Istanbul literarisch entdecken

Kategorie: Travel News ǀ

Nicht nur dass die Millionenstadt sich auf zwei Kontinenten ausbreitet und zwei Kulturen beheimatet, macht sie so besonders: Es ist das Miteinander von Tradition und Moderne und ihre interessante Geschichte, die der Metropole ein facettenreiches Flair verleihen – das wohl auch Schriftsteller beim Schreiben ihrer Werke inspirierte. Istanbul ist eine Literaturstadt – das zeigt Barbara Yurtdas Reisebegleiter.

 

Istanbul ist auch eine literarische Metropole - copyright: amazon.de

 In ihrem Reisebegleiter mit dem schlichten Titel Istanbul führt die Türkeikennerin Barbara Yurtdas in acht Spaziergängen zwar zu den üblichen bekannten Zielen der türkischen Kulturstadt am Bosporus, doch wandelt sie dabei auf den Spuren berühmter Schriftsteller, die hier Inspiration fanden – und das ermöglicht eine neue Perspektive auf die faszinierende Metropole.

Istanbul ist eine Literaturstadt – das denkt sich wohl nicht jeder Besucher der Stadt, während die  Autorin es schon in der ersten Zeile ihres Buches offenbart: So verbindet sie auch auf den Spaziergängen – egal ob durch die engen Gassen und bunten Basare, die Paläste und Bäder, zu den Moscheen, Bordellen und Kneipen oder ans Ende des Bosporus und zu den Prinzeninseln – berühmte Namen aus der Weltliteratur mit Istanbul.

Dabei sieht der Leser die Stadt durch die Augen der Schriftsteller. Der eine oder andere mag vielleicht noch wissen, dass Agatha Christie die türkische Stadt zwischen Orient und Okzident wiederholt besucht hat und ihr einige Inspiration verdankt: Im luxuriös-plüschigen Hotel Pera Palas schrieb sie ihren „Mord im Orientexpreß“.

Bekannt ist wahrscheinlich auch, dass der französische Autor Pierre Loti in Istanbul sein Liebesnest mit der schönen Aziyadeh aufschlägt – ihn zitiert Yurtdas beispielsweise im Rahmen ihres ersten Stadt-Spazierganges, der sich von Tünel bis Taksim erstreckt und durch das europäisch anmutende Viertel Beyoglu führt: Loti soll übrigens bereits vor dem Ersten Weltkrieg die „Verwestlichung Istanbuls“ kritisiert haben und damals wie heute tanzt, singt und trinkt es sich in Beyoglu am besten. 

Aber auch die Erklärungen, weshalb Schriftsteller wie Stefan Zweig, Graham Greene, Barbara Frischmuth, Gerd Heidenreich, Umberto Eco oder James Lovett die 13,85-Millionen-Einwohner-Stadt als poetischen Ort empfanden, bringen dem Leser Istanbul auf eine besonders intime Art nahe – und hauchen den ausgetretenen Touristenpfaden neues Leben ein.

Die Topographie der einzigartigen Metropole erhält aber ebenso durch die erwähnten Gedichte und Erzählungen türkischer Autoren eine völlig andere Dimension und macht Lust auf türkische Literatur.

Egal ob man das Buch bei einem Glas Apfeltee und zu einem original Simit, dem türkischen Sesamkringel, direkt am Ufer des Bosporus in Istanbul genießt oder vor der Reise zur Hand nimmt – es ermöglicht Literaturliebhabern einen besonderen Einblick in die Stadt mit vielen Details und Kuriositäten, ergänzt durch diverse Farbfotografien.