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Chiricahua National Monument


Faraway Ranch © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag
Faraway Ranch; © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag

Biodiversität zwischen Sierra Madre und Rocky Mountains

Land of Standing Rocks

Die Chiricahua-Apachen nannten es das “Land der stehenden Felsen”, die Pioniere Wonderland of Rocks. Die märchenhaft wirkenden Türme und Säulen in diesem National Monument in der Südostecke Arizonas entstanden aus den Ablagerungen eines Vulkans, der vor etwa 25 Mio. Jahren explodierte. Als die vulkanische Asche abkühlte, verfestigte sie sich zu einer 600 m dicken Rhyolit-Schicht. Die Erosion nagte danach Nadeln, Türme und Figuren aus dem Fels, etwa die duck on a rock oder den schlanken totempole.

Sky Island Chiricahua

Die Chiricahua Mountains sind eine von rund 40 sky islands (Himmelsinseln)
im Grenzgebiet von Arizona, New Mexico und Mexico. Es handelt sich um relativ regenreiche, kühle Bergketten, die voneinander durch weite, wüstenartige Ebenen getrennt sind. Zusammen mit der Sierra Madre Occidental in Mexico gehören sie zu den drei Mega-Zentren der Artenvielfalt auf unserem Planeten.

Die Chiricahua Mountains stehen am Berührungspunkt von Sierra Madre Occidental (Süden), Rocky Mountains (Norden), Sonora und Chihuahua Desert (im Westen bzw. Osten). Mehr als 1.200 Pflanzenund 70 Säugetierarten leben in diesen Bergen. Die Hälfte aller in Nordamerika vorkommenden Vogelarten gibt sich dort ein Stelldichein – dazu gesellen sich Besucher aus Mexico, wie etwa der seltene elegant trogon (Kupfertrogon) und der bekannte Mexican jay (Graubrusthäher), den man vor allem auf Campgrounds und Sandwiches trifft.
Trotz einer relativ bescheidenen Größe von 49 km2 (11.985 acres) beherbergt das zwischen 1.570 m (5.160 ft) bis 2.385 m (7.825 ft) gelegene Nationalmonument viel Erstaunliches und Wundersames.

Flora und Fauna

Kakteen besiedeln die tieferen, wüstenartigen Lagen. Die mittleren Regionen sind von pine-oak woodlands (Kiefern-Eichen-Gehölzen) bedeckt, und auf den Bergspitzen finden sich Föhren und Tannen. Mit etwas Glück treffen Sie auf Wanderungen auf javelinas (Halsbandpekaris) im vorstehenden Kapitel über den Saguaro National Park), oder gar auf coatimundis (südamerikanischer Nasenbär), die in einer Eiche herumtollen.

Geschichte

Die Chiricahua Mountains sind nebenbei auch ein recht geschichtsträchtiger
Platz. Unter ihren berühmten Anführern Cochise und Geronimo versuchten die Chiricahua-Apachen, hier die Flut weißer Siedler zu stoppen. Ohne Erfolg. 1886 wurde die letzte “Bande” in ein weit entferntes Reservat verfrachtet. Heute erinnert nicht mehr viel an die großen Zeiten der Indianer. Der Cochise Peak bleibt jedoch ein Mahnmal, wenn er sich unter dem roten Abendhimmel in die Silhouette eines stolzen Indianerhauptes verwandelt.

Unter den ersten Siedlern der Region war auch ein schwedisches Paar. Deren Tochter Lillian und ihr Mann Ed Riggs übernahmen die elterliche Farm und machten aus ihr eine Guest Ranch. Die Faraway Ranch ist heute eine kleine Sehenswürdigkeit auf dem Terrain des Nationalmonuments, das im Jahre 1924 eröffnet wurde.

