Schleswig-Holsteins Ostseeküste bietet weit mehr als eine endlose Reihe austauschbarer Sandstrände. Zwischen Travemünde und Flensburg wechseln sich dicht bebaute Seebäder, breite Familienstrände, windoffene Wassersportreviere, stille Naturküsten und maritime Hafenorte ab. Manche Strände überzeugen vor allem durch ihre Landschaft, andere durch eine nahezu lückenlose touristische Infrastruktur.
Welcher Strand tatsächlich der beste ist, hängt deshalb stark von den eigenen Erwartungen ab. Familien achten auf flaches Wasser, kurze Wege und sanitäre Anlagen. Ruhesuchende bevorzugen Naturstrand und geringe Bebauung. Wassersportler benötigen Wind, Platz und passende Einstiegsstellen. Andere möchten Strand, Promenade, Gastronomie und Geschäfte miteinander verbinden.
Die folgende Auswahl ist daher keine mathematische Rangliste. Sie zeigt zehn besonders interessante Strände und Küstenorte mit ihren Stärken, aber auch mit ihren Grenzen. Einen stärker landschaftlich und ortsbezogen ausgerichteten Vergleich bietet zusätzlich unser Beitrag über die schönsten Badeorte an Lübecker und Hohwachter Bucht.
Das Wichtigste vorweg
- Für Natur und Ruhe: Sehlendorfer Strand, Grüner Brink auf Fehmarn
- Für Familien: Grömitz, Dahme, Großenbrode und Schönberger Strand
- Für Wassersport: Pelzerhaken und Fehmarn
- Für Promenade und Gastronomie: Timmendorfer Strand, Grömitz und Travemünde
- Für maritimes Flair: Travemünde
- Für ein wetterunabhängiges Ferienangebot: Damp
- Für barriereärmeren Strandzugang: Timmendorfer Strand, Fehmarn, Sehlendorf und mehrere größere Ostseebäder
| Strand | Besondere Stärke | Mögliche Einschränkung |
|---|---|---|
| Timmendorfer Strand | Infrastruktur, Gastronomie, Promenade | voll und hochpreisig |
| Grömitz | Familienangebot und langer Strand | touristisch stark verdichtet |
| Fehmarn | große Strandvielfalt und Wassersport | windoffen, Wege teilweise weit |
| Travemünde | Schiffe, Seebad und Stadtanbindung | starker Tages- und Veranstaltungstourismus |
| Dahme | Familienfreundlichkeit und lange Promenade | wenig gewachsenes Ortsbild |
| Pelzerhaken | Surfen, Licht und offene Lage | bei Wind weniger für kleine Kinder |
| Sehlendorfer Strand | Naturraum und Sandqualität | begrenzte Gastronomie |
| Großenbrode | flaches Wasser und kompakte Wege | in der Hochsaison lebhaft |
| Schönberger Strand | lange Küste mit unterschiedlichen Abschnitten | teilweise weite Wege |
1. Timmendorfer Strand: komfortabel, mondän und häufig sehr voll
Der gemeinsame Strandzug von Timmendorfer Strand und Niendorf erstreckt sich über knapp sieben Kilometer. Feiner Sand, eine gepflegte Promenade, zahlreiche Strandkorbvermieter und eine dichte Gastronomie machen den Ort zu einem der komfortabelsten Ostseebäder Schleswig-Holsteins.
Timmendorfer Strand ist kein Ziel für Einsamkeit. Der Strand ist Bühne, Treffpunkt und Freizeitfläche zugleich. Im Zentrum liegen Cafés, Restaurants, Boutiquen und Hotels dicht beieinander. Das erleichtert einen Urlaub ohne lange Wege, führt an sonnigen Wochenenden und in den Sommerferien jedoch zu erheblichem Andrang.
Familien finden überwachte Badebereiche, Spiel- und Sportangebote sowie zahlreiche Strandzugänge. Mehrere Abschnitte sind mit festen Planken erschlossen; an ausgewählten Stellen stehen schwimmfähige Strandrollstühle zur Verfügung. Hundestrände, Sportbereiche und ruhigere Abschnitte Richtung Niendorf erweitern das Angebot.
Wer das bekannte Seebad nicht nur aus der touristischen Perspektive betrachten möchte, findet in unserem Beitrag Timmendorfer Strand: Licht und Schatten des Ostseeparadieses eine kritischere Einordnung.
