Dieser Bericht bietet einen umfassenden und aktuellen Überblick über die Seebrücken und Molen entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Er beleuchtet ihre individuellen Besonderheiten, ihren gegenwärtigen Zustand sowie jüngste Entwicklungen und zukünftige Perspektiven. Die kontinuierliche Pflege, Modernisierung und Anpassung dieser maritimen Infrastruktur ist von entscheidender Bedeutung für die anhaltende Attraktivität der Region als herausragende Tourismusdestination.
Übersicht der Seebrücken in Mecklenburg-Vorpommern – Eckdaten
| Name der Seebrücke | Ort | Länge (m) | Baujahr/Eröffnung (ggf. letzter Neubau/große Sanierung) | Wichtigste Besonderheiten | Aktueller Status |
| Seebrücke Ahlbeck | Usedom, Ahlbeck | 280 | 1882 (Baubeginn) | Älteste Seebrücke Deutschlands, denkmalgeschützt, historisches Brückenrestaurant, Filmkulisse | Geöffnet, voll funktionsfähig |
| Seebrücke Heringsdorf | Usedom, Heringsdorf | 508 | 1995 | Vielfältige Geschäfte, Cafés, Restaurants, Kino, Muschelmuseum, überdachter Gang | Geöffnet, voll funktionsfähig |
| Seebrücke Bansin | Usedom, Bansin | 285 | 1990 (Wiederaufbau) | Klassische, schnörkellose Bauweise, Anlegepunkt für Fahrgastschiffe, jährliches Seebrückenfest | Geöffnet, jederzeit frei zugänglich |
| Seebrücke Koserow | Usedom, Koserow | 280 | 2021 (Neubau) | Einzigartige Wellenform, drehbare Korbsessel, Glockenturm, Veranstaltungsort, höher gebaut für Wellenschutz | Geöffnet, ganzjährig und kostenlos zugänglich |
| Seebrücke Zinnowitz | Usedom, Zinnowitz | 315 | 1993 | „Vineta“-Name, erste Tauchgondel an der Ostseeküste (seit 2006) | Geöffnet, voll funktionsfähig, temporäre Sturmschäden 2020 repariert |
| Seebrücke Göhren | Rügen, Göhren | 350 | 1993 | Panoramablicke, Blick auf den „Buskam“-Findling, markantes Wahrzeichen | Geöffnet, guter Zustand |
| Seebrücke Sellin | Rügen, Sellin | 394 | 1998 | Architektonisches Kleinod (schlossähnlich), teuerste Seebrücke MV, Restaurant, Tauchgondel (seit 2008), beliebter Ort für Trauungen | Geöffnet, voll funktionsfähig, Veranstaltungsort |
| Seebrücke Binz | Rügen, Binz | 370 | 1994 | Zweitlängste Seebrücke Rügens, Fahrgastschifffahrten, jährliches Seebrückenfest mit Feuerwerk, Notrufsäule | Geöffnet, voll funktionsfähig, Veranstaltungsort |
| Seebrücke Dranske | Rügen, Dranske | 170 | 2009 | Kürzeste Seebrücke Rügens, Anlegestelle für Ausflugsschiffe nach Hiddensee | Geöffnet, voll funktionsfähig |
| Mole Sassnitz | Rügen, Sassnitz | 1.450 (1,5 km) | 1926 | Europas längste Außenmole, Blick auf Stadthafen, Ausgangspunkt für Kreidefelsen-Touren | Geöffnet, nach Winterschäden wieder begehbar, temporäre Sperrungen für Events geplant (2025) |
| Seebrücke Prerow | Fischland-Darß-Zingst, Prerow | 720 | 2024 (Neubau, Eröffnung 16.10.) | Längste Seebrücke der Ostsee, integrierter Inselhafen (Sportboote, Seenotrettung), Panoramadeck, höher gebaut für Sturmschutz | Neueröffnet, voll funktionsfähig, Bereich um Zugang wird umgestaltet |
| Seebrücke Zingst | Fischland-Darß-Zingst, Zingst | 270 | 1993 | Kunstmeile, Tauchgondel (seit 2013), beliebt bei Anglern, romantische Sonnenuntergänge | Geöffnet, voll funktionsfähig, temporäre Sturmschäden 2019 repariert |
| Seebrücke Wustrow | Fischland-Darß-Zingst, Wustrow | 395 | 1994 (Eröffnung) | Sandsteinskulptur „Swantewit-2000“, Kulisse für Veranstaltungen (Strandgalopprennen), Holzteile kürzlich ausgetauscht | Geöffnet, voll funktionsfähig |
| Seebrücke Boltenhagen | Boltenhagen | 290 | – | Unumstrittenes Wahrzeichen, Kulisse für Sonnenuntergänge, Fahrgastschifffahrten | Geöffnet, voll funktionsfähig |
| Seebrücke Wendorf | Wismar, Wendorf | 350 | 1992 | Blick auf Wismarer Bucht, schmaler Badestrand, Angeln erlaubt, barrierefrei | Geöffnet, 2015 saniert (Metallgeländer) |
