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Yosemite Nationa Park; pixabay CC0

Schaustück und touristische Achillesferse der Sierra Nevada

Popularität

Der über 3000 km2 großen Yosemite (sprich Jo-sé-mi-ti) ist einer der attraktivsten und gleichzeitig vielseitigsten Landschaftsparks Nordamerikas. Sein populärster Teilbereich ist das malerische, tief in das Granit der Sierra Nevada eingeschnittene Yosemite Valley. An manchen Sommerwochenenden kommt es dank der Nähe des Parks zu San Francisco und Los Angeles häufig zu einem derartigen Andrang, dass die Einfahrt ins Tal im Laufe des Vormittags bis zum frühen Abend gesperrt wird (nicht aber in bzw. durch den Park insgesamt). Die Radiostationen der Umgebung informieren an solchen Tagen laufend.

Yosemite Valley

Trotz durchdachter Organisation bei der Besucherbewältigung entsteht aber auch an »normalen« Sommertagen oft der Eindruck, dass das Tal mehr Verkehr und Besucher ertragen muss, als es eigentlich verkraften kann.
Weder das (Einbahn-) Straßensystem noch die Versorgungseinrichtungen in Curry und Yosemite Village sind der Situation jederzeit voll gewachsen. An welchem Tag auch immer man den Yosemite ansteuert, die Fahrt ins Valley hinein sollte man am unverfehlbaren Zentralparkplatz des Curry Village beenden. Im Yosemite Village Bereich (Visitor Center/Supermarkt) baut sich – trotz neuer Parkplätze links der Straße – leicht ein Stau von vergeblich nach Parkraum suchenden Fahrzeugen auf.
Vom Parkplatz geht es per Shuttle Bus (gratis) auf einem Rundkurs zu allen wichtigen Punkten im östlichen Teil des Tals. Die Frequenz (10-20 min) der 7-22 Uhr verkehrenden Busse wird dem Besucheraufkommen angepasst.

Situation

Trotz dieser zunächst etwas abschreckend wirkenden Hinweise gilt auch fürs Yosemite Valley, was eingangs zum Park insgesamt gesagt wurde: Das Tal ist wunderschön, selbst wenn im Spätsommer der mäandernde Merced River in manchen Jahren nicht mehr ganz so glasklar fließt wie im Frühsommer, und die Wiesen, Strände und Picknickplätzchen am Fluss dann hier und dort ziemlich »heruntergetrampelt« wirken.



Nevada Falls © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag
Nevada Falls; © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag

Beurteilung

Die Eindruckskraft der schroffen Felswände – vor allem das Granitmassiv des El Capitán – und der Wasserfälle leidet unter den Millionen von Besuchern nicht. Wichtig ist, auf die eventuell im Yosemite auftauchenden Probleme vorbereitet und nicht sofort enttäuscht zu sein, sollte eine hohe Erwartung nicht sogleich Bestätigung finden. Machen sich an Tagen mit weniger Andrang die skizzierten negativen Aspekte nicht bemerkbar oder sind weniger dramatisch, um so besser.

Information

An jeder Einfahrt bekommen Yosemite-Besucher nicht nur die übliche Nationalpark-Karte, sondern auch den zeitungsähnlich aufgemachten Yosemite Guide. Die Zeitung enthält alle generellen Informationen zu Verkehrsregelungen, Transport, Unterkünften, Versorgungseinrichtungen und allen möglichen Aktivitätenund erscheint alle 6-8 Wochen mit aktualisierten Details zu Aktivitäten und täglich laufenden Programmen,wie Führungen und Vorträgen, außerdem mit detaillierten Karten der verschiedenen Parkbereiche. Im Yosemite gibt es relativ viel Material in deutscher Sprache, vorrätig in den Visitor Centers und den Einfahrten Big Oak Flat (Straße #120 Westseite), Arch Rock (#140), Tioga (#120 Ostseite) und Wawona (#41).


Camping im Yosemite

Campingkapazitäten

Umseitig wurde bereits auf das im Sommer immer wieder auftretende Überfüllungsproblem im Valley hingewiesen:
Dann darf man auch auf freie Kapazität auf den Campingplätzen im Tal ohne Reservierung nicht hoffen; nur als Zeltcamper hat man die Chance auf ein freies Plätzchen im Walk-in-Camp 4 (first-come-first-served, aber oft schon um 8:30 Uhr voll).

Reservierung

Die Reservierung der Plätze wird durch den zentralen National Park Reservation Service gehandhabt, 1-877-444- 6777, www.recreation.gov. Man kann bis 5 Monate vorausreservieren. Info: www.nps.gov/yose/planyourvisit/campground.htm.
Ein Kurzfrist-Reservation Counter befindet sich vor Ort im Curry Village und an der Tioga Road für Tuolumne Meadows. Dort besteht eine kleine Chance, Plätze aus kurzfristigen Absagen und No-Shows zu ergattern, für 50% der Tuolumne Meadows-Kapazität ist eine same-day-reservation vorgesehen, die aber oft nur bei Ankunft morgens vor 9 Uhr klappt.
Wer unbedingt im Yosemite Valley unterkommen möchte, muss wissen, dass die Plätze im Tal (North Pines, Lower und Upper Pines) durch Übernutzung ziemlich geschädigte unerfreuliche Massen-Campgrounds sind.
Ebenfalls reservieren lassen sich Hogdon Meadow am Westeingang (Big Oak Flat), Crane Flat an der Abzweigung der Tioga Road, Tuolumne Meadows oben auf dem Tioga Plateau und Wawona an der Straße #41.

Glacier Point und Tioga Road

Viel reizvoller sind die in Reihenfolge der Ankunft – first-comefirst- served – vergebenen Campingplätze an der Glacier Point Road (Bridalveil Creek) und im Bereich der Tioga Road (White Wolfe (!), Tamarack Flat sowie Yosemite und Porcupine Creek), wobei Tamarack und Yosemite sich nicht für Motorhomes eignen. Diese Plätze stehen wegen der Höhenlage nur Anfang Juni bis ca. Ende September zur Verfügung.

Food Locker

Zu allen Stellplätzen gehören im Yosemite große, bärensichere Food Locker, in die alle Lebensmittel und anderes, was durch Geruch Bären anlockt, eingeschlossen werden müssen.

Ausweichmöglichkeiten bei vollen Campingplätzen

Ausweichmöglichkeiten westlich und südlich wurden vorstehend. Östlich des Parks, insbesondere zwischen Tioga Pass und Mono Lake gibt es gleich mehrere am Wildwasser gelegene National Forest und Regional Campgrounds, die vormittags meist noch nicht voll sind. Mit Glück kommt man mit einem Campmobil auf dem Platz Lower Lee Vining auch am Abend noch unter, wenn alle Stellplätze »eigentlich belegt« sind. Bei den Plätzen in der Höhe sollten Zeltbesitzer daran denken, dass auch dem besten Wetter selbst im Juli/August kühle, oft frostige Nächte folgen.

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Felsnase am Glacier Point © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag
Felsnase am Glacier Point; © by Hans-R. Grundmann - RKH-Verlag