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Saguaro National Park



Wald aus Kakteen © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag
Wald aus Kakteen

Die artenreichste der nordamerikanischen Wüsten

Saguaro Kaktus und Sonora Desert

Der Saguaro, ein hoch gewachsener Säulenkaktus, ist mit seinen typischen Armauswüchsen unabdingbares Requisit unzähliger Westernkulissen und für viele das Symbol des Südwestens schlechthin. Er wächst nur in der Sonora Desert in einer der heißesten und trockensten Regionen Nordamerikas. Nichtsdestoweniger besitzt die Sonora unter den vier nordamerikanischen Wüsten die größte Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Ihren Artenreichtum verdankt sie zwei Regenzeiten: heftige Gewitter im heißen Sommer und sanfte Regenfälle im milden Winter.

Saguaro © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag
Saguaro

Artenreichtum der Wüste

Außer einer großen Zahl unterschiedlichster Kakteenarten – neben dem Saguaro z.B. die äußerst “anhänglichen” und stachligen chollas (Opuntienkaktusart), der fishhook cactus mit angelhakenähnlichen Stacheln und der faßförmige barrel cactus (Faßkaktus) – gedeihen hier auch Büsche und Bäume wie creosote (Kreosotbusch), ocotillo (Kerzenstrauch), mesquite (Mesquitestrauch), der grünstämmige palo verde (Parkinsonie) sowie – bei günstigen klimatischen Verhältnissen – unzählige Wildblumen.

Unter den zahlreichen Vogelarten finden sich die elf owl (Elfenkauz), kleinste Eule der Welt, der gilded flicker (Goldspecht), die gurrende white-winged dove (Taubenart), der Harris hawk (Wüstenbussard), der schwarzgefiederte phainopepla (Trauerseidenschnäpper), road runner (Rennkuckuck) und der Gila woodpecker (Gilaspecht), der auf geeigneten Resonanzböden w.z.B. metallenen Regenrinnen und Telefonmasten manchmal wie wild herumhämmert – schließlich will er nicht nur Weibchen anlocken, sondern auch seine Reviergrenzen laut und deutlich bekannt geben. Das berühmt-berüchtigte Gila monster (Gila-Krustenechse), bats (Fledermäuse), javelinas (Halsbandpecaris), Koyoten und die elegante pronghorn antelope (Gabelbock) fühlen sich in dieser harschen Umgebung zu Hause.

Saguaro National Park

Der am nordöstlichen Rand der Sonora Desert gelegene Saguaro National Park besteht aus zwei Teilen: die Rincon Mountain Unit im Osten von Tucson und die Tucson Mountain Unit im Westen der Stadt. Zusammen umfassen sie eine Fläche von etwa 352 km2 (87.000 acres) der Sonora Desert mit dichten Saguaro-Beständen am Rande der Großstadt. Das östliche Areal, rund dreimal größer als das westliche, schützt neben einem – überalterten – Saguaro-Bestand auch Teile der Rincon Mountains.



Eastern und Western Unit des Parks

Zwischen der Basis auf 820 m (2.700 ft) und dem 2.641 m (8.666 ft) hohen
Mica Mountain gedeihen die unterschiedlichsten Pflanzengesellschaften von der Kaktuswüste bis zum Nadelwald. Obwohl das gesamte Gebiet bereits 1933 als National Monument unter Schutz stand, war das Grasen von Vieh in der Eastern Unit bis 1956 erlaubt (in höheren Regionen sogar bis 1984). Erst 1994 wurde Saguaro zum Nationalpark erklärt. Im Ostteil sieht man hauptsächlich bereits vom Alter gezeichnete oder noch relativ kleine Saguaros. Der dichteste und eindrucksvollste Bestand befindet sich im Westteil. Dort gedeihen Saguaros jeglichen Alters, aller Größen und Formen. Wegen der tieferen Lage ab 670 m (2.200 ft) ist es dort im allgemeinen wärmer, was die Artenzahl der Wüstenlebewesen gegenüber der Rincon Mountain Unit erhöht. So findet man desert iguana (Wüsten- leguan), sidewinder (eine Schlangenart), desert kangoroo rat (Känguruhratten) und den ironwood (Eisenholzbaum), der in der Rincon Mountain Unit gar nicht vorkommt.

Tucson Mountain Unit (Westteil)

Aus zwei Gründen haben wir uns auf die Tucson Mountain Unit oder District konzentriert: erstens bietet sie mehr Wandermöglichkeiten in dichten Saguaro Forests, zweitens befindet sich in ihrer Nachbarschaft das hervorragende Arizona Sonora Desert Museum, eine gelungene Mischung aus Zoo, Botanischem Garten und Museum, in der man 1.600 verschiedene Bewohner der Sonora Desert näher kennenlernen kann.



Karte Tucson, Saguaro National Park und Umgebung © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag
Karte Tucson, Saguaro National Park und Umgebung

Reiseplanung zum Saguaro National Park

Anreise mit dem Zug

Amtrak verbindet Tucson dreimal wöchentlich mit San Antonio, New Orleans und Orlando, viermal wöchentlich mit Dallas, Saint Louis und Chicago. 3x pro Woche geht’s nach Las Vegas und Los Angeles.

Anreise mit dem Bus

Tucson besitzt relativ gute Busverbindungen: Greyhound verkehrt mehrmals täglich von/nach El Paso, nach Phoenix und nach Los Angeles. Das lokale Busnetz wird von Sun Tran betrieben, Tel. (520) 792- 9222, und ist weiträumig ausgebaut, allerdings nicht zum Nationalpark.

