Die besten Strände an Schleswig-Holsteins Ostseeküste – Teil 2: Von Kiel bis Flensburg

| von Hartmut Ihnenfeldt

Nördlich von Kiel verändert sich die schleswig-holsteinische Ostseeküste deutlich. Die großen, dicht bebauten Seebäder der Lübecker Bucht treten zurück. Statt langer Promenaden und beinahe durchgängiger Ferienbebauung bestimmen Förden, Steilküsten, Felder, kleine Hafenorte, Campingplätze und einzelne Strandabschnitte das Bild.

Die besten Strände an Schleswig-Holsteins Ostseeküste – Teil 2: Von Kiel bis Flensburg
Einsamer Naturstrand bei Eckernförde; Foto: simonevomfeld pixabay, CC4

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Küste zwischen Kiel und Flensburg grundsätzlich einsam oder unerschlossen wäre. Falckensteiner Strand, Eckernförde, Damp, Weidefeld, Glücksburg und Solitüde können an warmen Sommertagen stark besucht sein. Dennoch wirkt die nördliche Ostseeküste vielerorts kleinteiliger, weniger inszeniert und landschaftlich abwechslungsreicher als die touristischen Zentren weiter südlich.

Unsere Auswahl reicht von den Kieler Stadtstränden über die Eckernförder Bucht, die Halbinsel Schwansen und die Schlei-Region bis zur Flensburger Förde. Den südlichen Küstenabschnitt behandelt der erste Teil über die besten Ostseestrände von Kiel bis Travemünde.

Das Wichtigste vorweg

  • Für Familien: Eckernförde, Schönhagen, Weidefeld und Sandwig
  • Für Natur und Ruhe: Kronsgaard, Holnis und die äußeren Abschnitte von Schwedeneck
  • Für Wassersport: Surendorf, Weidefeld und Holnis
  • Für Stadt und Strand: Falckensteiner Strand, Eckernförde und Solitüde
  • Für Schlechtwettertage: Damp
  • Für maritime Atmosphäre: Strande, Eckernförde und Glücksburg
  • Für Hundebesitzer: ausgewiesene Abschnitte in Damp, Weidefeld, Eckernförde und Solitüde
StrandBesondere StärkeMögliche Einschränkung
Falckensteiner StrandNaturstrand auf Kieler Stadtgebietan heißen Tagen starker Ausflugsverkehr
Strande und SchilkseeSegeln, Hafen und Fördeblickkleinere Strandflächen
SurendorfWassersport und Steilküstewindoffen, teilweise campinggeprägt
EckernfördeStadtstrand mit kurzen Wegenim Zentrum sehr belebt
DampFreizeitangebote bei jedem Wetterausgeprägter Resortcharakter
Schönhagenüberschaubarer Familienstrandeingeschränkte Barrierefreiheit
Weidefelder Strandbreiter Sand und WassersportFerienbebauung im Hinterland
Kronsgaardlanger, ruhiger Naturstrandwenig Infrastruktur außerhalb der Hauptzugänge
Glücksburg und HolnisKurstrand, Natur und Fördeblicksaisonale Gebühren und Parkplatzdruck
Solitüdekostenloser Flensburger Stadtstrandan Sommertagen bei Einheimischen sehr beliebt

1. Falckensteiner Strand: Kiels erstaunlich naturnaher Stadtstrand

Der Falckensteiner Strand gehört zu Kiel, liegt aber weit genug vom Zentrum entfernt, um nicht wie ein gewöhnlicher Stadtstrand zu wirken. Zwischen Friedrichsort und Schilksee zieht sich ein breiter Sandstrand an der westlichen Seite der Kieler Förde entlang. Hinter dem Strand folgen Dünenreste, Grünflächen und kleinere Waldstücke.

Seine besondere Attraktion ist der Schiffsverkehr. Fähren, Frachter, Kreuzfahrtschiffe und Segelboote passieren die schmale Einfahrt der Kieler Förde in vergleichsweise geringer Entfernung. Vom Strand und vom nahe gelegenen Leuchtturm Friedrichsort lässt sich dieser Verkehr besonders gut beobachten.