| Seebrücke Rerik | Rerik | 170 | – | Beliebter Ort für Angler | Gesperrt seit 2020, Wiedereröffnung 2025 erwartet |
| Seebrücke Kühlungsborn | Kühlungsborn | 240 | 1990 | Erstes Bauwerk dieser Art in MV nach Wiedervereinigung, Wahrzeichen, Gastgeber für Großveranstaltungen, Fahrgastschifffahrt | Geöffnet, guter Zustand |
| Seebrücke Heiligendamm | Heiligendamm | 200 | – | Blick auf die „Weiße Stadt“, ältestes Seebad Deutschlands, romantische Spaziergänge, Veranstaltungsort | Geöffnet, Steg unterhalb Alexandrinen-Cottage 2017 beschädigt/saniert |
| Seebrücke Graal-Müritz | Graal-Müritz | 350 | – | Verbindet Ortsteile, Rundblick auf Ostsee, Veranstaltungsort | Geöffnet, voll funktionsfähig, schwere Dünenabträge 2019 im Bereich der Seebrücke |
| Mole Warnemünde (Ost- & Westmole) | Warnemünde | 550 (Ostmole), 1.000 (Westmole) | 1900-1903 (Ostmole), 1963 (Westmole) | Einzigartiger Blick auf Schiffsverkehr, markante Molenfeuer, Herzstück des Hafens | Geöffnet, voll funktionsfähig, Westmole 2021 saniert |
| Mole Stralsund (Mittelmole, Nordmole) | Stralsund | 1.500 (Mittelmole), 450 (Nordmole) | 1926 (Mittelmole) | Schutz des Stadthafens, Molenfeuer, Citymarina | Geöffnet, voll funktionsfähig, Arbeiten an Mittelmole Frühjahr 2025 abgeschlossen |
Die Seebrücken der Insel Usedom
Usedom, oft als Sonneninsel bezeichnet, ist die Heimat einiger der historisch bedeutsamsten und längsten Seebrücken Deutschlands. Diese Bauwerke sind nicht nur touristische Attraktionen, sondern auch Zeugen einer reichen Bäderkultur.
Seebrücke Ahlbeck: Deutschlands älteste Seebrücke
Die Seebrücke Ahlbeck, gelegen im Seeheilbad Ahlbeck auf Usedom, ist ein beeindruckendes Zeugnis der Bäderarchitektur und mit Baubeginn im Jahr 1882 die älteste Seebrücke Deutschlands. Ihre heutige Länge beträgt 280 Meter. Dieses Bauwerk steht unter Denkmalschutz, und sein historisches Brückenrestaurant ist seit über einem Jahrhundert ununterbrochen in Betrieb. Die Seebrücke Ahlbeck besticht durch ihr nostalgisches Flair, das sogar als Kulisse für Filmproduktionen, darunter Szenen für Loriots „Pappa ante portas“, diente. Dies macht sie zu einer der meistbesuchten Attraktionen auf Usedom. Von der Brücke aus genießen Besucher eine weite Aussicht auf das Meer, den Horizont, die Möwen und den feinsandigen Strand. Die Langlebigkeit der Seebrücke Ahlbeck und ihr Status als denkmalgeschütztes Bauwerk verdeutlichen die große Bedeutung der Bewahrung des kulturellen Erbes für den Tourismus der Region. Aktuell ist die Seebrücke voll funktionsfähig, und Live-Webcams ermöglichen jederzeit einen Blick auf das Geschehen.
Seebrücke Heringsdorf
Nur 2,5 Kilometer westlich von Ahlbeck befindet sich in Heringsdorf einer der längsten Seebrücken Deutschlands, die sich über beeindruckende 508 Meter in die Ostsee erstreckt. Sie wurde im Jahr 1995 fertiggestellt. Ein Vorgängerbau, die „Kaiser-Wilhelm-Brücke“ aus den Jahren 1891-1893, wurde 1958 durch einen Brand zerstört.
Die Seebrücke Heringsdorf zeichnet sich durch ein vielfältiges Unterhaltungsangebot aus. Entlang ihres Verlaufs finden sich zahlreiche Geschäfte, Cafés, Restaurants, ein Kino und sogar ein Muschelmuseum. Der Weg zum Ende der Brücke ist überdacht und mit transparenten Seitenwänden versehen, was Schutz vor starkem Wind bietet. Die Integration umfangreicher kommerzieller und unterhaltungsbezogener Einrichtungen, die über die reine Funktion eines Stegs hinausgehen, trägt maßgeblich zu ihrer Popularität und wirtschaftlichen Tragfähigkeit bei. Dies verwandelt die Seebrücke von einem bloßen Spazierweg in ein eigenständiges Reiseziel, das das Besuchererlebnis bereichert und möglicherweise zusätzliche Einnahmen für ihren Unterhalt generiert. Derzeit ist die Seebrücke Heringsdorf uneingeschränkt zugänglich und wird durch Live-Webcams überwacht, die einen Blick auf das Bauwerk ermöglichen.
