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In den Rocky Mountains

Da wäre zum Beispiel der Campground am South Mineral Creek bei Silverton in den Colorado Rocky Mountains in einem wunderschönen Bergtal. Abends, nach einer Wanderung durch den herbstlich gefärbten Wald sinkt man in seinen Campingstuhl, legt die schweren Beine hoch und genießt ein saftiges Steak vom Feuer, während sich die Berge im Osten in der Abendsonne rot färben.

Im Island in the Sky der Canyonlands

Unvergesslich sind uns die Nächte auf dem Willow Flat Campground beim Green River Overlook im Canyonlands National Park. Nur ein paar Minuten sind es von dort zum Rand der vom Fluss tief eingekerbten Schlucht. Es öffnet sich dort einer der dramatischsten Ausblicke, den wir im Westen kennen. Bis zu den rötlich schimmernden Abajo Mountains weit im Süden und den Henry Mountains im Südwesten spannt sich eine zerfressene Mondlandschaft mit Canyons, Türmen und Klippen. Immer schneller wandern kurz vor Sonnenuntergang Schatten über das Gestein, klettern die Felsen hoch, und decken dann die Landschaft zu. Es wird rasch kalt auf fast 2000 m Höhe, aber erst mit dem letzten Licht mag man sich losreißen.

Rocky Mountains; pixabay CC0

Redwood Riesenbäume; pixabay CC0

Unter Redwoods

Ganz anders ist das Erlebnis des Redwood Parks. Vier, vielleicht fünf Meter Durchmesser hat der Stamm einer mächtigen coast redwood, neben dem wir unser Zelt aufschlagen. Nach einem frühen Abendessen wandern wir um eine größere Lichtung, die Elk Prairie, und schauen den Roosevelt Elks, einer Hirschart, beim Äsen zu und bleiben, bis das Mondlicht die Szenerie unwirklich beleuchtet.

Wir freuen uns auf den Brown Trail, unseren liebsten Wanderweg in diesen magischen Wäldern mit Bäumen, die wie herkulanische Säulen aus dem Dunkel des Waldbodens in den Himmel ragen.

In der Wüste von Nevada

Von den Redwoods in die Wüste, einen größeren Kontrast kann man sich kaum vorstellen. Im Great Basin in Nevada, irgendwo zwischen Ely und Tonopah, wird es Abend, und wir fahren durch eine kurzes aber heftiges Gewitter. Es ist alles public land dort, freies Land, und so schlagen wir unser Zelt einfach irgendwo mitten zwischen duftenden sagebrush-Büschen auf, mindestens 100 mi entfernt von der nächsten Siedlung, und genießen die Stille, während weiter hinten an der Bergflanke ein Regenbogen in den dunklen Himmel steigt.

In der High Sierra

Von der Wüste Nevadas ist man rasch in der High Sierra. Zwei Tage haben wir bis zum Thousand Island Lake gebraucht. Wir sind vom June Lake unweit des Yosemite Park mit vielen Umwegen hinaufgekraxelt und haben über dem See ein geeignetes Plätzchen fürs Zelt gefunden. Noch vor Sonnenaufgang sind wir aus den Federn, steigen etwas höher und finden einen perfekten Felsen zum Hinsetzen und Warten. Schnell wird es heller und die Berge der Ritter Range beginnen im Morgenlicht zu leuchten. Unten auf dem See mit den unzähligen Inseln ist es noch dunkel, aber das Licht der Sierra Nevada funkelt bereits auf dem ruhigen Wasser. Es wird wieder einen wunderschönen Sommertag geben.