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Miami - Südliche Stadtteile


Venetian Pool
Der edle Pool des Venetian Hotels; © Alfred Vollmer - RKH-Verlag Grundmann GmbH

Coral Gables

Coral Gables, einige Meilen südwestlich des Zentrums, ist zwar lange mit Miami zusammengewachsen, wurde in den 1920er-Jahren aber als separate Stadt konzipiert und hat immer noch ihr eigenes Flair. Ein George Edgar Merrick plante seinerzeit Coral Gables und war auch für den Bau der wichtigsten Gebäude verantwortlich. Seine Vision war eine mediterrane Stadt mit schattigen Straßen, vielen Grünflächen und besonderer Architektur.


Der Ort sollte in erster Linie spanischen Charakter besitzen, was sich in den Straßennamen niederschlug: Malaga, Andalusia, Valencia und Aragon Avenue sind nur einige Namen. Aber auch noch andere architektonische Traditionen spielten eine Rolle, so dass man in manchen Ecken von Coral Gables auch Häuser wie in der Normandie oder im kolonialen Baustil Südafrikas findet. Zwischen San Sovino Ave, Castania Ave, Maggiore Street und Riviera Drive imitieren einige Häuser sogar chinesische Baustile.

Kunstmuseum

Coral Gables besitzt ein exzellentes Kunstmuseum. Das bekannte Lowe Art Museum (1301 Stanford Drive, Di, Mi, Fr, Sa 10-17 Uhr, Do 12-19 Uhr, So 12-17 Uhr, $10; Schüler/Studenten $5, Kinder bis 12 Jahre frei) befindet sich auf dem Campus der University of Miami im Süden des Vororts. Das nach den Mäzenen Joe & Emily Lowe benannte Museum besitzt eine große Kunstsammlung, die von europäischen Gemälden des Barock und der Renaissance bis zu Werken zeitgenössischer amerikanischer Künstler wie Frank Stella, David Park und Joan Brown und zu indianischer Keramik aus präkolumbischer Zeit reicht. Wegen des enormen Umfangs der Sammlung dieses Museums bekommen Besucher immer nur eine begrenzte Auswahl zu sehen.

Key Biscayne Strände

Folgt man der Brickell Avenue nach Süden, erreicht man am Wainwright Park den Rickenbacker Causeway, die Brücke hinüber zur Key Biscayne mit den schönsten, palmengesäumten Stränden Miamis im Crandon und Bill Bags Cape Florida Park. Sie sind attraktiver als die Strände in Miami Beach. Auf der kleinen Insel Virginia Key zwischen Festland und Key Biscayne befindet sich am Weg zu den Stränden das Miami Seaquarium (täglich 9.30-18 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr, $36, Kinder bis 9 Jahre $27, Parken $8; www.miamiseaquarium.com). Dort kann man Wale, Haie, Seelöwen, Seekühe, Delphine und andere Meeresbewohner bestaunen, Fütterungen und diverse Shows ansehen. Die Tiere werden von Meeresbiologen betreut, die für eine artgerechte Haltung sorgen. Wer auf seiner Floridareise noch nach Orlando kommt, kann sich das Miami Seaquarium aber ggf. sparen, denn das weit größere Seaworld bietet erheblich mehr.


Villa Vizcaya
Blick zur Villa Vizcaya; © Alfred Vollmer - RKH-Verlag Grundmann GmbH

Villa Vizcaya

Eines der prächtigsten Gebäude von Miami liegt unmittelbar südlich der Key Biscayne Brückentrasse. Die Villa Vizcaya ist als Vizcaya Museum & Gardens eine Besucherattraktion erten Ranges (3251 South Miami Avenue, täglich 9.30-16.30 Uhr, Eintritt $15, Kinder bis 12 Jahre $6; wwwvizcayamuseum.org). Es handelt sich um einen im Stil der italienischen Renaissance erbauten Palast an der Biscayne Bay. Wenn man durch Mangroven, zwischen Palmen und Statuen auf das Anwesen zufährt, scheint man sich meilenweit von der Hektik Miamis zu entfernen.

Die Villa wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Multimillionär James Deering erbaut. Der große, aus grauem Kalkstein konstruierte Komplex ist von gepflegten Gartenanlagen umgeben und beherbergt eine umfangreiche Sammlung von Kunstwerken und Antiquitäten aus aller Herren Länder. Schon James Deering lud zu Lebzeiten gerne Prominente und Hollywood-Stars ein. Nachdem die Villa in den 1950er-Jahren in die öffentliche Hand übergegangen war, haben sie viele Politiker für Tagungen und Feste genutzt, darunter die Präsidenten Ronald Reagan und Bill Clinton, die in der Villa internationale Gäste empfingen.

Coconut Grove

Folgt man ab Villa Vizcaya dem Bayshore Drive nach Süden, erreicht man nach 2 mi den zentralen Bereich (Main Hwy/Virginia St) des Nobelvororts Coconut Grove unmittelbar an der Küste. Die zentralen Achsen heißen Grand Avenue und Main Highway. An ihnen finden sich kleine Boutiquen, Cafés, Restaurants und die Edel-Shopping Mall Streets of Mayfair, die mit ihren maurischen Stilelementen und üppigem Grün ein südländisches Flair besitzt. Einen Block weiter ist es zum open-air-Shopping- und Entertainment Center Cocowalk an der Ecke Grand Ave/Virginia. Coconut Grove kann mit ersten Adressen in New York und Los Angeles mithalten, auch was die Preise betrifft.

Coconut Grove ist ähnlich wie Coral Gables ein edles Pflaster. Der Name der Gegend erinnert daran, dass sich hier einmal nichts als ein Hain (grove) von Kokospalmen befand. The Grove, wie Einheimische die Gegend meist knapp nennen, ist aber auch historischer Boden, denn hier stand einst die erste weiße Niederlassung im Bereich des heutigen Miami.

Künstlerkolonie

Die Gegend galt damals als Anziehungspunkt für Exzentriker und Aussteiger. Wer sich heute dort niederlässt, muss gut betucht sein. An die Zeit als Künstlerkolonie erinnert allenfalls noch das Coconut Grove Playhouse (3500 Main Highway Tel: 305-442-4000) direkt gegenüber dem Barnacle State Historic Site. Es gilt als eines der besten Theater in Südflorida. Die meisten Besucher kommen aber in erster Linie zum Einkaufen nach Coconut Grove.