google Wallet
- E-Mail-Konto
- Buchungsbestätigungen
- Hotel- und Flugtickets
- Ausweiskopien
- persönliche Kontakte
Damit wird das Telefon zum zentralen Zugangspunkt der gesamten Reiseorganisation – und häufig auch der Finanzen.
Eine kurze Geräte-PIN wie 1234 oder das eigene Geburtsjahr reicht dafür nicht aus. Sinnvoll sind eine längere PIN oder ein sicheres Passwort sowie biometrische Sicherung.
Zusätzlich sollten vor der Abreise Fernortung und Fernsperrung eingerichtet werden.
Auch eine funktionierende mobile Datenverbindung kann im Ernstfall wichtig sein. Für längere Auslandsreisen kann deshalb eine eSIM für internationales Reisen sinnvoll sein; für Nordamerika gibt es zusätzlich unseren speziellen Ratgeber zur eSIM für die USA.
Öffentliches WLAN: beim Banking besonders vorsichtig
Kostenloses WLAN in Hotels, Flughäfen, Bahnhöfen und Cafés ist praktisch. Für sensible Anwendungen ist ein unbekanntes öffentliches Netz jedoch nicht die erste Wahl.
Wer Onlinebanking nutzen oder auf andere sensible Konten zugreifen muss, sollte nach Möglichkeit die eigene Mobilfunkverbindung verwenden.
Ausführlicher beschäftigt sich reisebuch.de mit den Risiken in Acht Tipps für die Nutzung öffentlicher WLAN-Netze auf Reisen. Dort geht es unter anderem um manipulierte Netze, Datenschutz und sichere Verbindungen.
Ebenfalls wichtig: Banking-Seiten nicht über Links aus E-Mails oder SMS aufrufen. Eine angebliche Nachricht der Bank, die plötzlich eine Kontobestätigung oder erneute Anmeldung verlangt, sollte grundsätzlich misstrauisch machen.
Mobile Payment ist nicht das eigentliche Problem
Apple Pay, Google Wallet und andere digitale Bezahlsysteme sind nicht grundsätzlich unsicherer als eine Plastikkarte. Entscheidend ist vielmehr, wie gut das Smartphone selbst geschützt ist.
Problematisch wird die Sache vor allem dann, wenn ein Reisender ausschließlich auf sein Smartphone angewiesen ist.
Wer Bordkarte, Hotelreservierung, Kreditkarte, Onlinebanking, Tickets und Notfallkontakte nur auf einem einzigen Gerät gespeichert hat, riskiert beim Verlust nicht nur den Preis des Telefons.
Deshalb sollte zumindest eine physische Reservekarte unabhängig vom Smartphone verfügbar bleiben.
Wertsachen im Hotel: Der Safe hilft – aber er ist kein Tresorraum
Geld, Reservekarten und Pässe im Hotelzimmer offen liegen zu lassen, ist keine gute Idee. Der Zimmersafe ist in vielen Fällen die bessere Lösung, bietet allerdings keinen absoluten Schutz.
Unser älterer, aber in diesem Punkt weiterhin nützlicher Ratgeber Wertsachen im Urlaub sicher verwahren zeigt die Vor- und Nachteile verschiedener Aufbewahrungsmöglichkeiten.
Auch der ausführliche Beitrag Diebstahl auf Reisen vermeiden behandelt speziell Diebstähle aus Hotels und Unterkünften.
Ein vermeintlich originelles Versteck – Bargeld im Kulturbeutel, in einer Socke oder zwischen Kleidungsstücken – bietet dagegen wenig verlässlichen Schutz. Zudem besteht die nicht ganz theoretische Gefahr, die eigene Reserve beim Auschecken zu vergessen.
Im Auto grundsätzlich keine Reisekasse zurücklassen
Ein Mietwagen ist kein Safe. Portemonnaie, Bargeld, Ersatzkarten, Reisepass und Smartphone sollten nicht sichtbar und möglichst überhaupt nicht unbeaufsichtigt im Fahrzeug bleiben.
Gerade bei Rundreisen ist das nicht immer einfach. Wer mit dem gesamten Gepäck unterwegs ist, sollte daher zumindest Bargeld, Karten und Dokumente getrennt verteilen und die wichtigsten Wertsachen mitnehmen.
Mehr zum Umgang mit typischen Problemen unterwegs enthält unser Beitrag Wenn die Reise schiefläuft – Pannen und Missgeschicke im Urlaub.
Gemeinsam reisen: Geld und Karten auf beide verteilen
Paare und Familien haben gegenüber Alleinreisenden einen einfachen Sicherheitsvorteil: Sie können Zahlungsmittel verteilen.
Statt dass eine Person sämtliche Kreditkarten und das Bargeld trägt, sollte beispielsweise jeder eine Karte und etwas Bargeld dabeihaben.