Der Falckensteiner Strand ist grundsätzlich frei zugänglich. Strandgebühren, Kurkarte und klassische Seebadkontrollen gibt es nicht. Das macht ihn für Kieler und Tagesgäste attraktiv, führt an warmen Wochenenden aber zu einem erheblichen Besucherandrang. Parkplätze in unmittelbarer Strandnähe sind dann schnell belegt.

Die Infrastruktur bleibt überschaubar. Es gibt saisonale Gastronomie, sanitäre Anlagen, Badeaufsicht und einzelne Freizeitangebote, aber keine durchgehende Promenade. Gerade das unterscheidet Falckenstein von den größeren Ferienorten weiter südlich.

Mehr über den Strand, die Förde und weitere Ziele in der Landeshauptstadt steht in unserem Stadtführer Kiel.

Geeignet für: Tagesgäste, Familien, Schiffsbeobachter und Besucher, die einen unkomplizierten Strandtag ohne Kurortbetrieb suchen.

Weniger geeignet für: Gäste, die eine lange Promenade, umfangreiche Gastronomie oder einen eleganten Seebadrahmen erwarten.

Reisebuch.de-Tipp: Den Strandbesuch mit einem Spaziergang zum Leuchtturm Friedrichsort verbinden. Dort kommen die großen Schiffe besonders eindrucksvoll vorbei.

2. Strande und Schilksee: Segeln statt Seebadkulisse

Schilksee und Strande liegen unmittelbar nebeneinander, vermitteln aber unterschiedliche Eindrücke. Schilksee wird vom Olympiazentrum, dem großen Segelhafen und den markanten Gebäuden der Olympischen Spiele von 1972 geprägt. Strande wirkt kleiner, gewachsener und stärker wie ein ehemaliger Fischerort.

Der Strand von Schilksee ist überschaubar und liegt nahe am Hafen. Er eignet sich gut für Familien, die kurze Wege, Spielmöglichkeiten und gastronomische Angebote schätzen. Die Umgebung bleibt allerdings deutlich vom Segelsportzentrum bestimmt. Wer eine unberührte Küste sucht, ist hier falsch.

In Strande schließen sich Badestrand, Hafen, Fischersteg und Promenade unmittelbar aneinander an. Restaurants, Fischverkauf und kleinere Cafés liegen nur wenige Schritte vom Wasser entfernt. Der Ort hat keine großflächige Hotel- oder Appartementbebauung und wirkt dadurch trotz seiner Nähe zu Kiel relativ kleinteilig.

Nördlich des Ortes beginnt eine landschaftlich interessante Küstenstrecke mit Steilufer und Blick über die äußere Kieler Förde. Spaziergänger finden hier mehr Ruhe als unmittelbar am Hafen.

Geeignet für: Segler, Paare, Tagesgäste und Urlauber, die Strand und Gastronomie auf engem Raum verbinden möchten.

Weniger geeignet für: Besucher, die einen mehrere Kilometer langen, breiten Sandstrand erwarten.

Reisebuch.de-Tipp: Strande nicht nur als Badeplatz betrachten. Hafen, Fischersteg und Steilküste bilden zusammen das eigentliche Erlebnis.

3. Surendorf: Wassersport und offene Küste in Schwedeneck

Surendorf liegt an der Eckernförder Bucht und gehört zur Gemeinde Schwedeneck. Der Strand ist breiter und offener als viele kleinere Badebuchten der Region. Hinter ihm folgen Campingplätze, Felder und abschnittsweise Steilküste.

Der Ort ist vor allem als Wassersportrevier bekannt. Wind- und Kitesurfer, Segler und Stand-up-Paddler nutzen die offene Lage an der Bucht. Surfschulen und Verleihangebote erleichtern den Einstieg. Bade- und Wassersportbereiche sollten dennoch klar auseinandergehalten werden.

