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Der Südwesten der USA - Land der Kontraste



Kaum ein Reiseführer, zu welcher Gegend der Erde auch immer, der nicht den Reiz ihrer Kontraste beschwört. Eine strapazierte Kennzeichnung also, dennoch trifft sie auch auf den Südwesten der USA zu. Aber nicht nur:



Monument Valley Utah/Arizona; pixabay

Monotonie der Weite

Denn da gibt es riesige, eher monotone Landschaftsbilder etwa des Great Basin: gut 700 km Luftlinie wie von Basel nach Hamburg sind es beispielsweise von Las Vegas bis in die Nordwestecke Nevadas oder von Reno nach Salt Lake City, Strecken durch Einsamkeit und Hitze, für die man zwei Reisetage schon veranschlagen muss. Scheinbar endlos geht es auf schnurgeraden Highways durch wüstenartige Senken und – alle ein, zwei Stunden – gewunden über Höhenzüge.

Noch großräumiger sind die aneinander anschließenden Wüsten im äußersten Süden. Fast die doppelte Distanz liegt zwischen Barstow in Südkalifornien und Carlsbad im Südosten von New Mexico. Auch dort das gleiche Muster: weite Becken und Ebenen, nur hier und da unterbrochen durch einen Gebirgsrücken. Statt des im Great Basin allgegenwärtigen Sagebrush (Beifuß) dominieren Kreosotbusch, Kaktus und Steppengras die karge Vegetation. Ist es nicht gerade die unglaubliche Weite, die uns so fasziniert, weil wir an fein ziselierte und säuberlich aufgeräumte Landschaften gewöhnt sind? Wer kommt nicht zurück aus den USA und schwärmt von der erlebten Größe des Landes, von den Fahrten auf Straßen bis zum Horizont oder den Nächten unter einem funkelnden und so viel größeren Wüstenhimmel.

Kontraste auf kürzester Distanz

Das andere Extrem im Südwesten sind Gebiete, in denen sich ein halbes Dutzend Landschaftsformen verquirlt haben. Zum Beispiel in Südkalifornien. Da sind zuerst der Pazifik und die Küste und dann die Berge der Coast Ranges, die immerhin auf Höhen über 3000 m klettern. Von der mexikanischen Baja California streckt sich die Colorado-Wüste über die Grenze bis zur Mojave-Wüste hinter der südlichen Sierra Nevada mit grünen Wäldern und schneebedeckten 4000er-Gipfeln. Und ganze 130 km entfernt vom höchsten Berg der USA außerhalb Alaskas, dem Mount Whitney, liegt der tiefste Punkt des Landes im hitzeflirrenden Death Valley 85 m unter Meereshöhe.

Downtown Salt Lake City; pixabay

Oder nehmen Sie Salt Lake City. Da nähert man sich von Westen der Stadt durch die Great Salt Lake Desert vorbei an topfebenen Salzpfannen und sieht hinter der Stadt die Wasatch Mountains aufragen, in der Höhe eine alpine Landschaft mit Pappeln, Fichten, Bächen und Bergseen. Östlich davon erstrecken sich wieder trockene Ebenen und Canyonlandschaften mit Steinkiefern und Wacholder.

Naturerlebnis hautnah

Um die fantastische Natur des Südwestens zu erleben, geht nichts über Wanderschuhe, Rucksack und Zelt. Zwar wird es in manchen Nächten bei Kälte, Wind und Schnee schon mal ungemütlich, aber zur richtigen Jahreszeit sind die Bedingungen meist erfreulich. Und Plätzchen gibt es, davon können wir in Europa nur träumen.

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