Seebrücke Bansin: Klassische Eleganz
Die Seebrücke Bansin, nur drei Kilometer westlich von Heringsdorf gelegen, präsentiert sich mit einer Länge von 285 Metern. Sie wurde 1990 wiederaufgebaut, nachdem ein früherer Seesteg aus der Gründerzeit den Witterungsbedingungen nicht standhielt und nach dem Zweiten Weltkrieg abgetragen werden musste. Diese Seebrücke besticht durch ihre klassische, schnörkellose Bauweise, die bewusst auf ein integriertes Restaurant oder eine Shoppingmeile verzichtet. Sie dient als Anlegepunkt für Fahrgastschiffe. Jedes Jahr im Sommer findet hier ein beliebtes, dreitägiges Seebrückenfest statt. Die anhaltende Beliebtheit der Seebrücke Bansin, trotz des Fehlens umfangreicher Annehmlichkeiten, verdeutlicht, dass für viele Besucher das ursprüngliche Erlebnis eines Spaziergangs über das Wasser und der ungestörte Blick auf die Umgebung von größter Bedeutung sind. Die Seebrücke ist jederzeit frei zugänglich.
Seebrücke Koserow: Die Wellenform und Vineta-Sage
Die Seebrücke in Koserow ist ein bemerkenswertes Bauwerk, dessen neue Konstruktion am 22. Juni 2021 offiziell eingeweiht wurde. Sie misst 280 Meter in der Länge und 3,5 Meter in der Breite. Dies ist bereits die dritte Seebrücke an diesem Standort, da frühere Bauten in den Wintern 1941/42 und 1995 durch starken Eisgang und Stürme erheblich beschädigt wurden. Die Vorgängerbrücke musste aufgrund ihres schlechten Zustands bereits 2013 für Besucher gesperrt werden. Die Seebrücke Koserow zeichnet sich durch ihre einzigartige, geschwungene Form aus, die an die Wellen der Ostsee erinnert und eng mit der sagenumwobenen Stadt Vineta verbunden ist. Sie verfügt über besondere Annehmlichkeiten wie drehbare Korbsessel, die zum Entspannen einladen, und einen Glockenturm. Darüber hinaus dient sie als vielseitiger Veranstaltungsort. Ein entscheidendes Merkmal der neuen Konstruktion ist ihre erhöhte Bauweise, die sie widerstandsfähiger gegen zukünftige Wellen und Sturmfluten machen soll. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2021 ist die Seebrücke ganzjährig und kostenlos zugänglich.
Seebrücke Zinnowitz: „Vineta“ und die Tauchgondel
Die Seebrücke Zinnowitz, auch bekannt als „Vineta“, befindet sich am nördlichen Ende der Insel Usedom. Sie ist 315 Meter lang und wurde im Jahr 1993 eröffnet. Ein früherer Pier in Zinnowitz musste aufgrund von Witterungsschäden abgerissen werden.
Eine der herausragendsten Besonderheiten dieser Seebrücke ist die Tauchgondel, die seit 2006 in Betrieb ist und die erste ihrer Art an der Ostseeküste war. Diese Gondel ermöglicht es Besuchern, die Unterwasserwelt der Ostsee trockenen Fußes zu erleben. Der Name „Vineta“ bezieht sich auf die sagenumwobene versunkene Stadt in der Ostsee. Die Einführung einer Tauchgondel, die erste an der Ostseeküste, positioniert Zinnowitz als Vorreiter in der Entwicklung touristischer Attraktionen. Dies geht über die traditionelle Funktion einer Seebrücke hinaus und bietet ein einzigartiges, immersives Erlebnis. Diese Strategie deutet darauf hin, dass moderne Seebrücken mehr als nur einen Spaziergang über das Wasser bieten müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und vielfältige Besuchergruppen anzuziehen, insbesondere jene, die neue Erlebnisse suchen. Die Seebrücke ist in Betrieb, was durch die Verfügbarkeit von Webcams und die Erwähnung der Tauchgondel bestätigt wird. Im Oktober 2020 kam es zu Sturmschäden, bei denen Teile der Bretter herausgerissen wurden, was eine temporäre Sperrung zur Folge hatte; Reparaturen wurden jedoch umgehend in Angriff genommen. Ein Gerichtsverfahren aus dem Jahr 2024, das sich auf einen Sturz auf der Brücke bezog, bestätigte, dass die Seebrücke den geltenden Sicherheitsanforderungen entspricht.
Die Seebrücken und Molen der Insel Rügen
Rügen, die größte Insel Deutschlands, beeindruckt mit einer Vielzahl von Seebrücken, die oft harmonisch in die malerische Küstenlandschaft eingebettet sind und einzigartige Ausblicke bieten.
Seebrücke Göhren: Panoramablicke und der „Buskam“
Die Seebrücke Göhren ist 350 Meter lang, wovon 270 Meter über das Wasser ragen. Die heutige Brücke, die 1993 errichtet wurde, ist bereits die dritte in der Geschichte des Ostseebades Göhren.
Diese Seebrücke bietet weite Panoramablicke auf den Horizont, den Strand und die atemberaubende Küste Rügens. Ein besonderes Highlight ist der Blick auf den „Buskam“, den größten Findling Norddeutschlands, der je nach Wasserstand bis zu 1,5 Meter aus der Ostsee ragt. Die Seebrücke selbst ist ein markantes Wahrzeichen Göhrens. Die Einbeziehung des „Buskam“ als einzigartiges Merkmal der Seebrücke Göhren zeigt, wie Seebrücken die Wertschätzung für Naturdenkmäler steigern können, indem sie diese zugänglicher machen und einen idealen Aussichtspunkt bieten. Die Brücke ruht auf Betonpfeilern und ist mit Holz beplankt, was auf einen guten und stabilen Zustand hindeutet. Eine Webcam bietet einen aktuellen Panoramablick auf die Seebrücke.