Geeignet für: Gäste, die Strand, Gastronomie, Einkaufen und Unterhaltung verbinden möchten.
Weniger geeignet für: Ruhesuchende, preisbewusste Familien und spontane Tagesbesucher an warmen Wochenenden.
Reisebuch.de-Tipp: Wer mehr Platz sucht, sollte sich nicht ausschließlich auf den zentralen Strandbereich konzentrieren, sondern auch die Abschnitte Richtung Niendorf prüfen.
2. Grömitz: langer Familienstrand mit umfassender Infrastruktur
Grömitz gehört zu den größten und bekanntesten Ostseebädern der Lübecker Bucht. Der insgesamt rund acht Kilometer lange Strand reicht vom lebhaften Zentrum bis in die ruhigeren Randbereiche Richtung Lensterstrand. Dadurch findet sich auch in einem stark besuchten Ferienort meist ein Abschnitt, der zur jeweiligen Urlaubsvorstellung passt.
Im Zentrum konzentriert sich das touristische Leben auf die rund drei Kilometer lange Promenade. Restaurants, Cafés, Spielplätze, Strandbars und Geschäfte sorgen für kurze Wege. Die Seebrücke mit ihrer Tauchgondel gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen des Ortes. Einen Überblick über weitere Anlagen bietet unser Beitrag über die Seebrücken an der Lübecker Bucht.
Der breite Sandstrand fällt vielerorts vergleichsweise flach ab. Grömitz eignet sich deshalb gut für Familien, wobei Kinder auch an flachen Ostseestränden niemals unbeaufsichtigt baden sollten. Wassersport, Beachvolleyball, Strandspielplätze und saisonale Programme ergänzen das klassische Badeangebot.
Die Stärke des Ortes ist zugleich seine Schwäche: Grömitz bietet viel, wirkt im Zentrum aber entsprechend touristisch. Wer Natur, Ruhe und ein gewachsenes Ortsbild sucht, sollte die äußeren Strandabschnitte und die Steilküste einbeziehen.
Geeignet für: Familien, generationsübergreifende Urlaube und Gäste, die möglichst viele Angebote in Strandnähe wünschen.
Weniger geeignet für: Urlauber, die einen stillen und wenig bebauten Küstenort suchen.
Reisebuch.de-Tipp: Schon ein längerer Spaziergang vom Zentrum Richtung Lensterstrand verändert den Eindruck deutlich. Der Strand wird ruhiger, die Bebauung tritt zurück.
3. Fehmarn: vom belebten Südstrand bis zum Grünen Brink
Fehmarn besitzt keine einheitliche Strandlandschaft. Die 78 Kilometer lange Küste reicht von feinen Sandstränden über flache Surfreviere bis zu Steilküsten und steinigen Naturabschnitten. Gerade diese Vielfalt ist die eigentliche Stärke der Insel.
Der Südstrand in Burgtiefe ist der bekannteste Familienstrand. Das Wasser fällt flach ab, Strandkörbe, Gastronomie, Spielmöglichkeiten und eine Promenade sind vorhanden. Der Bereich ist bequem, lebhaft und deutlich touristisch geprägt. Seit 2026 verbessert ein neuer Bohlenweg am westlichen Südstrand den Zugang für Rollstühle und Kinderwagen.
Naturnäher ist der Grüne Brink im Norden der Insel. Der Strand liegt an einem bedeutenden Vogel- und Küstenlebensraum und bietet flaches Wasser sowie längere Spaziermöglichkeiten. Schutzbereiche und Wegegebote sollten unbedingt beachtet werden.
Der Gammendorfer Strand liegt ebenfalls im Norden, ist aber nicht mit dem Grünen Brink oder dessen Naturschutzgebiet gleichzusetzen. Er ist ein eigenständiger, eher ruhiger Naturstrand. Weitere interessante Küstenabschnitte finden sich bei Bojendorf, Wallnau, Staberhuk und Westermarkelsdorf.
Wassersportler schätzen vor allem Wulfen, Gold, Lemkenhafen und die Orther Reede. Wind- und Kitesurfen sind jedoch nur in den jeweils zugelassenen Bereichen gestattet. Eine ausführlichere Einordnung bietet unser Beitrag Fehmarn als Urlaubsziel – Naturinsel mit klaren Stärken und Grenzen.
