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Carmel und Point Lobos

Anfahrt Carmel

Folgt man dem 17-Mile-Drive in Nord-Süd-Richtung, gelangt man am Südostende der Halbinsel an das Carmel Gate und befindet sich sogleich mitten im Städtchen. Wer die teure Rundstrecke auslässt, folgt vom Sunset Drive der Straße #68 (zunächst Forest Ave, dann Holman Highway) und gelangt von ihr automatisch auf die Straße #1 und wenig weiter südlich nach Carmel.

Kennzeichnung / Touristeninfo

Carmel ist der mit Abstand hübscheste (und teuerste) Ort der ganzen Westküste. Er gilt als Künstlerkolonie und besaß mit dem Filmschauspieler Clint Eastwood für einige Jahre einen äußerst publicitywirksamen Bürgermeister. Seither kümmern sich noch mehr teure Galerien, Modeboutiquen und Restaurants um die zahlreichen Besucher Das kommerziell bestimmte Leben und Treiben spielt sich hauptsächlich in der (auf den Strand zulaufenden) Ocean Ave und Umgebung ab. Eine Visitor Information für Karten und und Broschüren (Faltblatt für eine 60-min-Walking Tour) befindet sich in der San Carlos Street zwischen 5th und 6th Ave; www.carmelcalifornia.com.

Unterkunft

Im dort erhältlichen Guide to Carmel findet man viele attraktive, aber sagenhaft hochpreisige Quartiere zwischen Villen und Beach als die individuelle und feine Alterative zu den Kettenmotels und Motor Inns in Monterey. Selbst ein Comfort Inn kostet in Carmel an der Ocean Ave ab $150. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten die beiden Best Western Motels (Bay View Inn/ Junipero Street & Town House Lodge/5th Street)mit Tarifen ab $130. Ebenfalls gut bestückt ist Carmel mit besseren Restaurants mit schönen Open-air-Terrassen.

Camping

In unmittelbarer nähe des Ortes kann man nicht campen, aber es gibt mit dem Carmel by the River RV Park (keine Zelte, 831- 624-1617) und dem hochgelegenen Saddle Moutnain Recreation Park (831-624-9329) zwei gute Campgrounds im Carmel Valley, ca. 5-6 mi östlich von Carmel (Straße # G16/Schulte Road).

Ortsbild

Der überwiegende Teil des Ortes besteht nichtsdestoweniger aus beneidenswert gelegenen und gestalteten Privathäusern inmitten einer von Kiefern und Zypressen bewachsenen, leicht hügeligen Landschaft. Die weißen Strände entlang der Scenic Road gehören zu den schönsten der USA. Am Südende dieser Straße stößt man auf den wunderbaren Strand der Carmel River State Beach mit Vogelschutzgebiet und Süßwasserlagune, die nur durch einen Dünenstreifen vom Ozean getrennt ist. Mit ein wenig Glück sieht man dort possierliche Seeottern unweit des Strandes in den Wellen spielen. Vor Jahren schienen sie fast ausgerottet, heute sind sie oft wieder zahlreich vorhanden.

Carmel Mission

An der Rio Road, steht eine der attraktivsten der 21 spanischen Missionsstationen in Kalifornien. Die Mission San Carlos Borromeo del Rio Carmelo wurde 1770 erbaut. In ihr liegt der Gründervater der Missionen begraben, der Franziskanermönch Junipero Serra. Zu besichtigen sind Kirche, Innenhof und Gärten + kleines Museum Mo-Sa 9.30-17 Uhr, So ab 10.30 Uhr; Eintritt $6,50, Kinder ab 7 Jahre $2; www. carmelmission.org. Hübsch ist auch das benachbarte Arboretum (Hatton Road).

Point Lobos State Park

Der Strand von Süd-Carmel endet mit der Monastery Beach an der Grenze zur Point Lobos State Reserve, einem äußerst populären Naturschutzpark. $10 Eintritt pro Wagen sind dort im Grunde besser angelegt als für den 17-Mile-Drive. Die Zufahrt erfolgt direkt von der Straße #1, etwa 4 mi südlich des Zentrums von Carmel. Point Lobos ist eine felsige Halbinsel mit einer zerklüfteten Küste, vorgelagerten Inselchen, Buchten und kleinen sandigen Einsprengseln.
Sie wird durchzogen von Nature Trails. Ein Uferpfad umrundet die Halbinsel. Er verläuft meist hoch über dem Ozean. Von ihm sichtet man garantiert Seehunde und Seelöwen, oft auch Otter sowie viele Vogelarten. Das Minimalprogramm im Point Lobos Park sollte ein Spaziergang auf dem kombinierten Sand Hill/Sea Lion Point Trail sein (45 min).