Seebrücke Sellin: Ein architektonisches Kleinod mit Tauchgondel
Die Seebrücke Sellin liegt 5,5 Kilometer nordwestlich von Göhren und gilt mit 394 Metern als die längste Seebrücke auf Rügen. Obwohl sie erst 1998 eingeweiht wurde, erinnert ihre Architektur mit vielen Kuppeln und Türmen an ihre Vorgängerbauten von 1906 und 1925 und lässt sie fast wie ein Schloss erscheinen. Mit Baukosten von rund 20 Millionen Mark war sie die teuerste Seebrücke an der mecklenburgischen Ostseeküste. Die Seebrücke Sellin ist nicht nur ein architektonisches Kleinod, sondern auch ein Ort vielfältiger Erlebnisse. Sie beherbergt ein Restaurant, den Kaiserpavillon und einen Palmengarten. Am Ende des Stegs befindet sich eine Tauchgondel, die 2008 in Betrieb genommen wurde und Besuchern die Unterwasserwelt der Ostsee näherbringt. Ihre malerische Kulisse macht sie zudem zu einem beliebten Ort für standesamtliche Trauungen. Die Seebrücke Sellin ist nicht nur eine funktionale Struktur, sondern ein „architektonisches Kleinod“, das bewusst historische Größe hervorrufen soll. Diese ästhetische Gestaltung, kombiniert mit ihrer Nutzung für Hochzeiten und Konzerte, hebt ihren Status über die reine Nützlichkeit hinaus zu einem kulturellen und symbolischen Wahrzeichen. Aktuell ist die Tauchgondel in Betrieb, und die Brücke dient als Veranstaltungsort für Open-Air-Konzerte.
Seebrücke Binz: Das zweitlängste Bauwerk auf Rügen
Die Seebrücke Binz, im größten Ostseebad Rügens gelegen, erstreckt sich über rund 370 Meter Länge und ist drei Meter breit. Sie ist die zweitlängste Seebrücke auf Rügen. Die heutige Seebrücke wurde 1994 gebaut, nachdem frühere Brücken (von 1902 und 1942) durch Sturmfluten, Witterung und mangelnde Wartung zerstört worden waren. Die Seebrücke Binz ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Fahrgastschifffahrten zu verschiedenen Zielen wie Kap Arkona, Sassnitz, Sellin, Göhren oder Usedom. Ein jährliches Highlight ist das Binzer Seebrückenfest im Juni, das mit einem spektakulären Feuerwerk endet. Im Frühjahr 2021 wurde auf dem Brückenkopf eine Notrufsäule installiert, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Die Installation von Notrufsäulen auf der Seebrücke und die historische Verbindung zur Gründung der DLRG nach einem Unglück im Jahr 1912 unterstreichen die große Bedeutung, die der öffentlichen Sicherheit beigemessen wird. Die Seebrücke ist in Betrieb und dient weiterhin als Veranstaltungsort.
Seebrücke Dranske: Rügens neueste und kürzeste Seebrücke
Die Seebrücke Dranske ist mit 170 Metern die kürzeste Seebrücke Rügens. Die heutige Stahlbetonbrücke wurde am 19. September 2009 offiziell übergeben. Ihre Vorgänger, Holzkonstruktionen aus den Jahren 1912, 1954 und 1987, wurden durch Eisgang und Baufälligkeit zerstört.
Seit dem Frühjahr 2010 legen an dieser Seebrücke saisonal regelmäßig Ausflugsschiffe der Reederei Hiddensee an, die auf der Strecke Wiek–Dranske–Vitte (Insel Hiddensee) verkehren. Die Seebrücke Dranske liegt etwas versteckt unweit des Hafens am Wieker Bodden. Während die längsten oder kunstvollsten Seebrücken oft im Mittelpunkt stehen, unterstreicht die Seebrücke Dranske als kürzeste und neueste die Bedeutung rein funktionaler Strukturen für den lokalen Transport und die Konnektivität, insbesondere durch Fährverbindungen. Die Brücke ist in Betrieb und dient als wichtige Anlegestelle. Die Nutzung für Ausflugsschiffe deutet auf einen guten, funktionsfähigen Zustand hin.
Mole Sassnitz: Europas längste Außenmole
Die Sassnitzer Mole ist mit einer Länge von 1,5 Kilometern bzw. 1.450 Metern Europas längste Außenmole. Sie wurde im Jahr 1926 errichtet.
Diese imposante Mole bietet einen malerischen Ausblick auf den Stadthafen mit seinen Bootsanlegern und lädt dazu ein, den Geruch von frischem Fisch nach dem Fang der Fischer zu genießen. Von hier aus können Besucher Fahrgastschifffahrten zu den berühmten Kreidefelsen oder zur Insel Usedom unternehmen. Die Sassnitzer Mole, obwohl eine bedeutende Touristenattraktion aufgrund ihrer Länge und Aussichten, erfüllt auch eine entscheidende Schutzfunktion für den Hafen. Die geplanten temporären Sperrungen der Windpromenade und des Molenfußes im August 2025 aufgrund des SailGP-Events zeigen einen dynamischen Managementansatz, der ihre Rolle als Infrastruktur mit ihrem Potenzial als großer Veranstaltungsort in Einklang bringt. Nach schweren Winterschäden war die Mole längere Zeit für den Publikumsverkehr gesperrt, ist aber heute wieder bis zum Leuchtturm begehbar.
