Das Auswandern ist des Deutschen Lust - Vom Leben in der Ferne

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Auswandern entwickelt sich derzeit zu einem wahren Trend. Neben Zielen wie Mallorca oder Australien ist diesbezüglich auch Deutschland ein beliebter Standort für einen Neubeginn, hat die Bundesrepublik alles in allem doch recht stabile Gesellschaftsverhältnisse vorzuweisen. Die guten Konditionen halten allerdings auch deutsche Bürger nicht davon ab, sich von der allgemeinen Auswanderungslust mitreißen zu lassen.

 

Auf Mallorca sind Wohnungen für deutsche Auswanderer wieder erschwinglicher geworden - copyright rkh/Grundmann

In großem Stil folgt man darum auch hierzulande seinen Träumen, lässt sich dauerhaft im liebsten Urlaubsziel nieder oder dort, wo der schon lange ersehnte Traumberuf leichter zu ergreifen ist. Dabei gibt es neben der Entscheidung für das richtige Zielland ein paar Dinge, die Auswanderer unbedingt beachten sollten, damit das private Großprojekt nicht scheitert.

Eine fundierte Sprach- und Landeskenntnis ist unerlässlich

Bevor überhaupt daran gedacht werden kann, auszuwandern, ist es natürlich wichtig, sich mit dem Wunschziel vertraut zu machen. Ein einmaliger Ferienbesuch reicht hier mit Nichten aus, denn neben sprachlichen und kulturellen Unterschieden weichen oftmals auch Gesetze und Sozialstrukturen von denen der Heimat ab.
Als Faustregel gilt: Je weiter es einen in die Ferne zieht, desto mehr unbekannte Besonderheiten können auf einen zukommen. Die religiöse Prägung eines Landes nimmt hier häufig eine besondere Stellung ein und auch klimatische und geographische Gegebenheiten können sich enorm auf den lokalen Lebensstil auswirken. 

Eine Familienangelegenheit

Wenn es um die Frage geht 'Auswandern, ja oder nein?', haben Singles es bei der Entscheidungsfindung natürlich deutlich leichter. Sie müssen lediglich ihre Verwandten und Freunde über ihr Vorhaben informieren, sich aus den heimischen Gefilden abzusetzen. Für Paare oder Familien mit mehr als zwei Personen gestaltet sich die Angelegenheit doch etwas komplizierter. So müssen für die Kinder beispielsweise entsprechende Schulen und für den Partner eine geeignete Arbeitsstelle im Zielland gefunden werden. Auch ist nicht gesagt, dass alle Familienmitglieder gleichermaßen gewillt sind, die Zelte in der Heimat abzubrechen. Immerhin lässt man nicht nur das einstige Zuhause, sondern ebenso alle damit verbundenen Bekanntschaften hinter sich, was vor allem den Kindern häufig sehr zusetzt.

Die Wohnsituation vor Ort

Wo genau in seiner neuen Heimat ein Auswanderer künftig lebt, hängt natürlich von seinen finanziellen Mitteln ab. Des Weiteren muss geklärt werden, ob die Behausung lediglich zum Wohnen oder auch zum Arbeiten genutzt wird, beziehungsweise den Arbeitsplatz mit einbezieht. Gelegentlich kommt Auswanderern hier die wirtschaftliche Lage des Zielortes zu Gute und die Preise für Wohnungen und Immobilien fallen deutlich günstiger aus als im Ursprungsland. Jedoch kann auch die umgekehrte Situation der Fall sein, was das Wohnen wesentlich teurer macht.


Eine Veranschaulichung anhand des Beispiels Mallorca

Die Baleareninsel ist, wie der Rest Spaniens, derzeit von den Nachwehen der Finanzkrise geplagt. Aus diesem Grund ist es momentan recht kostengünstig, auf Mallorca Grundbesitz zu erstehen. Für Einwanderer, die schon lange den Wunsch hegen, ein eigenes Gasthaus, Geschäft oder Hotel zu betreiben, und dafür auch genügend Eigenkapital mitbringen, ist diese Möglichkeit also genau das Richtige. Diejenigen aber, die auf der Suche nach einer Mietwohnung oder -immobilie sind, werden in Mallorca auf einige Probleme stoßen, denn auf der beliebten Ferieninsel wird meistens gebaut, um zu verkaufen.

Die Hürden der Bürokratie

Sind die grundlegenden Weichen zur Planung erst einmal gestellt, stehen für Auswanderer noch eine Reihe Formalitäten an. Aufenthaltsgenehmigungen müssen besorgt, Eintragungen auf dem hiesigen Einwohnermeldeamt vorgenommen und Arbeitsverträge abgeschlossen werden. Für Einwohner der Europäischen Union wurden die formellen Ummeldungsprozesse, die das Arbeiten und Leben in einem anderen EU Mitgliedsstaat regeln, dank neuer Richtlinien deutlich vereinfacht. In Nicht-EU-Staaten gelten in Sachen Einbürgerung jedoch nach wie vor die Bestimmungen des Auswanderungslandes, welche nicht unbedingt mit den EU-Richtlinien übereinstimmen müssen. Bei Unklarheit empfiehlt sich daher, die zuständigen Behörden sowohl im In- als auch im Ausland zu konsultieren.

Eine kleine Checkliste

Das Zauberwort für die erfolgreiche Umsetzung der Auswanderungspläne lautet: Ein Schritt nach dem anderen. Es können manchmal mehrere Jahre ins Land gehen, bis der neue Heimathafen tatsächlich erreicht wird – darum hier einige Hilfestellungen für die Planung:

  • Nehmen Sie sich Zeit für einen intensiven Sprachkurs, der nach Möglichkeit mit einer Einführung in die allgemeine Landeskunde verknüpft ist. Je besser Sie über das Land, in das Sie auswandern möchten, bescheid wissen, desto weniger böse Überraschungen wird es bei der Planung geben.
  • Ein ausführlicher Dialog mit Ihren Familienangehörigen ist unerlässlich. Lassen Sie diesen Zeit, sich an den Gedanken des Auswanderns zu gewöhnen. Besondere Aufmerksamkeit muss hierbei den Bedürfnissen der Kinder gewidmet werden. Während Kleinkinder bis zu vier oder fünf Jahren sich erfahrungsgemäß leichter in eine neue Umgebung einleben, ist bei Kindern höheren Alters mit Blick auf ihre psychosoziale Entwicklung äußerste Vorsicht geboten, wenn es darum geht, sie aus ihrem gewohnten Umfeld zu reichen. Auch hier sind eingehende Gespräche erforderlich, notfalls auch mit einer sozialpädagogischen Fachkraft.
  • Sollte Ihre Familie die Pläne befürworten, ist es dennoch sinnvoll, zunächst alleine auszuwandern, um in der neuen Heimat alle nötigen Vorbereitungen zu treffen und den Rest der Familie später nachzuholen.
  • Befolgen Sie die Weisungen der Ämter im Auswandererland, selbst wenn sich dies zu Beginn als verwirrender und langwieriger Prozess heraus stellen sollte. Nur wenn alle Vorgaben erfüllt sind, können sie sich sicher sein, dass sie bei ihrer Planung gesetzlich abgesichert sind und ihr Vorhaben Erfolg hat.