Familien finden flachere Uferbereiche und genügend Platz für einen längeren Strandtag. Bei stärkerem auflandigem Wind kann die Ostsee hier jedoch unruhiger werden als an geschützteren Fördestränden. Dann zeigt sich Surendorf von seiner sportlicheren Seite.

Touristisch ist der Strand erschlossen, ohne den Charakter eines großen Seebades anzunehmen. Camping spielt eine wichtige Rolle. Eine klassische Promenade oder einen gewachsenen Ortskern unmittelbar am Wasser gibt es nicht.

Geeignet für: Wassersportler, Camper, aktive Familien und Besucher, die eine offene Küstenlandschaft bevorzugen.

Weniger geeignet für: Gäste, die einen geschützten Kleinkinderstrand oder ein größeres gastronomisches Angebot direkt am Wasser suchen.

Reisebuch.de-Tipp: Bei windigem Wetter vorab prüfen, welcher Strandabschnitt für Badegäste und welcher für Surfer vorgesehen ist.

4. Eckernförde: der beste Stadtstrand nördlich von Kiel

Eckernförde verbindet einen langen Sandstrand mit Hafen, Altstadt und vollständiger städtischer Infrastruktur. Kaum ein anderer Ort an Schleswig-Holsteins Ostseeküste erlaubt es so unkompliziert, morgens durch die Einkaufsstraßen zu gehen, mittags am Hafen Fisch zu essen und anschließend einige Stunden am Strand zu verbringen.

Der Hauptstrand beginnt nahe der Innenstadt und zieht sich an der Eckernförder Bucht entlang. Strandkörbe, Gastronomie, Spielbereiche, sanitäre Anlagen und saisonale Badeaufsicht sind vorhanden. Die Wege vom Bahnhof, vom Zentrum und von den Parkplätzen bleiben vergleichsweise kurz.

Weiter südlich schließt sich der Südstrand an. Er wirkt offener und weniger städtisch, ist aber ebenfalls gut besucht. In diesem Bereich befindet sich auch ein ausgewiesener Hundestrand. Weitere Hinweise enthält unser Überblick über die besten Hundestrände an der deutschen Ostseeküste.

Eckernförde verzichtet traditionell auf eine allgemeine Kurabgabe. Dafür sind zentrale Parkplätze kostenpflichtig und an warmen Wochenenden stark ausgelastet. Wer mit der Bahn anreist, kann den Strand bequem zu Fuß erreichen.

Die Stadt ist kein stiller Badeort. Veranstaltungen, Tagesgäste und der Verkehr im Zentrum sorgen im Sommer für Betrieb. Dafür bietet Eckernförde wesentlich mehr Abwechslung als reine Ferienhaussiedlungen.

Geeignet für: Bahnreisende, Familien, Städteurlauber und Besucher, die Strand, Hafen und Einkaufsmöglichkeiten verbinden möchten.

Weniger geeignet für: Gäste, die absolute Ruhe und eine weitgehend unbebaute Küste suchen.

Reisebuch.de-Tipp: Hauptstrand und Südstrand vergleichen. Schon wenige hundert Meter verändern Atmosphäre und Besucherstruktur deutlich.

5. Damp: Strandurlaub im vollständigen Ferienresort

Damp ist weniger ein gewachsener Küstenort als eine große Ferienanlage. Hotel, Ferienhäuser, Hafen, Strand, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen bilden ein weitgehend geschlossenes Urlaubssystem.

Der zentrale Fischlegerstrand liegt nördlich des Hafens und bietet Sand, Strandkörbe, Spielmöglichkeiten und saisonale Badeaufsicht. Südlich des Hafens befindet sich ein weiterer Strandabschnitt, der ganzjährig auch für Hunde vorgesehen ist. Teilweise stehen barriereärmere Zugänge und ein Strandrollstuhl zur Verfügung.

Die eigentliche Stärke von Damp zeigt sich bei schlechtem Wetter. Schwimmbad, Indoor-Spielpark, Sportanlagen und Wellnessangebote schaffen Alternativen, wenn ein Strandtag ausfällt. Für Familien mit Kindern kann das wichtiger sein als ein historischer Ortskern.