Geeignet für: Familien, Radfahrer, Vogelbeobachter, Surfer und Gäste, die mehrere unterschiedliche Strände ausprobieren möchten.
Weniger geeignet für: Urlauber, die eine kompakte Ferienregion mit kurzen Wegen und durchgehender Promenade erwarten.
Reisebuch.de-Tipp: Auf Fehmarn lohnt es sich, die Strandwahl nach Windrichtung und Tageswetter zu treffen. Die Küstenabschnitte unterscheiden sich erheblich.
4. Travemünde: großer Kurstrand, Schiffe und Priwall
Travemünde verbindet Ostseestrand, Hafenbetrieb, Seebadgeschichte und die unmittelbare Nähe zu Lübeck. Der breite Kurstrand liegt nördlich der Travemündung. Von hier reicht der Blick über die Lübecker Bucht, die Molen und den Schiffsverkehr zum Skandinavienkai.
Der Kurstrand ist fein, breit und komfortabel ausgestattet. Strandkörbe, Promenade, Gastronomie, Spiel- und Sportflächen liegen dicht beieinander. Wer zwischendurch Hafen, Altstadt, Fischereihafen oder den alten Leuchtturm besuchen möchte, erreicht vieles zu Fuß.
Auf der anderen Seite der Trave liegt der Priwall. Er ist mit der Fähre erreichbar und besitzt einen langen, flach abfallenden Strand. Allerdings ist der westliche Priwall durch Ferienanlagen und die neue Promenade inzwischen wesentlich stärker touristisch bebaut als früher. Naturnähere Abschnitte finden sich vor allem weiter östlich in Richtung Landesgrenze.
Die besondere Stärke Travemündes liegt weniger in ungestörter Strandruhe als in der Verbindung von Meer und Schifffahrt. Fähren, Frachter, Segelboote und Ausflugsschiffe passieren in geringer Entfernung den Strand. Während der Travemünder Woche und an warmen Wochenenden ist mit erheblichem Andrang zu rechnen.
Geeignet für: Schiffsbeobachter, Städtereisende, Familien und Gäste, die Strandurlaub mit Lübeck verbinden möchten.
Weniger geeignet für: Urlauber, die völlige Ruhe und eine kaum bebaute Naturküste suchen.
Reisebuch.de-Tipp: Kurstrand und Priwall sind keine austauschbaren Strandabschnitte. Für einen vollständigen Eindruck sollte man beide Seiten der Trave erkunden.
5. Dahme: langer Strand für den klassischen Familienurlaub
Dahme liegt an der nördlichen Lübecker Bucht zwischen Kellenhusen und dem Raum Großenbrode. Der lange Strand, das meist flach abfallende Wasser und die rund 1,5 Kilometer lange Promenade machen den Ort zu einem klassischen Ziel für Familien.
An der Promenade konzentrieren sich Gastronomie, kleinere Geschäfte, Spielplätze und Freizeiteinrichtungen. Der SportStrand bietet saisonal betreute Bewegungs- und Spielangebote. Hinzu kommen das StrandSpa, Kinderprogramme und eine Seebrücke. Damit funktioniert Dahme auch für Familien, deren Urlaub nicht ausschließlich aus Baden bestehen soll.
Der Strand reicht weit über den zentralen Promenadenbereich hinaus. Wer die lebhaften Abschnitte verlässt, findet Richtung Norden und Süden ruhigere Küstenstrecken. Nicht jeder Abschnitt besteht aus gleichmäßig feinem Sand; stellenweise gehören Steine und natürlicher Spülsaum zum Küstenbild.
Dahme ist praktisch organisiert, besitzt aber weniger gewachsene Seebadarchitektur als Travemünde oder Timmendorfer Strand. Der Ort lebt in erster Linie von Strand, Ferienwohnungen und saisonaler Infrastruktur. Weitere Informationen zur Region bietet unser Reiseführer über die nördliche Lübecker Bucht von Neustadt bis Dahme.
Geeignet für: Familien, ältere Gäste und Urlauber, die einen gut erschlossenen, überschaubaren Badeort suchen.
Weniger geeignet für: Reisende, die ein historisches Ortsbild, ausgeprägtes Nachtleben oder größere kulturelle Angebote erwarten.
Reisebuch.de-Tipp: Die Randbereiche des Strandes vermitteln einen wesentlich ruhigeren Eindruck als das Zentrum rund um Seebrücke und Promenade.
