Venedig 2024: Eine Stadt im Wandel, zerrissen zwischen Massentourismus und dem Streben nach Nachhaltigkeit

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Eine Rückkehr nach Venedig nach zwei Jahrzehnten offenbart eine Stadt im Umbruch, eine Stadt, die mit den Herausforderungen des modernen Tourismus ringt, während sie gleichzeitig versucht, ihre einzigartige Identität und ihren unwiderstehlichen Charme zu bewahren.

Venedig, wie man es kennt und liebt...aber mit Bad in der Menge! Foto: if/reisebuch.de

Touristenmassen in Venedig nahe Markusplatz; Foto: if/reisebuch.de

Café Florian: vorher unbedingt einen Blick in die Karte werfen! Foto: if/reisebuch.de

Der Massentourismus hat mittlerweile tiefe Spuren in Venedig hinterlassen. Die einst romantischen Gondelfahrten sind zu einer teuren Massenabfertigung verkommen, bei der sich die Boote Stoßstange an Stoßstange durch die Kanäle schieben. Die Vaporetti, die Wasserbusse, sind hoffnungslos überfüllt, und selbst die historischen Cafés am Markusplatz wie das Florian, einst Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen, sind zu grotesk überteuerten Touristenfallen geworden.

Die kommerziellen Angebote dominieren das Stadtbild. Souvenirläden, die billigen Kitsch verkaufen, haben fast alle kleinen, traditionellen Geschäfte ersetzt, in denen man noch handgefertigte Masken und Murano-Glas kaufen konnte. Internationale Restaurantketten haben die lokalen Trattorien verdrängt, und die Speisekarten sind voll von standardisierten Gerichten, die kaum noch etwas mit der authentischen venezianischen Küche zu tun haben.

Doch es gibt auch Lichtblicke, Zeichen dafür, dass Venedig sich gegen den Ausverkauf seiner Seele wehrt. Kleine, familiengeführte Hotels bieten eine Alternative zu den gesichtslosen Kettenhotels. Lokale Guides führen Besucher abseits der ausgetretenen Pfade zu versteckten Plätzen und erzählen Geschichten, die in kaum einen Reiseführer zu finden sind. Kochkurse vermitteln die Geheimnisse der venezianischen Küche, und kleine, charmante Cafés servieren exzellenten Kaffee und hausgemachte Kuchen zu akzeptablen Preisen.

Die Stadtverwaltung hat erkannt, dass der Massentourismus die Stadt zu ersticken droht. Kreuzfahrtschiffe werden beschränkt, und ab 2024 müssen Tagestouristen an bestimmten Tagen (Wochenenden) eine Eintrittsgebühr (von 5€/Person) zahlen. Initiativen wie "Slow Venice" fördern lokale Geschäfte und Restaurants und setzen sich für einen nachhaltigen Tourismus ein.

Venedig ist eine Stadt im Wandel, eine Stadt, die sich neu erfinden muss, um zu überleben. Aber sie ist auch eine Stadt, die ihren Zauber bewahrt hat, eine Stadt, die ihre alten Fans immer noch in ihren Bann zieht.

Abseits der Touristenströme und früh morgens oder abends findet man immer noch stille Kanäle, verträumte Plätze und charmante Cafés. Die Museen, wie der Dogenpalast und die Peggy Guggenheim Collection, bieten kulturelle Highlights von Weltrang. Und in nicht wenigen kleinen, versteckten Osterias kann man immer noch die authentische venezianische Küche genießen, ohne dass man übers Ohr gehauen wird.

Venedig ist mit allen Einschränkungen und Bedenken immer noch eine Stadt, die es wert ist, entdeckt zu werden, eine Stadt, die jeden Besucher immer wieder aufs Neue faszinieren und inspirieren kann.

In Venedig gibt es immer noch viele günstige Restaurants und Cafés sowie Unterkünfte. Hier sind einige Empfehlungen:

Akzeptable Restaurants

* Bacaro Quebrado: Wechselnde Karte mit kleinen Gerichten und Pasta in einer gemütlichen Taverne mit Tischen auf dem Gehweg. Google Maps (4,5 Sterne)

* Rosticceria Gislon: Günstig und gut, mit leckeren Gerichten zum Mitnehmen. Google Maps (4,4 Sterne)

* Baci & Pasta: Frische Pasta und leckere Salate zu günstigen Preisen. Website und Google Maps (4,7 Sterne)

* Osteria Al Squero: Traditionelle kleine Speisen und Wein in einer gemütlichen, rustikalen Osteria am Kanal. Google Maps (4,7 Sterne)

Cafés

* The Caffe Rosso: Lebhafte Kneipe mit alternativer Atmosphäre und auffälliger roter Fassade, ideal für Kaffee und Cocktails. Website und Google Maps (4,2 Sterne)

* Caffè La Serra: Gemütliches Café mit gutem Kaffee und Kuchen in einem schönen Garten. Website und Google Maps (4,2 Sterne)

Akzeptable Übernachtungsmöglichkeiten in Venedig Stadt

* Campingplatz: Camping ist eine günstige Möglichkeit, in Venedig zu übernachten. Es gibt mehrere Campingplätze in der Nähe der Stadt, z.B. Ecogarden Venice Camping (ab 38€/Nacht) und Campingplatz Rialto (ab 41€/Nacht).

* Hostel: Hostels sind eine weitere günstige Option. In Venedig gibt es viele Hostels, z.B. a&o Hostel Venezia Mestre (ab 45€/Nacht).

* Gästehaus: Gästehäuser sind oft günstiger als Hotels. Du kannst online nach Gästehäusern in Venedig suchen.

* Airbnb: Airbnb ist eine weitere Möglichkeit, günstig in Venedig zu übernachten. Du kannst online nach Apartments oder Zimmern in Venedig suchen.

Wenn man außerhalb der Hochsaison (Juni bis September) nach Venedig reist, sind die Preise für Unterkünfte oft günstiger!

Für 3-Sterne-Hotels findet man z.B. folgende Optionen:

* Hotel Centrale - Gemütliches Hotel mit Frühstücksbuffet und einfachen Zimmern mit kostenlosem WLAN und Balkon. Preis: ab 48€/Nacht.

* Hotel Agli Artisti - Einfache, wohnliche Zimmer, teils mit Balkon, in Hotel mit kostenlosem WLAN, Loungebereich und Frühstücksraum. Preis: ab 56€/Nacht.

* Hotel Tiziano - Hotel in einem Gebäude aus dem 15. Jahrhundert am Kanal mit eleganten Zimmern, kostenlosem WLAN und Frühstück. Preis: ab 102€/Nacht.

Als 4-Sterne-Hotels bieten sich u.a. an:

* Hotel Ca 'D'Oro - Stilvolles Hotel am Wasser mit eleganten Zimmern und Suiten sowie einer Dachterrasse. Preis: ab 129€/Nacht.

* San Lio Tourist House - Preis: ab 92€/Nacht.