Die Seebrücken auf Fischland-Darß-Zingst
Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ist bekannt für ihre unberührte Natur und ihre Seebrücken, die oft als Ausgangspunkte für Erkundungen und als Orte der Begegnung dienen.
Seebrücke Prerow: Die neue längste Seebrücke der Ostsee mit Inselhafen
Die Seebrücke Prerow ist mit einer beeindruckenden Länge von 720 Metern die längste Seebrücke an der gesamten Ostsee. Nach über zwei Jahren Bauzeit wurde sie am 16. Oktober 2024 offiziell eröffnet. Ein früherer Pier an diesem Standort hatte eine Länge von 395 Metern.
Das herausragendste Merkmal dieser neuen Seebrücke ist der integrierte Inselhafen am Brückenkopf, der rund 40 Liegeplätze für Sportboote sowie einen Anlegeplatz für den Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) bietet. Der Hafen verfügt zudem über moderne sanitäre Anlagen und Aufenthaltsräume für die DGzRS. Die Brücke selbst führt in einem leichten Zickzack-Kurs ins Meer und bietet von der Dachterrasse des Hafengebäudes einen Panoramablick. Sie ist der Schauplatz des traditionellen Prerower Seebrückenfestes und des Neujahrsanbadens. Ein wichtiger Aspekt der neuen Konstruktion ist, dass die Brücke einen Meter höher gebaut wurde, um zukünftige Schäden durch Sturmfluten zu minimieren. Die neue Seebrücke in Prerow, als längste Seebrücke der Ostsee mit integriertem Hafen, stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Entwicklung der Küsteninfrastruktur dar. Die beträchtliche Investition und das multifunktionale Design, das Tourismus, Rettungsdienste und Sportboote vereint, zeigen eine strategische Vision für die Region. Die Seebrücke ist seit ihrer Eröffnung voll funktionsfähig. Der Bereich um den Zugang zur Seebrücke wird derzeit umgestaltet, und ein neues Gebäude für die DLRG sowie ein Sonnendeck sind in Planung. Die Finanzierung dieses Großprojekts erfolgte durch das Land Mecklenburg-Vorpommern mit rund 46,2 Millionen Euro, teilweise unterstützt durch EU-Fonds.
Seebrücke Zingst: Kunstmeile und Tauchgondel
Die Seebrücke Zingst, gelegen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, ist 270 Meter lang und 2,5 Meter breit. Sie wurde im Jahr 1993 gebaut. Eine besondere Eigenschaft dieser Seebrücke ist ihre Gestaltung als kleine Kunstmeile, die mit Holzskulpturen und Kunstwerken aus Treibholz versehen ist. Sie ist zudem bekannt für ihre romantischen Sonnenuntergänge und beherbergt seit 2013 eine Tauchgondel, die Besuchern ermöglicht, die Unterwasserwelt der Ostsee hautnah zu erleben. Die Seebrücke ist auch bei Anglern sehr beliebt. Die Seebrücke Zingst verbindet auf einzigartige Weise künstlerischen Ausdruck mit einer technologischen Attraktion und der natürlichen Schönheit der Umgebung. Dieses vielfältige Angebot spricht ein breiteres Publikum an, von Kunstliebhabern über Naturfreunde bis hin zu jenen, die neue Erlebnisse suchen. Die Seebrücke ist in Betrieb und bietet regelmäßig Tanzworkshops und andere Veranstaltungen an. Im Januar 2019 kam es zu Sturmschäden durch das Sturmtief „Zeetje“, bei denen rund 15 Bohlen herausgerissen wurden, was eine temporäre Sperrung zur Folge hatte; eine kurzfristige Reparatur wurde jedoch zugesagt. Im August 2024 gab es einen Vorfall mit Schüssen in der Nähe der Seebrücke, der jedoch keine strukturellen Schäden am Bauwerk selbst verursachte.
Seebrücke Wustrow: Tradition und Veranstaltungen
Die Seebrücke Wustrow ist 395 Meter lang. Sie wurde nach 24 Monaten Bauzeit im Jahr 1994 eröffnet , wobei andere Quellen auch das Jahr 1993 nennen. Ein früherer Bau aus dem Jahr 1993 war 230 Meter lang. Um der Witterung besser standzuhalten, wurden kürzlich nahezu alle Holzteile der Seebrücke ausgetauscht.
Am Anfang der Brücke befindet sich die Sandsteinskulptur „Swantewit-2000“. Die Seebrücke dient als beeindruckende Kulisse für vielfältige Veranstaltungen wie Konzerte, das Seebrückenfest und das Fischländer Strandgalopprennen. Im Zeitraum 2013/2014 wurde zudem ein Sektorenfeuer auf der Brücke installiert. Die Seebrücke ist aktuell voll in Betrieb und wird weiterhin für Veranstaltungen genutzt. Obwohl die Region Fischland-Darß-Zingst im Januar 2019 vom Sturmtief „Zeetje“ betroffen war, blieb die Wustrower Seebrücke im Gegensatz zu Prerow und Zingst verschont.