Noch sinnvoller:
Person A: Hauptkarte + etwas Bargeld
Person B: zweite Karte + etwas Bargeld
Unterkunft: zusätzliche Bargeldreserve
Wird eine Tasche gestohlen, bleibt die Reisekasse zumindest teilweise erhalten.
Wer allein unterwegs ist, muss diese räumliche Trennung durch Unterkunft, Gepäck und körpernah aufbewahrte Zahlungsmittel ersetzen. Weitere allgemeine Hinweise für Auslandsreisen bietet unser Ratgeber Sicher und sorgenfrei im Ausland unterwegs.
Karte gestohlen oder verloren: jetzt zählt Geschwindigkeit
Ist eine Karte verschwunden, sollte sie unverzüglich gesperrt werden. Viele Banken ermöglichen dies direkt über ihre App. Zusätzlich sollte die jeweilige Sperrnummer des Kreditinstituts vor der Reise separat notiert werden.
Wichtig: Die Notfallinformationen dürfen nicht ausschließlich im Smartphone gespeichert sein. Genau dieses Gerät könnte ebenfalls gestohlen worden sein.
Eine kleine Notfallnotiz sollte enthalten:
- Namen der Banken und Kartenanbieter
- Sperrnummern
- Mobilfunkanbieter
- eigene Telefonnummer
- letzte vier Ziffern der Karten
- Versicherungsdaten
- wichtige Notfallkontakte
PIN, Onlinebanking-Passwort und vollständige Kreditkartendaten gehören dagegen nicht gemeinsam auf diesen Zettel.
Nach einem Diebstahl sollte möglichst schnell eine Anzeige bei der örtlichen Polizei erfolgen. Das kann für Versicherungsansprüche und Ersatzdokumente wichtig werden. Auch unser Beitrag Diebstahl auf Reisen vermeiden enthält dazu eine kompakte Notfallübersicht.
Zahlt eine Reiseversicherung?
Nicht jeder Verlust ist automatisch versichert. Gerade Reisegepäckversicherungen enthalten zahlreiche Ausschlüsse, Selbstbehalte und Höchstgrenzen.
Vor Abschluss zusätzlicher Policen lohnt deshalb ein Blick auf bereits vorhandene Versicherungen und deren tatsächlichen Leistungsumfang. reisebuch.de hat die wichtigsten Varianten im Beitrag Vom Sinn und Nutzen verschiedener Reiseversicherungen gegenübergestellt.
Bei Bargeld gelten häufig besonders enge Grenzen. Eine Versicherung ersetzt deshalb keine vernünftige Verteilung der Reisekasse.
Reisebuch.de-Tipp: Die Reisekasse auf drei Orte verteilen
Für die meisten Reisen genügt ein einfaches System:
Portemonnaie: Tagesgeld und eine Karte
Unterkunft oder getrenntes Gepäck: Bargeldreserve und zweite Karte
Digital: gesichertes Smartphone mit Banking und Mobile Payment
Wer zusätzlich ein separates Reisekonto verwendet, begrenzt auch den möglichen finanziellen Schaden.
Das klingt zunächst aufwendiger als eine Geldbörse, in der alles steckt. Tatsächlich benötigt die Vorbereitung nur wenige Minuten. Im Ernstfall kann sie aber darüber entscheiden, ob ein Diebstahl lediglich ärgerlich wird oder die gesamte Reise vorübergehend lahmlegt.
Checkliste: Reisekasse vor der Abfahrt absichern
- zwei voneinander getrennte Karten mitnehmen
- Bargeld auf mindestens zwei Stellen verteilen
- Karten- und Abhebungslimits prüfen
- Umsatzbenachrichtigungen aktivieren
- Auslandseinsatz der Karten prüfen
- Kreditrahmen für Hotel und Mietwagen kontrollieren
- Banking- und Smartphone-Software aktualisieren
- sichere Bildschirmsperre verwenden
- Fernortung und Fernsperrung aktivieren
- Sperrnummern auch außerhalb des Smartphones notieren
- PIN niemals zusammen mit der Karte verwahren
- Reservekarte nicht im normalen Portemonnaie tragen
- öffentliche WLAN-Netze beim Banking vermeiden
- Kontobewegungen während der Reise regelmäßig kontrollieren
Weiterführende Ratgeber auf reisebuch.de
Wer seine finanzielle und persönliche Sicherheit auf Reisen systematisch vorbereiten möchte, findet bei reisebuch.de weitere Informationen:
- Sicher bezahlen auf Reisen: Karten, Bargeld oder digitale Alternativen?
- Diebstahl auf Reisen vermeiden
- Wertsachen im Urlaub sicher verwahren
- Bezahlen im Hotel: Welche Zahlungsart ist sinnvoll?
- Öffentliche WLAN-Netze auf Reisen sicher nutzen
- Vom Sinn und Nutzen verschiedener Reiseversicherungen
- Währungsrechner
- Bezahlen in Großbritannien
- USA und Kanada: Zahlungsmittel