Architektonisch bleibt Damp Geschmackssache. Die großen Hotel- und Appartementgebäude wirken funktional und erinnern eher an ein Ferienzentrum als an einen klassischen Ostseeort. Wer kleine Pensionen, alte Fischerhäuser und individuelle Gastronomie sucht, wird andernorts eher fündig.

Auch die Preisentwicklung in den Ferienorten sollte bei der Reiseplanung berücksichtigt werden. Unser Beitrag über hohe Preise an der Ostsee erklärt, warum Gastronomie und Freizeitangebote inzwischen vielerorts deutlich teurer geworden sind.

Geeignet für: Familien, Gruppen und Urlauber, die Freizeitangebote, Strand und Unterkunft an einem Ort wünschen.

Weniger geeignet für: Individualreisende und Gäste, denen ein gewachsenes Ortsbild wichtig ist.

Reisebuch.de-Tipp: Nicht ausschließlich den zentralen Resortbereich nutzen. Die äußeren Strandabschnitte und Wege in die Landschaft Schwansens wirken wesentlich ruhiger.

6. Schönhagen: Familienstrand unterhalb der Steilküste

Schönhagen liegt auf der Halbinsel Schwansen zwischen Damp und Kappeln. Der Ferienort besitzt einen überwiegend sandigen, stellenweise kiesigen Strand, an den sich im Süden eine markante Steilküste anschließt.

Der zentrale Strandabschnitt ist auf Familien ausgerichtet. Spielplatz, Bolzplatz, Beachvolleyball, Strandkörbe und saisonale Badeaufsicht gehören zum Angebot. Daneben gibt es getrennte Bereiche für Hunde und FKK-Besucher.

Das Wasser fällt an vielen Stellen relativ flach ab. Trotzdem kann die offene Küste bei stärkerem Ostwind Brandung entwickeln. Unterhalb der Steilküste ist außerdem Abstand zu Abbruchkanten zu halten. Sturm, Regen und Frost lösen immer wieder Erdbewegungen aus.

Schönhagen ist überschaubar und ruhiger als Damp. Der Ort besteht allerdings zu großen Teilen aus Ferienhäusern und Ferienwohnungen. Ein ausgeprägtes historisches Zentrum oder ein größerer Hafen fehlen.

Die Barrierefreiheit ist derzeit eingeschränkt. Wer auf einen durchgehend befestigten Weg bis in Wassernähe angewiesen ist, findet in Weidefeld oder Damp geeignetere Möglichkeiten.

Geeignet für: Familien, Ferienhausurlauber, Spaziergänger und Besucher, die einen kleineren Badeort suchen.

Weniger geeignet für: Gäste mit hohen Anforderungen an Barrierefreiheit oder ein umfangreiches Abendprogramm.

Reisebuch.de-Tipp: Der Küstenweg Richtung Weidefelder Strand zeigt die abwechslungsreichste Seite der Region mit Sandstrand, Steilufer und freiem Blick über die Ostsee.

7. Weidefelder Strand: viel Sand vor den Toren Kappelns

Der Weidefelder Strand liegt südlich der Schleimündung und gehört zum Stadtgebiet von Kappeln. Er zählt zu den breitesten und vielseitigsten Stränden an der Küste Schwansens.

Der zentrale Badebereich wird in der Saison überwacht. Strandkörbe, Gastronomie, Toiletten und ein großer Parkplatz befinden sich in Strandnähe. Für Hunde und Wassersportler sind eigene Abschnitte vorgesehen, sodass sich die unterschiedlichen Nutzungen vergleichsweise gut verteilen.

Weidefeld ist besonders bei Wind- und Kitesurfern beliebt. Der größere Stehbereich erleichtert Anfängern den Einstieg, bei bestimmten Windrichtungen herrschen gute Bedingungen für erfahrenere Sportler. Badegäste sollten die ausgewiesenen Surfbereiche nicht betreten.