Anreise mit dem Flugzeug

Der Tucson International Airport befindet sich südlich der Stadt. Mit Bus #25 geht es zunächst zum Laos Transit Center, wo man umsteigen muß: weiter in die City mit Bussen #8 oder #16. Für Ziele im Umfeld, also z.B. Saguaro National Park, ist ein Mietwagen empfehlenswert bzw. unabdingbar.

Anreise mit dem Mietwagen

Alle bekannten Autovermietungen sind in Tucson vertreten. Stationen befinden sich am Flughafen und in der Stadt. Tucson liegt an der Ost-West Interstate #10, ist aber per Autobahn auch von Flagstaff/Grand Canyon (I-17) und San Diego (I-8) direkt erreichbar. Der Saguaro National Park, Tucson Mountain Unit befindet sich 16 mi westlich der Stadt (Speedway West über den Gates Pass/Kinney Road), die Rincon Mountain Unit 15 mi östlich der City via Broadway oder Speedway East, dann Old Spanish Trail auf weitgehend ebener Strecke. Hier sei angemerkt, daß sich die Gegebenheiten in und um Tucson ausgesprochen gut für Biker eignen.

Klima und Reisezeit

Von Juni bis September überwiegen sehr heiße Sommertage, häufig verbunden mit heftigen Nachmittagsgewittern. Die Temperaturen fallen abends und nachts im allgemeinen aber auf erträgliche Werte.

Die Winter insgesamt sind mild, von Januar bis März leichte Regenfälle nicht selten. Während Oktober und November bei sonnigem Wetter eigentlich immer spätsommerliche Wärme bieten, ist die Zeit von Dezember bis April durchaus nicht durchgehend freundlich. Es gibt Jahre, in denen Kälteeinbrüche von Norden bis nach Arizona reichen und den Regen auch schon mal in Schnee verwandeln. Aber selbst wenn die Nachttemperaturen unter den Gefrierpunkt
fallen, wird es tagsüber bei sonniger Witterung meist wieder recht warm (im Januar sind wir schon in Shorts und T-Shirt gewandert), dabei im Frühjahr oft recht windig. Ein gutes Klima und wenig Touristen bietet der Mai. Bis dahin blüht auch teilweise noch die Wüste.

Zu einer wirklich spektakulären Wüstenblüte kommt es jedoch nur alle paar Jahre irgendwann zwischen Februar und Mai, sofern Niederschlagsmenge, Temperaturen und Sonnenscheindauer passen. Wenn es im Sommer genug regnet, gibt es eine zweite kleinere Blüte, die im August ihren Höhepunkt erreicht. Saguaros blühen zwischen Ende April bis Juni.

Etwa ab Mitte November bis Ostern fallen die snowbirds (vor dem Winter flüchtende menschliche Zugvögel) in Arizona, in New Mexico und Südkalifornien ein. Überwiegend Rentner in Motorhomes, aber auch Urlauber, die dann für ein besonders hohes Preisniveau in Hotels und Motels sorgen. Die der Winternachfrage angepaßten Kapazitäten stehen von Mai bis Oktober weitgehend leer und sind dann besonders preiswert. Auch unter diesem Aspekt sind Mai und Oktober die idealen Reisemonate für Arizonas Süden.

Infrastruktur

Wie gesagt gelten in und um Tucson in Hotels/Motels von Dezember bis Ostern Hochsaisonpreise. Den Rest des Jahres ist Übernachten in Tucson ein relativ preiswertes Vergnügen. Platz gibt es dann immer; und die Auswahl ist riesig. Viele Kettenhäuser findet man im Bereich der I-10 Business (Umgehung I-10/I-19), in Airportnähe und am Broadway East und Speedway East.

Für Camper erste Wahl in/bei Tucson ist der Gilbert Ray Campground im Tucson Mountain Park zwischen Old Tucson und dem Saguaro Park West Unit: Stellplätze mit Stromanschluß, aber Wasserhähne nur in Abständen; Reservierung unter Tel. (520) 883-4200 und Tel. (520) 877-6000. Auf der anderen Seite der Stadt findet man im kühlen Höhenklima des Coronado National Forest (Catalina Highway) sehr schöne einfache Campgrounds. Der Nationalpark verfügt in keinem seiner beiden Areale über einen per Straße zugänglichen Campingplatz, sondern nur über walk-in campgrounds in der Rincon Mountain Unit. Folgt man von letzterer dem Old Spanish Trail weiter nach Südosten (Richtung I-10) passiert man mit der Colossal Cave eine der weltgrößten trockenen Höhlen. Auf dem Gelände des umgebenden Mountain Park befinden sich zwei einfache, schön gelegene Campgrounds (frühe Ankunft notwendig: Toresschluß 17/18 Uhr). Kein Problem in und um die Großstadt Tucson ist die Versorgung.

Informationen

Saguaro National Park Visitor Center in beiden Units. Postadresse: 3693 South Old Spanish Trail, Tucson, AZ 85730-5601; Tel. (520) 733- 5158 für den Westteil und Tel. (520) 733-5153 für den Ostteil. Website: www.nps.gov/sagu

Für Auskünfte zu den Catalina und Rincon Mountains: Coronado National Forest, Supervisors Office, Federal Bldg, 300 W Congress St, Tucson, AZ 85701, Tel. (520) 388-8300. Information über die Stadt: Metropolitan Tucson Convention and Visitors Bureau in der 100 S Church Ave, Tel. 1-800-638-8350, Website: www.visittucson.org

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