Karte Chiricahua National Monument © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag
Karte Chiricahua National Monument; © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag

Reiseplanung Chiricahua National Monument

Anreise mit dem Zug

Die nächstgelegenen Amtrak-Stationen befinden sich in Benson, Tucson und Lordsburg (New Mexico) entlang der Route Los Angeles – San Antonio (3x wöchentlich) und LA – Dallas (4x pro Woche).

Anreise mit dem Bus

Der nächstgelegene Greyhound Stop ist Willcox, ca. 35 mi westlich des National Monument (mehrmals täglich auf der Route Tucson–El Paso und umgekehrt). In Willcox gibt es aber weder Taxis noch Busse noch Mietwagen! In Benson, einer etwas größeren Stadt 30 mi weiter, sieht es nicht viel besser aus. Sofern Sie kein Fahrrad mitführen, ist es aus jeder Richtung ggf. am sinnvollsten, bis Tucson zu fahren und von dort den Weitertransport zu arrangieren.

Anreise mit dem Flugzeug

Der nächste größere Flughafen ist Tucson International Airport; von dort geht es weiter per Mietwagen. Kleine Regionalairports befinden sich in Willcox und Sierra Vista (westlich von Tombstone).

Anreise mit dem Mietwagen

Alle großen Autovermieter sind in Tucson vertreten. In Benson gibt es die Firma Munday Chevrolet, 1201 S Hwy #80, Tel. (520) 586-2236.

Zufahrt

Von Osten und Westen (Phoenix 233 mi; Tucson 117 mi) nähert man sich dem Chiricahua NM zunächst über die Interstate #10. In beiden Fällen verläßt man die Autobahn bei Willcox (36 mi) und fährt südöstlich auf den Straßen #186 und #181 zum Ziel. Bei Anfahrt von Osten gibt es eine etwas rauhe Abkürzung: ca. 50 mi westlich von Lordsburg (I-10, Exit #362) verbindet eine Schotterstraße das Nest Bowie mit der Straße #186. Auf dieser spart man gegenüber der Fahrt
über Willcox 35 mi. Die Strecke ist staubig und streckenweise schlecht, aber bei Trockenheit unproblematisch.

Am Apache Pass befindet sich der Ausgangspunkt eines Trails zu den Überresten des Fort Bowie (retour etwa 5 km), das hier vor rund 130 Jahren als vorgeschobener Außenposten gegen die Apachen diente.

Klima und Reisezeit

Die Sommer sind am Fuße der Chiricahua Mountains heiß, wenngleich in höheren Lagen erträglich. Der monsoon bringt von Juli bis Anfang September gewittrige Regengüsse, die für Abkühlung sorgen. Im Winter kann es empfindlich kalt werden.

Die Hochsaison für Vogelfreunde startet im Frühling, wenn die Nistzeit beginnt. Für Blumenliebhaber sind August und September die besten Monate. Für Wanderungen empfiehlt sich vor allem der Zeitraum von Mitte September bis Mai.

Infrastruktur

Kleiner, schön gelegener Bonita Campground im NM (ganzjährig geöffnet; RVs nur bis maximal 26 ft). Weitere (primitive) Campgrounds im angrenzenden Coronado National Forest. Wohnmobile finden auch Platz beim El Dorado Trading Post, etwa 1 mi außerhalb des Nationalmonuments.

Vor der Einfahrt passiert man das Chiricahua Foothills Bed & Breakfast. Ein RV Park existiert in Sunizona, 26 mi südwestlich, eine Handvoll Motels, Bed & Breakfast Places, Fast Food und Shopping in Willcox.

Informationen

Chiricahua National Monument, 12856 East Rhyolite Creek Road, Willcox, AZ 85643, Tel. (520) 824-3560, Website: www.nps.gov/chir. Willcox Chamber of Commerce and Agriculture, 1500 N Circle I Road, Willcox, AZ 85643, Tel. (520) 384-2272. Coronado National Forest, PO Box 228-R, Douglas, AZ 85607, Tel. (520) 364-3468

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