Für Besucher mit eingeschränkter Mobilität gibt es einen barrierearmen Zugang, der allerdings nicht vollständig bis an die Wasserkante reicht. Ein amphibischer Strandrollstuhl kann saisonal ausgeliehen werden.

Die Umgebung hat sich durch die Entwicklung des benachbarten OstseeResorts Olpenitz stark verändert. Dadurch sind neue Unterkünfte und Angebote entstanden, zugleich ist die Küstenlandschaft stärker bebaut als noch vor einigen Jahren.

Geeignet für: Familien, Wassersportler, Hundebesitzer und Urlauber im Raum Kappeln.

Weniger geeignet für: Besucher, die eine völlig unberührte Küste ohne größere Ferienanlagen im Hinterland erwarten.

Reisebuch.de-Tipp: Den Strandbesuch mit einem Abstecher nach Kappeln verbinden. Hafen, Klappbrücke, Museumsschiffe und Heringszaun ergänzen den reinen Badetag.

8. Kronsgaard: langer Naturstrand ohne großen Seebadbetrieb

Kronsgaard liegt an der offenen Ostseeküste Angelns. Der mehrere Kilometer lange Strand bietet Sand, Kies, natürlichen Spülsaum und weite Blicke über die Ostsee. Bei klarer Sicht sind am Horizont dänische Inseln und Küstenabschnitte zu erkennen.

Der Ort verzichtet derzeit auf eine allgemeine Kurtaxe. Mehrere Strandzugänge verteilen den Besucherverkehr. An ausgewählten Abschnitten sorgen DLRG-Stationen während der Saison für Badeaufsicht.

Kronsgaard ist kein abgeschiedener Geheimstrand. Campingplätze, Ferienwohnungen und Tagesgäste sorgen im Sommer für Betrieb. Weil sich der Strand über eine längere Strecke verteilt, bleibt aber meist mehr Raum als an den kompakten Kurstränden der großen Seebäder.

Die Infrastruktur konzentriert sich auf die Hauptzugänge. Wer weiter am Wasser entlanggeht, sollte Getränke und Verpflegung mitnehmen. Der natürliche Spülsaum mit Seegras und Treibholz wird nicht überall entfernt und gehört zum ökologischen Küstenraum.

Geeignet für: Ruhesuchende, Familien, Spaziergänger und Urlauber, die einen langen Strand ohne große Promenade bevorzugen.

Weniger geeignet für: Besucher, die Restaurants, Geschäfte und Unterhaltungsangebote unmittelbar am Strand erwarten.

Reisebuch.de-Tipp: Kronsgaard eignet sich besonders außerhalb der Hochsaison für lange Strandwanderungen. Dann tritt der landschaftliche Charakter deutlicher hervor.

9. Glücksburg: Kurstrand Sandwig und Naturküste Holnis

Glücksburg besitzt mit Sandwig und Holnis zwei sehr unterschiedliche Strandwelten. Der Kurstrand Sandwig liegt nahe am Ort, am historischen Strandhotel und an der neuen Seebrücke. Holnis befindet sich weiter nördlich auf einer schmalen Halbinsel an der Flensburger Außenförde.

Sandwig ist kompakt, gepflegt und familienfreundlich. Das Wasser fällt im Uferbereich flach ab, Strandkörbe, Gastronomie und eine saisonale Badeaufsicht sind vorhanden. Ausflugsschiffe verbinden den Strand zeitweise direkt mit Flensburg. Dadurch lässt sich der Badetag mit einer Fördefahrt verbinden.

Holnis wirkt landschaftlich großzügiger. Der Strandabschnitt Holnis Drei besitzt allerdings ebenfalls eine gute touristische Infrastruktur mit Campingplatz, Strandkörben, Gastronomie und Wassersportangeboten. Bei entsprechendem Wind nutzen Surfer und Kiter die offene Lage.

Abseits des bewirtschafteten Strandes beginnt der Naturraum der Halbinsel Holnis. Wanderwege führen am Noor, an Salzwiesen und am Kliff entlang. Schutzbereiche dürfen nicht betreten werden. Baden, Wassersport und Naturschutz liegen hier ungewöhnlich dicht beieinander.

