Suche innerhalb von reisebuch.de

Nicht nur sauber, sondern on tour - Tipps für Wäschewaschen unterwegs

Kategorie: Travel News ǀ

Reisende soll man nicht aufhalten – aber auch nicht mit lästigen Alltagspflichten belasten. Denn wer hat schon Lust dazu, die schönsten Tage im Jahr mit Putzen, Bügeln oder Wäschewaschen zu verbringen?

Gerade jetzt in der nahenden Sommerferienzeit heißt es insbesondere für Rucksacktouristen und Camper, die benötigte Ausstattung zu sichten, die passende Ferien-Destination auszuwählen und alles zu planen, damit es vor Ort keine unliebsamen Überraschungen gibt.

Dabei gilt, nur das Nötigste mitzunehmen und unnötigen Ballast zu vermeiden – gerade auch dann, wenn es in entlegene Gegenden fernab jeglicher Zivilisation gehen soll.

Doch wie steht es mit den wenigen Klamotten, die mit auf die Reise sollen? Eine Waschmaschine lässt sich ja schlecht unter die Arme klemmen… Dabei gibt es einige Tipps und Tricks, wie sich das scheinbare Problem schnell in (Urlaubs-)Luft auflöst.

 

fotolia©blas (#73281137)

pixabay©sadasdasd (CC0 1.0)

pixabay©fak1911 (CC0 1.0)

pixabay©MemoryCatcher (CC0 1.0)

Backpacker und Rucksacktouristen haben es schwer. Und das nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes, wenn Schulter und Wirbelsäule unter der Last der mitgeführten Reiseutensilien ächzen. Denn jedes Gramm mehr kann auf schier endlosen Touristenpfaden zum gefühlten Kilogramm mutieren.

Da gilt es, im Vorfeld minimalistisch zu denken und zu planen, wenn Pflaster und Wundsalben aus der Reiseapotheke nicht zu arg strapaziert werden sollen. Je länger man von zuhause weg sein wird, umso drängender wird die Frage, ob statt der vier Hosen, sechs Hemden und zehn T-Shirts vielleicht bereits auch die Hälfte ausreichend ist? Und was tun, wenn alles durchgeschwitzt und verdreckt ist, man aber abends frisch und sauber am Ziel der Reiseträume gepflegt ausgehen möchte?

Planung ist die beste Waschmaschine

Wer mit möglichst wenig am Leib länger auf Reise gehen will, kommt an einigen grundlegenden Überlegungen und Tipps nicht vorbei – Tipps, die es von eingefleischten Backpacker-Profis im Netz zuhauf gibt, und deren dringend empfohlene Lektüre stets auch den Hinweis enthält, möglichst ausschließlich mit knitterfreier, schnelltrocknender Wäsche in fremde Gefilde aufzubrechen. Denn Waschen – so der Tenor - sei nicht das eigentliche Problem, das Trocknen umso mehr, je nachdem, wohin die Reise gehen soll.

Denn während man Wäsche fast überall waschen kann, wenn nur Wasser und etwas Seife zur Verfügung stehen, gestaltet sich das Trocknen mitunter als problematischeres Unterfangen. Dann nämlich, wenn die Reise in verregnete Gebiete geht und die Sonne den Job an mitgeführter Wäscheleine, Baum oder am aufgeheizten Bus nicht übernehmen kann.

Leichtere, knitterfeste und schnelltrocknende Kleidung in sparsamem Umfang ist daher das A und O in jeder Backpacker-Ausstattung. Für eventuelle Handwäsche sollte das Gewebe strapazierfähig genug und bereits mehrfach vorher gewaschen worden sein, damit es nicht andere Kleidungsstücke verfärben kann. Und möglichst resistent gegen ausbleichende UV-Strahlung soll es auch sein.

Intelligent packen

Sollte es an einem Reiseziel kalt sein, können die wenigen mitgeführten Kleidungsstücke in Lagen übereinander angezogen werden. Um den Waschaufwand zu minimieren, empfiehlt sich dabei immer die gleiche Wäsche im Zwiebelprinzip als „Außenhaut“ zu tragen. Sie wird dabei nur wenig bis gar nicht verschwitzt und kann entsprechend länger ohne Wäsche auskommen.

Mit wenig hauszuhalten setzt zwangsläufig die Bereitschaft voraus, Oberbekleidung nicht unbedingt jeden Tag zu wechseln und sie bei Bedarf mehrere Tage zu tragen. Im Gegensatz zu Unterwäsche, die direkter am Körper getragen wird und maßgeblicher für ausreichende Körperhygiene verantwortlich ist, kann Oberbekleidung vergleichsweise sparsamer auf Reisen gehen.