Weitere Seebrücken und Molen entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns
Abseits der großen Inseln Usedom und Rügen sowie der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst finden sich weitere bedeutende Seebrücken und Molen, die die Küstenlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns bereichern und jeweils eigene Geschichten und Funktionen aufweisen.
Seebrücke Boltenhagen: Majestätisch in die Ostsee
Die Seebrücke Boltenhagen erstreckt sich über 290 Meter weit in die Ostsee. Sie gilt als unumstrittenes Wahrzeichen des Ostseebades und bietet einen Panoramablick auf das Meer, den Ort und den Strand. Diese Seebrücke ist eine großartige Kulisse für spektakuläre Sonnenuntergänge und lädt zu romantischen Spaziergängen ein. In den Sommermonaten werden von hier aus auch Fahrgastschifffahrten angeboten.
Seebrücke Wendorf / Hansestadt Wismar: Blick auf die Wismarer Bucht
Die Seebrücke Wendorf, ein Ortsteil der Hansestadt Wismar, ist 350 Meter lang und wurde im Jahr 1992 fertiggestellt.
Sie bietet einen malerischen Blick auf die Wismarer Bucht und grenzt an einen schmalen Badestrand. Angeln ist von der Seebrücke aus grundsätzlich erlaubt, obwohl der Wasserstand dort sehr flach ist. Ein wichtiges Merkmal ist ihre barrierefreie Zugänglichkeit über die Seite. Die ausdrückliche Erwähnung der Barrierefreiheit für die Seebrücke Wendorf unterstreicht einen wichtigen zeitgenössischen Trend in der Tourismusinfrastruktur. Dies zeigt ein Engagement für Inklusivität, indem die Seebrücke einem breiteren Spektrum von Besuchern, einschließlich Personen mit Mobilitätseinschränkungen, zugänglich gemacht wird. Die Brücke wurde im Jahr 2015 umfassend saniert und erhielt dabei ein neues Metallgeländer, nachdem sie zuvor 13 Monate lang für Renovierungsarbeiten gesperrt war.
Seebrücke Rerik: Aktueller Stand und Zukunft
Die Seebrücke Rerik hat eine Länge von 170 Metern. Sie ist ein beliebter Ort für Angler, die hier Abend für Abend ihr Glück versuchen.
Die Seebrücke Rerik ist seit dem Jahr 2020 gesperrt und wurde teilweise demontiert. Eine Wiedereröffnung der neuen Seebrücke wird noch für das Jahr 2025 erwartet. Die ursprünglich geplante Erweiterung der Seebrücke um eine Bühne scheiterte laut Angaben der Ostsee Zeitung am Veto des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg. Der Neubau wird keine zusätzlichen Funktionen bieten, sondern lediglich die alte Brücke ersetzen, um die Verbindung zwischen Land und Meer zu erhalten und Rerik weiterhin als touristischen Anziehungspunkt zu fördern.
Seebrücke Kühlungsborn: Das erste Bauwerk nach der Wiedervereinigung
Kühlungsborn, das größte Seebad Mecklenburg-Vorpommerns, beherbergt eine Seebrücke von 240 Metern Länge, die nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 in nur fünf Monaten Bauzeit fertiggestellt wurde. Sie war das erste Bauwerk dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern, das nach 1990 realisiert wurde.
Die Seebrücke Kühlungsborn gilt als Wahrzeichen des Ortes und ist ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, Erholungssuchende und Angler. Sie dient zudem als Gastgeberin für große Veranstaltungen wie das Neujahrsanbaden, das Seebrückenfest und das Silvesterfeuerwerk. Am Kopf der Seebrücke legen ganzjährig Fahrgastschiffe an, die zu Mini-Kreuzfahrten und Ausflügen einladen. Historisch fielen frühere Holzkonstruktionen den harschen Ostseewintern zum Opfer. Ihr Zustand wird als gut beschrieben, oft als „schlanke Schönheit“ bezeichnet. Eine Webcam bietet einen aktuellen Blick auf die Seebrücke.
Seebrücke Heiligendamm: Die „Weiße Stadt“ am Meer
Heiligendamm, das älteste Seebad Deutschlands, beherbergt eine Seebrücke, die 200 Meter ins Meer ragt. Sie ist eine bekannte Brücke in diesem historischen Ort.
Die Seebrücke Heiligendamm bietet einen spektakulären Blick auf die charakteristische „Weiße Stadt“ – die prachtvolle Bäderarchitektur von Heiligendamm – und lädt zu romantischen Spaziergängen ein. Sie dient zudem als Veranstaltungsort für verschiedene Events. Die Seebrücke Heiligendamm ist untrennbar mit der Architektur der „Weißen Stadt“ verbunden. Dies unterstreicht, wie der Wert einer Seebrücke durch ihre Integration in den einzigartigen Charakter und den historischen Kontext der umgebenden Stadt verstärkt werden kann. Sie ist nicht nur eine eigenständige Attraktion, sondern eine Aussichtsplattform, die die Wertschätzung für die Ästhetik des gesamten Kurortes erhöht. Die laufenden Renovierungen in der Stadt zeigen ein umfassendes Bemühen, diese integrierte Attraktivität zu erhalten. Im Januar 2017 kam es durch das Sturmtief „Axel“ zu Schäden und einer Sperrung eines Steges unterhalb des Alexandrinen-Cottages; dieser Steg sollte komplett neu gebaut und verlängert werden.