Glücksburg erhebt saisonal Kur- beziehungsweise Strandabgaben. Auch die Parkregelungen können sich ändern. Aktuelle Angaben sollten deshalb vor der Anfahrt geprüft werden. Eine generelle Einordnung solcher Abgaben bietet unser Beitrag über die Ostseecard und ihre tatsächlichen Vorteile.

Geeignet für: Familien, Wassersportler, Wanderer und Gäste, die Strandurlaub mit Flensburg und Schloss Glücksburg verbinden möchten.

Weniger geeignet für: Besucher, die einen kostenlosen und vollkommen unerschlossenen Naturstrand suchen.

Reisebuch.de-Tipp: Sandwig und Holnis nicht gegeneinander ausspielen. Sandwig eignet sich für einen bequemen Badetag, Holnis für Landschaft, Bewegung und Wassersport.

10. Solitüde und Ostseebad: Flensburgs Strände an der Förde

Flensburg besitzt mit Solitüde und Ostseebad zwei eigene Stadtstrände. Beide liegen außerhalb des Zentrums und sind kostenlos zugänglich. Sie werden vor allem von Einheimischen genutzt, eignen sich aber auch für Besucher, die einen Stadtaufenthalt mit einigen Stunden am Wasser verbinden möchten.

Solitüde liegt an der östlichen Fördeseite zwischen Flensburg und Glücksburg. Der Strand ist breit genug für Familien, Ballspiele und Picknick. Große Bäume spenden im hinteren Bereich Schatten. Gastronomie, Kiosk, Minigolf, Toiletten und saisonale Badeaufsicht ergänzen das Angebot.

Der Name Solitüde bedeutet zwar Einsamkeit, beschreibt aber nicht die sommerliche Wirklichkeit. An warmen Tagen gehört der Strand zu den beliebtesten Naherholungszielen der Stadt. Durch seine Lage und die begrenzten Parkmöglichkeiten kann es entsprechend voll werden.

Das Ostseebad liegt auf der westlichen Fördeseite nördlich des Flensburger Hafens. Es wirkt kleiner, lokaler und weniger touristisch. Ein Steg, Liegewiesen, ein Kiosk und ein eigener Hundebereich gehören zur Ausstattung. Von hier führt ein Uferweg weiter in Richtung Wassersleben.

Solitüde ist der bessere klassische Badestrand, das Ostseebad der interessantere Ausgangspunkt für Spaziergänge. Beide zeigen, dass Flensburg mehr ist als Hafen und Altstadt. Unser Flensburg-Guide 2026 stellt weitere Ziele an der Förde vor.

Geeignet für: Städtereisende, Familien, Einheimische und Besucher ohne Interesse an Kurortbetrieb.

Weniger geeignet für: Gäste, die einen repräsentativen Seebadstrand mit Strandkorbkolonnen und langer Promenade suchen.

Reisebuch.de-Tipp: Vom Ostseebad auf dem Küstenweg nach Wassersleben gehen. Die Nähe zur dänischen Grenze wird hier unmittelbar sichtbar.

Weitere gute Strände zwischen Kiel und Flensburg

Die Auswahl ließe sich deutlich erweitern. Empfehlenswert sind außerdem:

  • Lindhöft und Noer: kleinere Naturstrände an der Eckernförder Bucht, teilweise mit Steilküste
  • Waabs und Langholz: ländlich geprägte Strandabschnitte mit Campingplätzen und viel Küstenlandschaft
  • Schubystrand: flach abfallender Strand zwischen Damp und Schönhagen
  • Hasselberg und Pottloch: ruhige Strandabschnitte südlich von Kronsgaard
  • Falshöft: Naturstrand nahe dem Leuchtturm und der Geltinger Birk
  • Westerholz: kleiner Strand an der Flensburger Außenförde
  • Langballigau: Strand und kleiner Hafen mit Ausflugsschifffahrt
  • Wassersleben: familienfreundlicher Strand unmittelbar vor der dänischen Grenze

Die nördliche Ostseeküste ist anders

Wer von der Lübecker Bucht nach Norden fährt, sollte nicht dieselben Erwartungen mitbringen. Zwischen Kiel und Flensburg gibt es weniger große Seebäder, weniger durchgehende Promenaden und weniger gleichmäßig gepflegte Sandflächen. Dafür treten Landschaft und regionale Unterschiede stärker hervor.