Drei bis maximal vier Monturen an Wechselkleidung müssen für Rucksacktouristen ausreichen, da ja noch andere wichtige Accessoires Platz im begrenzten Rucksack beanspruchen.

Ein Rucksack-Must-Have: Eine Tube Waschseife

Da bei Bedarf nicht unbedingt überall rettende Waschsalons, Münzwäschereien oder Wäscheservices zur Verfügung stehen, gehört eine handliche Tube handelsüblicher Waschseife oder Handseife zur Grundausstattung unbedingt dazu. Alternativ beziehungsweise ergänzend können Waschmittel, Weichspüler und Fleckenentferner handlich portioniert in festverschließbaren Folienbeuteln mit auf Reisen gehen, wenn entsprechend an Kleidung gespart wird.

Zur Handwäsche bedarf es dann lediglich etwas an möglichst sauberem Wasser - idealerweise Leitungswasser aus dem Hahn -, das nicht unbedingt temperiert sein muss. Denn Waschen geht auch mit kaltem Wasser. Und Waschmittel muss bei Temperaturen von 15 oder 20 Grad nicht höher dosiert werden als bei höheren Temperaturen.

Nicht nur sauber, sondern rein?

Bei Handwäsche sollten zuerst gleichfarbige oder farbähnliche Wäschestücke ins Waschwasser gegeben werden und zunächst wenige Minuten darin einweichen können. Dann wird die Waschmittellösung vorsichtig durch die Stofffasern gedrückt. Bei robusteren Stoffen kann stärker gerieben und die Fasern beim Waschvorgang auch verdreht und ausgewrungen werden. Anschließend müssen die Textilien lediglich noch mit klarem lauwarmem Wasser ausgespült werden, bis alle Waschmittelreste entfernt sind.

Steht nur eine Portion Waschwasser zur Verfügung, sollte immer mit der hellen Kleidung begonnen werden. Erst nachdem sie gewaschen und aus dem Waschwasser entfernt ist, kann die zweite Portion dunklerer Wäsche nachfolgen. Gleiches muss auch beim Nachspül-Vorgang beachtet werden.

Natürlich keimfrei wird nasse Wäsche besonders dann, wenn ihr abschließend ein ausgiebiges Sonnenbad gegönnt wird – Wäsche, die nicht ausbleichen kann vorausgesetzt. Denn das UV-Licht in den Sonnenstrahlen tötet noch die meisten, etwaig verbliebenen Keime und Bakterien zuverlässig ab, die bei grober Wäsche noch im Gewebe verblieben sind.

So haben auch Muffelgerüche, die nach der Wäsche noch in einzelnen Stücken zurückbleiben können, keine Chance.

Clever waschen und Tritt für Tritt zur Sauberkeit

Auf Waschen in Umgebungen, die nicht perfekt mit Wasser- und Stromanschlüssen ausgestattet sind, muss keineswegs verzichtet werden. Das wissen auch erfahrene Camper und Glamper, die neben altbewährter Handwäsche und Inanspruchnahme diverser Waschmünzautomaten auf die etwa nur 150 Gramm „schweren“ Waschbeutel nicht verzichten wollen.

Die in der Regel mit eingebauten Noppen, Sichtfenstern, Füllmarken Rollverschlüssen ausgestatteten „kleinsten Waschmaschinen der Welt“ sind leicht in der Handhabung und zudem wasserschonend – und eine Steckdose benötigen sich auch nicht: In den auf Hosentaschengröße zusammenfaltbaren wasserdichten Sack wird die Wäsche zusammen mit Wasser und Waschmittel eingefüllt. Nach dem Schließen wird die überflüssige Luft entlassen und dann geschrubbt. Abschließend muss die Wäsche noch gespült und getrocknet werden.

Ohne Strom kommt auch die sogenannte „Biclivadora“ aus, die lediglich menschliche Muskelkraft benötigt und vielleicht noch irgendwo in einer Ecke von Campingbus oder Wohnmobil Platz findet. Die von Studenten des Massachusetts Institute of Technology entwickelte pedalbetriebene Waschmaschine ähnelt einem Fahrrad, an dessen Vorderseite eine kompakte Waschtrommel angebracht ist. Der Begriff ist eine Kombination der spanischen Wörter für "Fahrrad" und "Waschmaschine".