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Disney's Epcot Center



Mission Space © by Julia Strauch/Hanno Saade - RKH-Verlag
Mission Space im Epcot Park

»Stadt der Zukunft«

Die Bezeichnung dieses zweiten, erst 1982 eröffneten Themenparks steht für Experimental prototype community of tomorrow, »Experimenteller Prototyp eines Gemeinwesens der Zukunft«. So zumindest war Epcot geplant.

Aber Walt Disneys Konzept, hier eine menschen- und umweltfreundliche Stadt zu errichten und zukunftsweisende Lebens- und Arbeitsmodelle unterhaltsam und verständlich zu präsentieren, wurde nicht umgesetzt. Die Disney Corporation sorgte stattdessen für einen zusätzlichen Vergnügungspark, der – eher unkritisch – Fortschrittsglauben propagiert, großen Konzernen ein Forum zur Selbstdarstellung bietet und (amerikanische) Klischeevorstellungen vom Leben anderer Völker manifestiert.



Im Gegensatz zum rein spielerischen Magic Kingdom hat das Epcot Center immerhin einen bildenden Anspruch. Die Besucher können, wenn sie Epcot aufmerksam – und mit den entsprechenden Englischkenntnissen – besichtigen, tatsächlich vom Besuch dieses Parks profitieren. Dafür fehlt der »magische« Charme.

Unter der Bezeichnung Future World geht es im vorderen Teil des Parks um Technologie und Fortschritt. Dahinter erstreckt sich rund um einen See der World Showcase, wo verschiedene Länder und Kulturen vorgestellt werden. Diese Mischung aus werbewirksam gesponserten technologischen Pavillons sowie länderspezifischen Bereichen mit Volkstanz und kulinarischen Spezialitäten andererseits wird manchem bekannt vorkommen, der zum Beispiel die Expo 2000 in Hannover und Ähnliches besucht hat.

Future World

Die von Sponsoring beherrschte Futureworld erinnert zunächst eher an die Gegenwart. Exxon, Nestle, General Motors und neuerdings auch Siemens präsentieren belehrend unterhaltende Ausstellungen und Zeitrafferfahrten durch die Entwicklungsgeschichte der Energie, des Transports, der Kommunikation und Raumfahrt, der agrarischen Nutzung der Erde etc. Die teilweise mit der Bezeichnung des Gebäudes, in dem sie stattfinden, übereinstimmenden Rides sind meist gut gemacht, ganz interessant und manchmal sogar spannend.
Zu den Angeboten im einzelnen:

  • Spaceship Earth
    Ein heller runder Komplex in Form eines überdimensionalen Golfballs dominiert den Eingangsbereich. Im Inneren gibt`s die 15-minütige Show Spaceship Earth, Raumschiff Erde, in der die Erd- und Menschheitsgeschichte interaktiv und mit vielen gelungenen Spezialeffekten präsentiert wird.


  • Universe of Energy
    Das Programm der von Exxon gesponsorten Show zur Energiegewinnung gestern, heute und morgen im Universe of Energy findet in einem Pavillon statt, dessen Energiebedarf komplett von Solarzellen gedeckt wird.
  • Mission: Space
    Ein futuristischer Pavillon ist der Raumfahrt gewidmet. Höhepunkt ist der Ride, ein simulierter Raketenstart mit G-Force und Flug in die Schwerelosigkeit, während der die jeweils 4 Astronauten allerhand Aufgaben lösen müssen. Gut gemacht!
  • eWorld
    Auch im Bereich Innoventions (eine Wortschöpfung aus innovations/ Neuerungen – und inventions/Erfindungen) läuft – direkt und indirekt – reichlich Werbung. Dort präsentieren vor allem große IT-Firmen ihre Produkte und vermitteln einen Ausblick auf das, was »morgen« möglich sein könnte. Vor noch nicht einmal einer Dekade staunte das Publikum noch über Fotos, die – gerade aufgenommen – per Email-Anhang sogleich weltweit zur Verfügung standen.
  • Imagination
    Die Journey into Imagination bietet eine bunte Fahrt durch Formen und Farben; es geht um Magie und Phantasie. In der ganz amüsanten 3D-Show Honey, I Shrunk the Audience! wird das Publikum von einem exzentrischen Wissenschaftler »versehentlich« verkleinert und durchlebt allerlei witzige Abenteuer, bevor es wieder zu seiner normalen Größe zurückkehrt.