Seebrücke Graal-Müritz: Verbindung der Ortsteile
Die Seebrücke Graal-Müritz ist 350 Meter lang. Sie verbindet die Ortsteile des Ostseebads und bietet einen umfassenden Rundblick auf die Ostsee. Auf der Seebrücke finden regelmäßig Veranstaltungen statt, darunter das beliebte Seebrückenfest. Die schweren Dünenabtragungen in der Nähe der Seebrücke Graal-Müritz verdeutlichen eine kritische Umweltherausforderung für Küstengemeinden. Während die Seebrücke selbst strukturell intakt bleiben mag, beeinflusst die Integrität der umliegenden Küstenlandschaft direkt ihre Zugänglichkeit und Attraktivität. Dies legt nahe, dass ein „aktueller Überblick“ einer Seebrücke auch den breiteren Umweltkontext und den fortwährenden Kampf gegen Erosion berücksichtigen muss, der die langfristige Lebensfähigkeit der Seebrücke und das Besuchererlebnis indirekt beeinflussen kann. Im Januar 2019 kam es zu schweren Sturmflutschäden an den Stränden und Dünen, die mit denen von 2017 vergleichbar waren und den Bereich der Seebrücke stark betrafen, mit einem Dünenabtrag von 7 bis 9 Metern.
Mole Warnemünde: Lebendiger Hafen und maritime Atmosphäre
Die Ost- und Westmole in Warnemünde sind wichtige Bestandteile des lebendigen Hafens. Die Ostmole ist 550 Meter lang, während die Westmole rund 1.000 Meter misst. Die Ostmole entstand zwischen 1900 und 1903 , und die Westmole wurde 1963 errichtet und in den Jahren 1983, 1986 und 1998 umfassend erneuert.
Beide Molen laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein und bieten einen einzigartigen Blick auf die ein- und ausfahrenden Großsegler, Traditionsschiffe und Segelboote. Sie sind zudem mit markanten Molenfeuern ausgestattet, die die Einfahrt in den Hafen markieren. Der Alte Strom bildet das Herzstück des Warnemünder Hafens. Die Molen in Warnemünde sind nicht nur passive Aussichtsplattformen, sondern aktive Komponenten eines geschäftigen Hafens. Ihre Rolle bei der Erleichterung des Schiffsverkehrs neben ihrer Freizeitnutzung unterstreicht ihre vielseitige Bedeutung. Die anhaltenden Diskussionen über die Bebauung der Mittelmole verdeutlichen zudem, dass diese Strukturen von zentraler Bedeutung für die Stadtplanung und die lokale Identität sind, da sie wirtschaftliche Interessen, Tourismus und die Präferenzen der Anwohner in Einklang bringen müssen. Die Molen sind in Betrieb und ziehen weiterhin zahlreiche Besucher an. Die Westmole wurde zuletzt im Jahr 2021 saniert. Im Jahr 2019 wurden allgemeine Sandverwehungen auf der Promenade durch Sturm gemeldet. Die Bürger von Warnemünde lehnten in Diskussionen eine Wohnbebauung auf der Mittelmole ab.
Mole Hansestadt Stralsund: Historische Bedeutung und Nutzung
Die Mittelmole Stralsund wurde im Jahr 1926 errichtet. Die Nordmole Stralsund ist 450 Meter lang und schützt den Stralsunder Stadthafen vor Wellen, die aus Norden und Westen kommen können.
Die Molenfeuer wurden 1927 in Betrieb genommen und im Jahr 2011 erneuert. Die Nordmole beherbergt die Citymarina Stralsund. Die Molen in Stralsund, die bis in die 1920er Jahre zurückreichen, zeigen eine lange Geschichte maritimer Infrastruktur. Ihre fortlaufende Wartung und Modernisierung, wie die Erneuerung der Molenfeuer im Jahr 2011 und die jüngsten Arbeiten im Jahr 2025, belegen eine kontinuierliche Anpassung an zeitgenössische Bedürfnisse, während ihre historische Funktion erhalten bleibt. Die Mittelmole ist aktuell in Betrieb. Im Frühjahr 2025 fanden Arbeiten an ihr statt, die die Lichtpunkthöhe des Feuers zeitweise beeinflussten, jedoch wurden diese Arbeiten Ende Mai 2025 erfolgreich abgeschlossen.
Aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Ausblick
Die Seebrücken an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns sind dynamische Bauwerke, die sich ständig weiterentwickeln und an neue Anforderungen anpassen. Ein genauer Blick auf ihren aktuellen Zustand und die laufenden Projekte offenbart sowohl beeindruckende Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen.
