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Ein Überblick über National, State und Provincialparks in den USA und Kanada


Die Nationalparkidee

Die Schaffung der Nationalparks basiert auf dem Gedanken, außergewöhnliche Landschaften, Naturwunder und bedeutsame historische Stätten vor Zerstörung und kommerzieller Ausbeutung zu bewahren, aber den (kontrollierten) Zugang zu ermöglichen. Die Geschichte der Nationalparks ist lang. Als erste wurden 1872 in den USA der Yellowstone National Park, 1887 in Canada der Banff Park gegründet. Die Nationalparkidee wird seither in beiden Ländern vom National Park Service in vorbildlicher und weltweit nachgeahmter Weise in die Praxis umgesetzt.

Aber nicht nur Landschaft und Natur, auch viele historische Stätten sind ins Nationalparksystem einbezogen. Ihre differenzierte Bezeichnung ist in den USA schon fast verwirrend. Da gibt es National Monuments, Historic und Military Sites, Historical Parks, Memorials und Battlefields, während in Canada alle Nicht-Landschaftsparks mit einem Begriff, dem National Historic Park, benannt sind.



Historische Parks

Derartige Stätten sind oft Persönlichkeiten – überwiegend Politikern und Militärs – gewidmet, oder sie dienen dem Erhalt architektonischer, industrieller oder historischer Besonderheiten. Der Nordosten ist damit reich gesegnet. Allein in Canada gibt es im Osten 53 Historic Parks gegenüber 14 Parks im alten, »klassischen « Sinn. Als europäischer Besucher ist man erstaunt, wie intensiv auch relativ kleine, nicht sonderlich sensationelle nationale Einrichtungen dieser Art gepflegt und wie stark sie von Besuchern aller Bevölkerungsschichten frequentiert werden.

Nationalparks in Kanadas Osten

Die Nationalparks im Nordosten sind bei uns im allgemeinen weit weniger bekannt als die des amerikanischen bzw. kanadischen Westens. Dabei haben vor allem die 14 Nationalparks im Osten Canadas zwischen Lake Superior und Neufundland – z.B. Georgian Bay Islands und Bruce Peninsula in Ontario, Mauricie und Forillon in Québec, Kouchibouguac und Fundy in New Brunswick, Kejimkujik und Cape Breton Highlands in Nova Scotia und Gros Morne auf Neufundland – durchaus einiges zu bieten. Doch sind sie – auf den ersten Blick – nicht so exotischgrandios wie z.B. der Grand- oder Bryce Canyon.

Nationalparks im Nordosten der USA

Mit dem überaus populären Acadia National Park in Maine liegt nur einer von heute insgesamt 50 US-amerikanischen Nationalparks im Nordosten. Daneben findet man aber noch National Sea- bzw. Lakeshores, nämlich Cape Cod in Massachusetts, Fire Island auf Long Island im Staat New York und Pictured Rocks und Sleeping Bear Dunes in Michigan.

Maritime Parks

Nicht nur auf der Erde – auch unter Wasser werden natürliche Lebensräume geschützt, nämlich in den National Marine Parks Fathom Five vor Ontarios Bruce Peninsula und Saguenay am St. Lawrence- Unterlauf in Québec.

National Forests

Landschaftliche Attraktivität und unberührte Natur findet man durchaus nicht nur in Einrichtungen des National Park Service. Namentlich die Nationalforste stehen ihnen in beiden Ländern oft in nichts nach. Ihr Eintritt ist frei, und die meisten Straßen durch Nationalforste – speziell in den Neu-England Staaten Maine, New Hampshire und Vermont – sind meistens eine angenehm zu fahrende Route. Zudem haben sie oft sehr schön gelegene Campingplätze.

State und Provincial Parks

Ungewöhnliche geologische Formationen, historisch interessante Orte und sehenswerte Landschaften gibt es außer auf Grundbesitz der nationalen Regierungen auch auf anderen Ländereien, etwa der einzelnen US-Staaten und kanadischen Provinzen. Wie der Bund verfügen diese ebenfalls über eine Parkverwaltung, die für regional unterhaltene Parks, Historic Sites und Monuments, Beaches und Recreational Areas zuständig ist. Mancher State und Provincial Park etc. steht den nationalen Pendants qualitativ kaum nach, z.B. der Algonquin Park in Ontario, der größte Provinzpark Canadas und zugleich einer der bekanntesten, der oft fälschlich für einen Nationalpark gehalten wird.

Picknick und Camping

Obwohl der Parkgedanke in den verschiedenen Staaten und Provinzen eine unterschiedliche Auslegung erfährt, signalisieren State wie Provincial Parks immer das Vorhandensein einer gepflegten öffentlichen Anlage, mindestens mit Picknickplatz und in sehr vielen Fällen großzügig angelegten Campgrounds. Oft sind Badestrände, Bootsanleger und Angelgelegenheit vorhanden wie beispielsweise im Adirondack Park in New York State.