6. Pelzerhaken: der stärkste Wassersportstrand der Lübecker Bucht
Pelzerhaken liegt südöstlich von Neustadt in Holstein und besitzt einen der wenigen deutlich nach Süden ausgerichteten Strände der Lübecker Bucht. Die offene Lage, das besondere Licht und die häufig günstigen Windverhältnisse haben den Ort zu einem wichtigen Revier für Wind- und Kitesurfer gemacht.
Das Wasser bleibt in Teilen lange flach. Das erleichtert den Einstieg, ersetzt aber weder Schwimmkenntnisse noch die Beachtung von Wind, Strömung und ausgewiesenen Wassersportzonen. Bei kräftigem Wind kann der Strand für kleine Kinder deutlich weniger geeignet sein als an ruhigen Sommertagen.
Pelzerhaken ist touristisch entwickelt, wirkt aber weniger verdichtet als Timmendorfer Strand oder Grömitz. Rund um den Seebrückenvorplatz befinden sich Gastronomie, Strandkorbvermietung und sanitäre Anlagen. Strandbars und Surfschulen prägen das jüngere, sportlichere Profil des Ortes.
An sonnigen Wochenenden ist Pelzerhaken längst kein Geheimtipp mehr. Parkplätze können knapp werden, und durch die offene Lage ist der Strand dem Wetter stärker ausgesetzt. Eine ausführlichere Ortsbeschreibung bietet unser Beitrag Pelzerhaken – Geheimtipp an der Lübecker Bucht.
Geeignet für: Surfer, Stand-up-Paddler, aktive Paare und Familien mit älteren Kindern.
Weniger geeignet für: Besucher, die unabhängig von Wind und Wetter einen geschützten Kleinkinderstrand suchen.
Reisebuch.de-Tipp: Vor der Anfahrt Windrichtung, Wetter und Parkplatzlage prüfen. Pelzerhaken zeigt je nach Wetterlage ein völlig anderes Gesicht.
7. Sehlendorfer Strand: der überzeugendste Naturstrand der Auswahl
Der Sehlendorfer Strand liegt in der Hohwachter Bucht und verbindet gute Sandqualität mit einem bemerkenswerten Naturraum. Hinter Strand und Dünen erstreckt sich der Sehlendorfer Binnensee mit Salzwiesen, Brackwasserbereichen und einer artenreichen Vogelwelt.
Der überwachte Hauptstrand ist etwa zwei Kilometer lang. Das Wasser fällt überwiegend flach ab, weshalb der Strand bei Familien beliebt ist. DLRG-Hauptwache, zusätzliche Rettungstürme und automatische Alarmposten verbessern die Sicherheit während der Saison.
Trotz seiner naturnahen Lage ist der Strand nicht unerschlossen. Es gibt Strandkorbvermietung, Toiletten, kleinere gastronomische Angebote, Campingplätze und eine Surfschule. Der Hauptweg zur DLRG-Station ist befestigt. Ein Strandmobil mit breiten Reifen kann Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit bis ans Wasser bringen.
Sehlendorf ist inzwischen kein geheimer Strand mehr. An heißen Tagen füllen sich Parkplätze und Hauptzugänge rasch. Dennoch bleibt der Ort erheblich ruhiger und landschaftlich überzeugender als viele große Seebäder der Lübecker Bucht.
Mehr über Sehlendorf, Hohwacht und Behrensdorf steht in unserem aktuellen Überblick Urlaub an der Hohwachter Bucht 2026 sowie in den ausführlichen Reiseinformationen für Hohwacht und Umgebung.
Geeignet für: Familien, Naturfreunde, Camper, Spaziergänger und Ruhesuchende.
Weniger geeignet für: Urlauber, die eine lange Promenade, umfangreiches Shopping oder abendliches Unterhaltungsprogramm erwarten.
Reisebuch.de-Tipp: Der Strandbesuch sollte mit einem Spaziergang am Rand des Sehlendorfer Binnensees verbunden werden. Die Schutzgebiete dürfen dabei nicht betreten werden.
8. Großenbrode: flaches Wasser am Tor nach Fehmarn
Der Südstrand von Großenbrode liegt auf der Halbinsel Wagrien, wenige Kilometer vor der Fehmarnsundbrücke. Die geschützte Lage, feiner Sand und vergleichsweise flaches Wasser machen ihn zu einem der unkompliziertesten Familienstrände im nördlichen Ostholstein.