Zusammenfassung des aktuellen Zustands
Die Küstenregion Mecklenburg-Vorpommerns erlebt eine Phase intensiver Infrastrukturmaßnahmen, die sich direkt auf die Seebrücken auswirken:
- Neubauten und Modernisierungen: Die Eröffnung der Seebrücke Prerow im Oktober 2024 ist ein herausragendes Beispiel für die Modernisierung der Infrastruktur. Als längste Seebrücke der Ostsee mit einem integrierten Hafen setzt sie neue Maßstäbe. Auch die Seebrücke Koserow, die 2021 eröffnet wurde, und die Seebrücke Dranske, die 2009 übergeben wurde, sind neuere Bauten, die auf verbesserte Widerstandsfähigkeit und eine Steigerung der touristischen Attraktivität abzielen.
- Sanierungen und Instandhaltung: Viele Seebrücken unterliegen kontinuierlichen Sanierungs- und Wartungsarbeiten, um ihre Langlebigkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Beispiele hierfür sind der Austausch von Holzteilen an der Seebrücke Wustrow , die Sanierung der Seebrücke Wendorf im Jahr 2015, bei der sie ein Metallgeländer erhielt , sowie die umfassenden Wartungsarbeiten an den Molen in Warnemünde und Stralsund, die deren fortlaufende Funktionalität sicherstellen.
- Schäden und Sperrungen: Die Ostseeküste ist regelmäßig von Sturmfluten betroffen, die erhebliche Schäden an Seebrücken und Küstenschutzanlagen verursachen können. Das Sturmtief „Zeetje“ im Jahr 2019 führte beispielsweise zu massiven Schäden an der alten Seebrücke Prerow und der Seebrücke Zingst , was die Notwendigkeit von Neubauten und umfassenden Reparaturen unterstrich. Die Seebrücke Rerik ist seit 2020 gesperrt und wird voraussichtlich erst im Jahr 2025 wiedereröffnet. Solche Ereignisse verdeutlichen die dringende Notwendigkeit robuster Bauweisen und einer vorausschauenden Planung.
Aktuelle Bauprojekte und Zustandsübersicht ausgewählter Seebrücken
| Seebrücke | Art der Maßnahme | Details zum Projekt/Schaden | Zeitrahmen/Eröffnungsdatum | Finanzierung (falls verfügbar) |
| Seebrücke Prerow | Neubau und Inselhafen | Längste Seebrücke der Ostsee (720m) mit integriertem Hafen für Sportboote und Seenotrettung. Höher gebaut für Sturmschutz. Umgestaltung des Seebrückenvorplatzes, neues DLRG-Gebäude und Sonnendeck. | Eröffnung 16. Oktober 2024 (nach über 2 Jahren Bauzeit) | Land Mecklenburg-Vorpommern (ca. 46,2 Mio. Euro), Gemeinde Prerow (ca. 3,3 Mio. Euro für Vorplatz/DLRG), EU-Fonds |
| Seebrücke Koserow | Neubau | Dritte Seebrücke an dieser Stelle, in Wellenform, höher konstruiert, um Wellen besser standzuhalten. | Offiziell eingeweiht 22. Juni 2021 (Baubeginn Nov. 2019) | – |
| Seebrücke Rerik | Neubau/Sanierung | Seit 2020 gesperrt und teilweise demontiert. Neubau soll alte Brücke ersetzen, ohne zusätzliche Funktionen wie eine Bühne (Veto). | Wiedereröffnung für 2025 erwartet | Gemeinde hofft auf Fördergeld |
| Seebrücke Wendorf | Sanierung | 2015 umfassend saniert, erhielt ein Metallgeländer. Zuvor 13 Monate gesperrt. | Wiedereröffnung Juni 2015 | – |
| Seebrücke Wustrow | Sanierung Holzteile | Nahezu alle Holzteile ausgetauscht, um Witterung besser standzuhalten. | Kürzlich erfolgt (genaues Datum nicht spezifiziert) | – |
| Mole Warnemünde (Westmole) | Sanierung | Westmolenfeuer 2021 eingerüstet und zeitweise außer Betrieb genommen für Sanierungsarbeiten. | Abschluss der Sanierungsarbeiten Juli 2021 | – |
| Mole Stralsund (Mittelmole) | Instandhaltung | Arbeiten an der Mittelmole Stralsund auf Höhe des Molenfeuers, zeitweise Beeinflussung der Lichtpunkthöhe. | Frühjahr 2025 (Arbeiten abgeschlossen Ende Mai 2025) | – |
| Seebrücke Heiligendamm | Steg-Erneuerung (Liegnitzsteg) | Steg über das Packwerk unterhalb des Alexandrinen-Cottages nach Sturmschäden (Tief „Axel“ 2017) komplett neu gebaut und verlängert. | Erneuerung bis Saison 2018 | EntwicklungsCompagnie Heiligendamm (ECH) |
| Seebrücke Zingst | Reparatur nach Sturmschäden | Rund 15 Bohlen durch Sturmtief „Zeetje“ (Jan. 2019) herausgerissen. | Kurzfristige Reparatur angekündigt (Jan. 2019) | – |
Seebrücken als unverzichtbare Anziehungspunkte
Die Seebrücken an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns sind unverzichtbare Bestandteile der touristischen Infrastruktur und prägen das Bild der Küstenorte maßgeblich. Sie sind sowohl Zeugen einer reichen Geschichte des Bäderwesens als auch Symbole der Erholung und moderne Erlebnisorte, die vielfältige Aktivitäten und Perspektiven bieten.