Die Eckernförder Bucht verbindet Stadtstrände, Campingküste und Steilufer. Schwansen ist von Feldern, Gutshöfen, Ferienhaussiedlungen und kleineren Strandorten geprägt. Nördlich der Schlei wird die Küste offener und ländlicher. An der Flensburger Förde bestimmen Halbinseln, Buchten und der Blick nach Dänemark das Bild.

Für die grundsätzliche Wahl zwischen den deutschen Ostseeregionen hilft unser Überblick Welche Ostseeküste soll ich wählen?.

Badeaufsicht ersetzt keine eigene Vorsicht

Auch an flach abfallenden Stränden kann die Ostsee gefährlich werden. Wind, Wellen, plötzlich wechselnde Tiefen und Strömungen an Buhnen oder Hafenmolen werden leicht unterschätzt. Besonders die offenen Strände bei Surendorf, Weidefeld, Kronsgaard und Holnis reagieren deutlich auf die jeweilige Windrichtung.

Unser Ratgeber über gefährliche Strömungen an der Ostseeküste erklärt, wie solche Situationen entstehen und wie Badende reagieren sollten.

Im Hochsommer können außerdem Feuerquallen auftreten. Ihre Verteilung verändert sich mit Wind und Strömung teilweise innerhalb weniger Stunden. Aktuelle Hintergründe stehen in unserem Beitrag über Quallen an der deutschen Ostseeküste.

Auch das Petermännchen, ein kleiner giftiger Fisch, kann sich in sandigen Flachwasserbereichen eingraben. Das Risiko ist geringer als an manchen Nordseestränden, aber nicht völlig auszuschließen. Mehr dazu steht in unserem Artikel über Petermännchen an Nordsee und Ostsee.

Grundsätzlich gilt:

  • möglichst an überwachten Strandabschnitten baden,
  • Flaggen und Anweisungen der Rettungsschwimmer beachten,
  • Kinder auch im flachen Wasser nicht unbeaufsichtigt lassen,
  • Abstand zu Buhnen, Hafenmolen und Fahrwassern halten,
  • Surf- und Badezonen nicht miteinander verwechseln,
  • Steilküsten weder unterhalb noch oberhalb zu dicht betreten,
  • bei auffälligem Wasser, starkem Wind oder roter Flagge auf das Baden verzichten.

Welcher Strand passt zu wem?

Für einen unkomplizierten Stadt- und Strandurlaub sind Eckernförde und Flensburg besonders geeignet. Der Falckensteiner Strand bietet die ungewöhnliche Verbindung aus Naturstrand, Großstadt und internationalem Schiffsverkehr.

Familien finden in Schönhagen, Weidefeld, Sandwig und am Eckernförder Hauptstrand gute Bedingungen. Wassersportler sollten Surendorf, Weidefeld und Holnis genauer betrachten. Kronsgaard überzeugt durch Länge, Weite und eine vergleichsweise geringe touristische Verdichtung.

Damp bleibt die beste Wahl, wenn Freizeitangebote und Schlechtwetteralternativen wichtiger sind als ein gewachsener Ortskern. Strande empfiehlt sich für Gäste, die Hafen, Gastronomie und Segelsport in kleinem Rahmen miteinander verbinden möchten.

Der Norden ist nicht automatisch stiller als die Lübecker Bucht. Er bietet aber mehr Möglichkeiten, zwischen Stadtstrand, Ferienresort, Campingküste, Naturstrand und Fördelandschaft zu wählen. Genau diese Unterschiede machen die Ostseeküste zwischen Kiel und Flensburg interessant.

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