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Geeignete Zahlungsmittel in den USA und Kanada, Teil II


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Bargeld/Cash in den USA und Kanada

Cash erforderlich

Bargeld ist in Nordamerika trotz Kreditkarten durchaus noch nicht aus der Mode gekommen. Wegen der Provisionsabzüge bei Kartengeschäften gibt es in manchen Geschäften sogar Barzahlungsrabatt. In ganz wenigen Supermärkten in den USA kann man mit Kreditkarten nichts werden. In Canada nehmen auch die Supermärkte schon seit eh und je Plastik an. Überwiegend bar zahlt man indessen in Fast Food Restaurants. Insgesamt spielt Bargeld eine geringere Rolle als in Europa.

Wieviel Bargeld?

Es macht Sinn, Bargeld zunächst nur für die ersten Ausgaben bereitzuhalten. Denn die Wechselkurse für Reiseschecks, die bei Einlösung keine weiteren Kosten mehr verursachen, bzw. der Kreditkartenausgaben sind günstiger als der sog. Sortenkurse, mit denen Banken beim Verkauf von Banknoten kalkulieren.

Umtausch in USA/Kanada

Euros und andere europäische Währungen lassen sich fast ausschließlich in Großstädten und auch dort nur in ganz bestimmten Banken und an internationalen Flughäfen umtauschen, und zwar zu extrem ungünstigen Kursen.



Münzen

Münzen sind in Canada und den USA nicht nur vom Aussehen her ähnlich und in der Größe so gut wie identisch, sie tragen auch dieselben Bezeichnungen:

  • 1 Cent: Penny
  • 5 Cents: Nickel
  • 10 Cents: Dime
  • 25 Cents: Quarter

In Canada sind darüber hinaus $1- und $2-Münzen im Umlauf (Loonie und Twonie). Die in den USA auch kursierenden 50-Cent- und $1-Münzen bekommt man dagegen äußerst selten zu Gesicht. Münzen, vor allem Quarters, benötigt man in der Telefonzelle, an Getränkeautomaten, im Waschsalon und in öffentlichen Verkehrsmitteln der meisten Großstädte. Bei Bedarf besorgt man sich in Banken Rollen zu je 40 Quarters ($10).

Banknoten

Da alle US$-Scheine unabhängig von ihrem Wert dieselbe Größe und Farbe aufweisen (Zahlseite grauschwarz, neuerdings mit einem leicht rosa Farbton unterlegt, Rückseite grün – sie lauten auf $1, $2, $5, $10, $20, $50, $100, $500 und $1.000), kann es leicht zu Verwechslungen und Täuschungen kommen. Beim Herausgeben ist deshalb etwas mehr Aufmerksamkeit angebracht. Ein Dollar wird umgangssprachlich oft Buck genannt, aber auch Greenback wegen der grünen Rückseite. Kanadische Geldscheine unterscheiden sich ebenfalls nicht in der
Größe, lassen sich aber dank unterschiedlicher Farb gebung, Motive und Grafik erheblich besser auseinanderhalten.

Reiseschecks/Travelers Cheques

Reiseschecks

Da es kaum ratsam erscheint, größere Barbeträge mitsichherumzutragen, können ein paar auf US$ lautende Reiseschecks ($20 und $50; größere Stücke nicht sinnvoll) eine gute Reserve sein. Travelers Cheques (amerikanische Schreibweise) wer den in fast allen Geschäften wie Bargeld akzeptiert. Unterschrift genügt. Nur bei Einreichung von Reiseschecks bei Banken ist üblicherweise der Reisepass vorzulegen. Je mehr aber Reiseschecks »aus der Mode« kommen, umso häufiger fallen Gebühren an. Einige Banken verweigern mittlerweile das Reisescheck-Cashing. US$-Schecks sind auch in Canada ohne weiteres einzusetzen, kosten aber faktisch eine zusätzliche Umtauschgebühr. Die spart, wer sich für die geplante Zeit in Canada Reiseschecks in kanadischen Dollar zulegt.

Stückelung

Bei Reiseschecks sind $50-Stückelungen und ggf. kleinere den höheren Nennwerten vorzuziehen, sofern man sie auch als Zahlungsmittel und nicht nur zum Umtausch in Bares nutzen möchte. Nur wer viele Schecks kauft, sollte auch die $100-
Stückelung wählen. $200- und $500-Reiseschecks eignen sich praktisch nur zur Einlösung in Banken.

Verlustfall

Falls Reiseschecks verlorengehen oder gestohlen werden, kann man für sie relativ leicht Ersatz bekommen. Dazu benötigt man die Seriennummern seiner Schecks, möglichst zu belegen durch Vorlage der selbst unterschriebenen Kopie der Empfangsbestätigung. Letztere sollte deshalb separat aufbewahrt werden. Wichtig
ist es, die Nummern der Schecks zusätzlich an einem sicheren Ort zu hinterlegen (zu Hause), falls auch die Empfangsbestätigung abhanden kommt.

Die Reisescheckorganisationen besitzen eine Notrufnummer für den Verlustfall. Emergency Numbers AMEX:

  • 1-800-221-7282 (USA) und
  • 1-866-296-5198 (Canada)

Bargeld per EC-Geldkarte

Man kann seit einigen Jahren auch mit einer einfachen Geldkarte aus nordamerikanischen Bargeldautomaten (ATM) Dollars ziehen, sofern die Karte das sog. Maestro Logo trägt, und man die Geheimnummer im Kopf hat. Die Gebühren sind niedriger als bei Bargeld per Kreditkarte.

Ein kleines Problem der ATM ist das immer wieder etwas andere Menü der Benutzerführung in englischer Sprache. Unklarheiten, ob nun »yes« oder »no« zu pressen ist, tauchen da schon mal auf. Häufig wird abgefragt: »Debit« or »Credit«? Grundsätzlich heißt dann die Antwort »Credit« selbst bei der Geldkarte und damit Abhebung vom eigenen Konto. Gelegentlich fragen Automaten nach dem Zip Code, also der Postleitzahl des Kartenbesitzers. Man gibt dann einfach eine beliebige real existierende Codenummer ein, z.B. 97225.

Hinweis: Besorgen Sie sich Bargeld aus dem Automaten, speziell beim ersten Versuch drüben, lieber während der Öffnungszeiten der Banken. Wenn etwas schief geht, lässt sich das dann klären. Besser nicht den ersten Versuch am Samstag-Nachmittag machen!

Generelle finanzielle Disposition

Eine gute, Risiken mindernde Vorsorge für die Reise ist eine Mischung der 3 Zahlungsmittel, wobei es darauf ankommt, wie die Reise gestaltet werden soll. Wer das Fahrzeug für die Reise bereits hier gebucht und weitgehend bezahlt hat und überwiegend im Hotel übernachtet und bessere Restaurants besucht (d.h., per
Kreditkarte zahlt), sollte sinnvollerweise zunächst nur etwa 10% der kalkulierten Ausgaben in bar, weitere 20% in Reiseschecks und den Rest per Karte abdecken. Bei Campingreisen, auf denen tendenziell mehr Ausgaben in bar anfallen, könnten Bardollar oder Reisescheckbestand auch höher liegen. Mit der heute überall mit Geldkarte zu nutzenden Geldautomaten ist es ggf. billiger und ganz sicher komfortabler, weitgehend auf Reiseschecks zu verzichten.

Ein guter Vorrat an $1-Noten darf nie fehlen. Die braucht man manchmal schon für die Gepäckkarre am Airport, für Trinkgelder und weitere kleine Ausgaben vom Moment an, wo man amerikanischen Boden betritt