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Amerikanisches Frühstück - American Breakfast


Hungrig und verführt von Neonreklame wie Breakfast all Day oder Breakfast Special $3,95 läßt man sich gerne auf das preiswerte Angebot fürs US-Frühstück ein. Speisekarte und freundliche Bedienung lassen nur Gutes erwarten. Klar und übersichtlich ist da schließlich aufge li stet: 1-Egg, 2-Egg, 3-Egg-Breakfast, gesondert herausgestellt das Special und dazu – vielleicht auch als Alternative – Pancakes.

Okay, das 2-Egg-Breakfast als Sonderangebot für $5,95, Tee/Kaffee inklusive
plus tax. Den Finger auf die Karte, dann ist alles klar, oder nicht? Denn schon kommt die erste Frage: How would you like your eggs? Man denkt an Spiegeleier ..., wie hieß das doch gleich auf Englisch? Der unsichere Blick führt zur Hilfeleistung: Sunny side up? (Spiegeleier), scrambled? (Rührei), over? (beidseitig gebraten), over easy?, over hard?, over medium? Also die »Sonnenseite nach oben«, ein schön bildhafter Ausdruck, nix mit over!


Aber weiter: With bacon, ham or sausages? Sausages ist eigentlich nicht schlecht, aber da gibt’s oft gar keine Würste, sondern einen gewürzten Fleischklops aus Wurstmasse. Also ham (gekochter Schinken, aber heiß) oder bacon – der Speck sollte gut durchgebraten sein, was aber nicht als order vorgesehen ist. Bacon kommt, wie es kommt.

Hash browns or fries? Die Bedienung lächelt immer noch. French fries, hat der Tourist bereits gelernt, sind Pommes Frites. Warum also nicht hash browns, eine Mischung aus Rösties und Kartoffelpuffer?

Aber damit ist noch nicht Schluß: How would you like your toast? Toast ist Toast bei einer Brotkonsistenz, die der von Marshmellows ähnelt, gleich, ob white, wheat, whole wheat, black oder dutch bread gebräunt werden. Was man jetzt auch sagt, geschmacklich kommt sowieso Pappiges. Also am besten gleich den ersten Vorschlag bestätigen.


Oder Pancakes ordern? Die sind weich und fluffy – nicht so wie Pfannkuchen bei uns – und werden immer mit Maple Syrup serviert. In Kombination mit dem ersten Gang aus eggs, bacon und hash browns bilden sie eine ziemliche Kalorienbombe. Dann doch lieber toast und zwar mit marmelade or jam? Die Bedienung wird’s schon richten, hat aber meist noch eine kleine Frage auf dem Herzen: What kind of juice would you like? Orange, Tomato, Grape fruit? Soviele Entscheidungen in rascher Folge, und das schon vorm Frühstück! Schlimm genug für den noch schläfrigen Sprachversierten und ein Martyrium bei nur geringen Englischkenntnissen.

Zum Glück ist die letzte Frage ganz einfach: Tea or coffee? Heißwasser und einen Teebeutel oder Kaffee eben. Dabei entfällt jede weitere Differenzierung.
Kaffee ist in Amerika eben Kaffee, der mal danach schmeckt und oft auch gar nicht.

Einmal eingeweiht, weiß man ein Egg Breakfast zu schätzen, obwohl boiled eggs unbekannt sind. Dafür entfällt die Frage, ob 4, 5 oder 6 min Kochzeit. Wer kräftig zulangt, spart ohne weiteres das Mittagessen.