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Indianer Reservate © by Hans-R. Grundmann - Reise-Know-How - Verlag

Reservate

Reisen durchs Indianerland Die nebenstehende Karte zeigt die wichtigsten Indianerreservate im Westen der USA (im Ostteil gibt es keine Reservate in nennenswerter Zahl und Größe). Viele Reservate sind – touristisch gesehen – unauffällig; die meisten liegen abseits üblicher Reiserouten. Bedeutsame Ausnahmen bilden, wie erwähnt, die Navajo- Hopi Reservate in Arizona, die Dörfer der Zuni und Pueblo Indianer in New Mexico und die Gebiete der Blackfeet, Flathead und Cheyenne in Montana.

Lebensbedingungen

Die Mehrheit der Reservats-Indianer, gleich welchem Kulturkreis zugehörig, lebt heute weder im Teepee noch in traditionellen Gras- oder Lehmhütten und Pueblos – obschon es auch das noch gibt – sondern in schlichten Behausungen »moderner« Prägung. Das Erscheinungsbild indianischer Siedlungen in oft trostloser Öde ist dabei überwiegend armselig. Im Reservats-Supermarkt, wiewohl sonst gut sortiert, sucht man Alkoholika vergeblich. Theoretisch darf der durchfahrende Weiße nicht einmal alkoholische Getränke im Auto mitführen. Einerseits Bevormundung durch das Bureau of Indian Affairs (heute durchaus unterstützt von den Organen der indianischen Selbstverwaltung), andererseits aber auch ein deutlicher Hinweis auf die Schwere des Alkoholproblems.

Kunst und Kultur

Im Gegensatz zum bisweilen ziemlich irritierenden äußeren Eindruck steht in manchen Reservaten die stolze und eindrucksvolle Präsentation indianischer Relikte aus der Zeit vor Columbus – Cliff Dwellings, Pueblos, zum Teil in eigenen Parks wie Canyon de Chelly, den Hopi Mesas und Taos Pueblo – und der vergangenen wie gegenwärtigen Kultur in Museen und Kulturzentren der Stämme (z.B. in Albuquerque/New Mexico) sowie die Demonstration indianischer Tradition und Folklore während zahlreicher Tanz- und Musikfeste (den Pow-Wows).
Wenig bekannt ist, dass die Musik der Indianer (Apache, Kiowa, Blackfoot, Navajo u. a.) auf Platten, Kassetten und heute CDs schon lange den Weg in die Läden fand (besonders im Umfeld von Indianergebieten, auch in Shops von Nationalparks).
Indianische Kunstgegenstände wie Silberschmuck, Tongefäße und -geschirr, Web- und Lederwaren, Schnitzereien, Grafik und Gemälde werden in den Weststaaten, speziell im Südwesten allerorten angeboten. Sie sind nicht billig, aber preiswerter als anderswo findet man Indian Handicraft in den Reservaten, selbstverwalteten Museen und Kulturzentren. Dort hat man die Gewissheit, dass die Erlöse voll bei den Indianern verbleiben.

Kasinos

Seit 1988 ein Bundesgesetz das High Stake Gambling, sprich: »Glückspiel um Geld«, in Reservaten erlaubt, haben landesweit fast alle Indianerstämme die Spielwut der Weißen zur Haupteinnahmequelle gemacht. Faktisch gibt es heute kein Reservat mehr ohne Spielkasino.

Indianer Wandgemälde © by Hans-R. Grundmann - Reise-Know-How - Verlag
Indianer Wandgemälde: we the people; © by Hans-R. Grundmann - Reise-Know-How - Verlag

Kontakte

Bei persönlichen Kontakten kommt es vor, dass Aufgeschlossenheit gegenüber indianischer Kultur und den Problemen der Gegenwart große Resonanz erzeugt. Vor allem gebildete Indianer suchen den Kontakt nach außen und werben um Verständnis und Unterstützung für ihre Anliegen gerne auch bei ausländischen Besuchern. Über die internationale öffentliche Meinung erhofft man sich die Forcierung von Entwicklungen, die allein nicht oder nur sehr mühsam in Gang zu setzen wären.

Literatur

In vielen Bookshops und in Besucherzentren der Nationalparks und -monumente gibt es reichlich – auch kritische – Literatur zu Indianerfragen, darunter Bücher und Materialien der Indianer selbst zur aktuellen Situation. In deutscher Sprache sind folgende neuere Veröffentlichungen empfehlenswert:

  • Das große Buch der Indianer, Thomas Jeier, Ueberreuter 2008
  • Der große Bildatlas Indianer, Bechtemünz Verlag 1999
  • Die wahre Geschichte der Indianer, Ursprung und Alltag der Stämme Nordamerikas, René Oth, Battenberg 1999
  • Unsere Zukunft ist Eure Zukunft – Indianer heute, DTV 2002
  • 500 Nations, illustrierte Geschichte der Indianer, A.M. Josephy, Prachtband Frederking & Thaler 1996, antiquarisch ab $30.

Eine etwas andere Art von Literatur sind die Kriminalromane des Erfolgsautors Tony Hillerman. Sie spielen im Navajo-Reservat und erhellen die heutige Situation und das Leben im Navajoland. Einige seiner Romane wurden übersetzt und erschienen als Taschenbuch bei Goldmann. Die amerikanischen Originale gibt’s in jedem Buchladen und im Navajo-Reservat sogar im Supermarkt. Bestsellertitel sind Talking God, Finding Moon und Sacred Clowns. Die Paperbacks kosten ca. $8/Band.