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Naturlandschaften zwischen Pazifik und Rocky Mountains, Teil III



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Mojave Desert

Südlich des Great Basin liegt die Mojave Desert. Sie umfaßt einen Großteil der Wüstengebiete im Süden Kaliforniens und Nevadas und im nordwestlichen Arizona. Stellenweise fällt das Land bis unter den Meeresspiegel ab: der mit 86 m unter NN tiefste Punkt der Vereinigten Staaten befindet sich im Death Valley National Park. Aber insgesamt überwiegen weite Plateaus auf etwas über 1000 m Höhe, aus denen einzelne relativ niedrige Gebirgszüge ragen. Von ihnen ziehen sich gigantische bajadas, Schwemmflächen aus erodiertem Gebirgsschutt, in die Ebenen hinein.

Die Sommertemperaturen klettern hier oft bis 50°C; die offiziell (im Death Valley) gemessene Rekordtemperatur beträgt 57°C (134° F). Wo es Wasser gibt, wird nichtsdestoweniger sogar Landwirtschaft betrieben. War im Great Basin der sagebrush (Beifuß) die charakteristische Pflanze, sind es in der Mojave der creosote (Kreosotebusch) und der joshua tree. Daneben gedeihen dort verschiedene Kaktus- und Yucca-Arten.



Wüstenschutz

In Südkalifornien steht ein Großteil der Mojave dank des California Desert Protection Act unter Naturschutz. Bereits seit längerem existieren Death Valley und Joshua Tree National Park, der in seinen tieferen Lagen bereits zur Sonora Desert gehört. Für viele Südwest-Besucher entpuppt sich der Joshua Tree Park als echter Höhepunkt der Reise. Kein Wunder, bietet er doch botanisch viel Interessantes, skurrile Felsformationen und Super-Campingplätze.

Im Bereich Joshua Tree gibt es eine größere Zahl von roadless areas mit Flächen von 500 km2 bis 1500 km2 und das weitläufige Naturschutzgebiet Mojave National Preserve.

Nicht alle betrachten die artenreiche Wüste als besonders schützenswert. Für die Militärs war die schwach besiedelte und abgelegene Mojave Desert gerade recht für Atombomben-, Flugkörper- und Panzertests. Das am meisten umstrittene Gebiet ist der Nevada Test Site, etwa 100 km nordwestlich von Las Vegas, der nach unzähligen Bomben- und Kernwaffenversuchen eher einer Kraterlandschaft auf dem Mars als der Mojave ähnelt.

Ganz erstaunlich ist, wie schnell man im – über weite Strecken dicht besiedelten – Südkalifornien und auch im Süden Arizonas die Zivilisation hinter sich lassen kann. Ein paar Minuten nur von den Straßen entfernt fühlt man sich in der roh gemeißelten Landschaft zwischen stoisch ausharrenden Kakteen und kümmerlichen Büschen und Gestein wie 1000 km weg von allem.

Sonora Desert

Über zwei Drittel der Sonora Desert gehören zu Mexico (im Bereich der Baja California und im Teilstaat Sonora). Das restliche Drittel bedeckt den Südwesten Arizonas und reicht bis nach Kalifornien hinein. Sie liegt zwischen Mojave und Chihuahua Desert in einem Gebiet besonderer geologischer Vielfalt mit über 2 Mrd. Jahre alten präkambrischen Felsen bis zu wenig mehr über 1000jähriger vulkanischer Lava. Als subtropische Wüste ist sie prinzipiell artenreicher als Orte in gemäßigteren Zonen. Neben der Zahl der Arten ist auch die Formenvielfalt in der Sonora bemerkenswert.



Kakteenparks

Prunkstück der Sonora-Vegetation ist der mittlerweile unter Naturschutz stehende Saguaro-Kaktus. Daneben gibt es weitere Kakteenarten, Sträucher wie den palo verde (Parkinsonie), creosote (Kreosotbusch) und ocotillo (Kerzenstrauch), Gräser und Blumen.

Spezielle Schutzgebiete in der Sonora Desert sind der Saguaro National Park, der Tucson Mountain Park und das Organ Pipe Cactus National Monument (an der Grenze zu Mexico). Die ersten beiden sind ideal, um die Sonora Desert kennenzulernen. Dort gibt`s einen der dichtesten Saguaro Forests, einen herrlichen Campground zwischen Kakteen, Wanderwege, das einmalige Arizona-Sonora-Desert Museum und die Großstadt Tucson ganz in der Nähe.

Eine der urwüchsigsten Regionen der Sonora ist die an Organ Pipe angrenzende riesige Cabeza Prieta National Wildlife Refuge. Etwas weiter nördlich liegt das Kofa National Wildlife Refuge mit einer Wilderness Area von über 2000 km2 Ausdehnung.

Chihuahua Desert

Obwohl die größte Wüste Nordamerikas, ist die Chihuahua Desert zwischen den südlichsten Gebirgen der amerikanischen Rockies und den Ketten Sierra Madre Oriental und Occidental am wenigsten bekannt. Sie bedeckt überwiegend mexikanischen Boden, aber auch den westlichsten Zipfel von Texas und besitzt Ausläufer im Süden von New Mexico und im südöstlichen Arizona.

Entlang des Rio Grande reicht sie bis auf etwa 300 m hinunter, typischerweise liegt sie in den USA aber auf Höhen zwischen ca. 1000 m und 1300 m. Die Winter sind dort kühl (in über 100 Nächten im Jahr fällt das Thermometer unter den Gefrierpunkt), die Sommer jedoch lang und heiß. Ganze 20 cm Jahresniederschlag fallen wolkenbruchartig zwischen Juli und Oktober.

Das typische Landschaftsbild der Chihuahua Desert besteht aus weiten Ebenen, den bajadas, und isolierten Bergketten, den sky islands, die zu den wichtigsten Habitaten gehören. In den bajadas gedeihen vor allem mesquite und creosote, aber auch Kakteen und Yuccas. In den höheren Lagen finden sich ausgedehnte grasslands, und in den Bergen, z.B. Guadalupe (Texas) und Chiricahua Mountains (Arizona), Eichen- und Wacholderwälder.

Im Gegensatz zu vielen überlaufenen Nationalparks kann man im Chiricahua National Monument in den gleichnamigen Bergen oft ganz für sich deren eigenartige Felsformationen bewundern, durch kühle Eichenwälder wandern und ohne Gedränge den Sonnenuntergang auf dem Sugarloaf Mountain genießen.

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