Die neu gestaltete Promenade bietet Spielbereiche, Gastronomie, Sitzplätze und freie Blicke über die Ostsee. Das touristische Zentrum ist kompakt und übersichtlich. Anders als in Grömitz oder Timmendorfer Strand sind die Wege zwischen Parkplatz, Strand und Promenade meist kurz.
Die DLRG überwacht den zentralen Südstrand von einer Hauptstation und mehreren Außentürmen. Neben dem klassischen Badebetrieb spielen Segeln, Surfen und weitere Wassersportarten eine wichtige Rolle. Spaziergänger können von der Promenade aus in Richtung Naturküste und Weststrand weitergehen.
Großenbrode wirkt weniger mondän als die großen Seebäder, ist aber funktional und familienfreundlich. Der Ort eignet sich zugleich als Ausgangspunkt für Ausflüge nach Heiligenhafen und Fehmarn. An Ferientagen kann die Verkehrslage auf den Zufahrtsstraßen allerdings angespannt sein.
Geeignet für: Familien mit kleinen Kindern, Paare und Gäste, die einen kompakten Badeort bevorzugen.
Weniger geeignet für: Urlauber, die eine historische Altstadt oder ein ausgeprägtes Kulturangebot suchen.
Reisebuch.de-Tipp: Bei längerem Aufenthalt lohnt der Vergleich zwischen Südstrand, Weststrand und den naturbelasseneren Küstenabschnitten außerhalb des Zentrums.
9. Schönberger Strand, Kalifornien und Brasilien: viel Platz an der Kieler Bucht
Die Küste der Gemeinde Schönberg erstreckt sich vom Schönberger Strand über Brasilien bis Kalifornien. Hinter den auffälligen Namen verbirgt sich ein langer, weitgehend zusammenhängender Küstenabschnitt mit Sandstrand, Deich, Wiesen und mehreren unterschiedlich geprägten Badebereichen.
Am Schönberger Strand konzentrieren sich Seebrücke, Museumsbahnhof, Gastronomie, Strandkörbe und Wassersportangebote. Kalifornien und Brasilien wirken aufgelockerter und eignen sich gut für längere Strandtage, Radtouren und Spaziergänge entlang des Deiches.
Das Wasser fällt an vielen Stellen flach ab. Saisonale DLRG-Stationen, Kinderprogramme und Sportangebote machen die Strände familienfreundlich. Gleichzeitig verteilt sich der Besucherstrom stärker als in kompakt bebauten Seebädern.
Die Küste ist gut mit dem Ostseeküstenradweg verbunden. Von Kiel verkehren Busse über Schönberg zu den Strandabschnitten. Wer mit dem Auto kommt, sollte vorab klären, welcher Parkplatz zum gewünschten Strandabschnitt gehört – zwischen Kalifornien und Schönberger Strand liegen mehrere Kilometer.
Geeignet für: Familien, Radfahrer, Strandwanderer und Gäste, die einen weniger verdichteten Küstenabschnitt suchen.
Weniger geeignet für: Besucher, die alle Einrichtungen unmittelbar an einem zentralen Platz erwarten.
Reisebuch.de-Tipp: Nicht nur den Schönberger Strand ansteuern. Kalifornien und Brasilien besitzen jeweils einen eigenen Charakter und wirken außerhalb der Hauptzugänge deutlich ruhiger.
Weitere gute Strände an Schleswig-Holsteins Ostseeküste
Eine Auswahl von zehn Stränden kann die rund 400 Kilometer lange Ostseeküste Schleswig-Holsteins nicht vollständig abbilden. Ebenfalls beachtenswert sind:
- Kellenhusen: Wald, Strand und Seebrücke verbinden sich zu einem harmonischen Ferienort.
- Hohwacht: kleineres Ostseebad mit Strand, Steilküste, Binnensee und der Seeplattform „Flunder“.
- Behrensdorf: weiter, ländlicher Naturstrand mit wenig touristischer Bebauung.
- Weidefelder Strand: breiter Sandstrand auf der Halbinsel Schwansen nahe Kappeln.
- Schönhagen: überschaubarer Familienstrand mit Steilküste und Ferienhäusern.
- Eckernförder Südstrand: gut erreichbarer Stadtstrand mit Blick über die Eckernförder Bucht.
- Holnis: naturnaher Strand an der Flensburger Förde mit Blick bis zur dänischen Küste.
Parken, Toiletten und Strandgebühren
Viele Ostseebäder haben ihre Parkraumbewirtschaftung in den vergangenen Jahren ausgeweitet. Kostenlose Stellplätze unmittelbar am Strand werden seltener. Tarife, Saisonzeiten und Bezahlverfahren unterscheiden sich erheblich und können sich kurzfristig ändern.
Eine aktuelle Einordnung bietet unser Beitrag Parken an der Lübecker Bucht: Was Besucher beachten müssen. Standorte öffentlicher WCs zwischen Travemünde und Dahme sind in unserem Toilettenführer für die Lübecker Bucht zusammengestellt.
Auch Kurabgabe, Strandgebühr und Ostseecard sind nicht überall gleich geregelt. Übernachtungsgäste erhalten die Ostseecard gewöhnlich über ihren Vermieter, sofern der Urlaubsort am System teilnimmt. Tagesgäste benötigen je nach Gemeinde ein Strandticket oder zahlen lediglich Parkgebühren. Vor der Anfahrt empfiehlt sich deshalb ein Blick auf die aktuelle Seite des jeweiligen Tourismus-Service.
Gute Wasserqualität ist keine Garantie für gefahrloses Baden
Die Badegewässer an Schleswig-Holsteins Ostseeküste werden regelmäßig kontrolliert. Eine gute langfristige Einstufung bedeutet jedoch nicht, dass das Baden an jedem Tag und bei jedem Wetter ohne Risiko ist.
Wind, Wellen, Buhnen, Seebrücken und wechselnde Wassertiefen können gefährliche Strömungen verursachen. Ausführliche Hinweise enthält unser Beitrag über gefährliche Strömungen an der Ostseeküste.
Bei längeren Wärmeperioden können örtlich Blaualgen auftreten. Die Lage verändert sich mit Wind und Strömung oft innerhalb kurzer Zeit. Hintergründe stehen in unserem Bericht über Blaualgen an der Ostsee.
Bei hohen Wassertemperaturen steigt außerdem das Risiko durch Vibrionen. Besonders Menschen mit offenen Wunden, geschwächtem Immunsystem oder schweren Vorerkrankungen sollten die aktuellen Warnungen beachten. Mehr dazu erklärt unser Artikel über Vibrionen in der Ostsee.
Grundsätzlich gilt:
- möglichst an bewachten Strandabschnitten baden,
- Flaggen und Anweisungen der Rettungsschwimmer beachten,
- bei roter Flagge nicht ins Wasser gehen,
- Kinder auch im flachen Wasser ständig beaufsichtigen,
- Abstand zu Buhnen, Molen und Schiffsfahrwegen halten,
- bei auffälliger Wasserfärbung oder Schaumansammlungen auf das Baden verzichten.
Weitere Risiken haben wir im Überblick Gefahren beim Badeurlaub an Nord- und Ostsee zusammengefasst.
Welcher Ostseestrand passt zu wem?
Wer Strand, Gastronomie und Unterhaltung möglichst nah beieinander haben möchte, ist in Timmendorfer Strand, Grömitz oder Travemünde richtig. Familien finden in Dahme, Großenbrode, Schönberg und am Fehmarner Südstrand gute Bedingungen. Pelzerhaken und mehrere Fehmarner Küstenabschnitte sind besonders für Wassersportler interessant.
Sehlendorf, Behrensdorf, der Grüne Brink und einige Strände an der Schlei- und Flensburger Förde eignen sich eher für Gäste, die Natur, Weite und Ruhe höher bewerten als Promenade und Abendprogramm. Damp wiederum empfiehlt sich vor allem dann, wenn ein umfangreiches Freizeitangebot auch bei schlechtem Wetter wichtig ist.
Der bekannteste Strand ist nicht automatisch der beste. Entscheidend sind Reisezeit, Wetter, Verkehrslage und die Frage, ob ein lebhafter Ferienort oder ein stiller Naturstrand gesucht wird. Eine grundsätzliche Entscheidungshilfe bietet auch unser Vergleich Welche deutsche Ostseeküste passt zu mir?


3 Kommentare zu „Die besten Strände an Schleswig-Holsteins Ostseeküste – Teil 1: Von Kiel bis Travemünde“