Zahlreiche Seelöwen bevölkern normalerweise auch die Sea Lion Rocks vor der Küste. Gleich nebenan läuft der Cypress Grove Trail. Besonders zur Vogelbeobachtung (Kormorane) eignet sich der zum Pelican Point führende Bird Island Trail mit Startpunkt ganz am Ende der Stichstraße. Auch zu empfehlen ist der Aufstieg zum Cannery Point auf der Nordseite der Halbinsel. Die Whalers Cove unterhalb dieses Aussichtspunktes ist bekanntes und populäres Tauchrevier.


Carmel Mission; pixabay CC0

Straße #1 ab Carmel/Point Lobos

Camping

Campen kann man in Point Lobos nicht, dafür gibt es eine halbe Autostunde südlich von Carmel den großartig gelegenen Einfach- Campground Bottchers Gap hoch in den Bergen des Los Padres National Forest. Rund 13 mi südlich von Point Lobos zweigt die Palo Colorado Road von der #1 ab und führt auf kurvenreicher Strecke 8 mi (teilweise extrem) bergauf. Ganz an deren Ende liegt Bottchers Gap (oft ohne Wasser) über einem Steilhang. Schattige Plätzchen für Zelte befinden sich abseits im Wald ($12). Der Parkraum für RVs ist begrenzt; 3-4 Van Camper finden aber Platz. Eine Alternative (nur für Zeltcamper) ist der State Park Andrew Molera nördlich von Big Sur mit einem Walk-in Campground in gut 500 m Entfernung vom Parkplatz (zum Strand 1.600 m).
Campmobilfahrer können dort zur Not die Nacht überbrücken, falls im Sommer – wie häufig – alle anderen Plätze der Region belegt sein sollten. Auch im Pfeiffer Big Sur State Park dürfen RVs über Nacht den Parkplatz nutzen.

Straße #1 von Point Lobos bis Sant Simeon

Ab Point Lobos befindet man sich definitiv auf dem schönsten und einsamsten Abschnitt der #1, der erst 1937 nach 18 Jahren Arbeit (überwiegend durch Strafgefangene) fertiggestellt wurde. Bis San Simeon gibt es keine echte Ortschaft mehr (Achtung: nur 2 Tankstellen mit Extrempreisen). Die Orte in der Karte beziehen sich auf kaum erkennbare Siedlungen mit teilweise nur Motel und Coffee Shop. Großartige Ausblicke auf Buchten und Steilküste belohnen immer wieder die Serpentinenfahrt.

Tipp

Zwischen Point Lobos und Big Sur steht etwas abseits der #1 hoch über dem Pazifik das Rocky Point Restaurant: Herrliche Openair- Terrasse und voll verglaster Gastraum! Ein besseres Restaurant als Nepenthe (kein Plastik), teuer; www.rocky-point.com.

Big Sur

Dies ist Big Sur Country, das dank Henry Millers Buch »Big Sur oder die Orangen des Hieronymus Bosch« weltweit Bekanntheit erlangte. Auch Big Sur – www.henrymiller.org – ist kein »echter «, von der Straße erkennbarer Ort. Ein paar halb versteckte Lodges, zwei private Campgrounds (gut Big Sur Campground und Cabins, (831) 667-2322, , www.bigsurcamp.com), ein State Park, das legendäre Nepenthe Restaurant (mit Bistro fürs Lunch und Nachmittagskaffee) und gegenüber eine tolle Skulpturengalerie sind einzig sichtbare Eckpunkte einer Ansammlung verstreuter Anwesen in den Bergen und an der Zufahrt zur Pfeiffer Beach.

Pfeiffer State Park

Der Pfeiffer Big Sur State Park (guter, aber auch sehr großer Campground, $35-$50) liegt landeinwärts am Big Sur River. Trails führen zum pittoresken Big Sur Canyon mit Wasserfällen (1 km) und kleinen natürlichen Badepools. Außerdem besitzt Big Sur die erwähnte Pfeiffer Beach, eine der schönsten Sandbuchten zwischen Carmel und San Diego. Zufahrt über Sycamore Canyon Road hinunter zur Küste (sie zweigt ca. 200 m nördlich der Brücke über den Pfeiffer Canyon ohne weitere Kennzeichnung von der Straße durch Big Sur ab – keine RVs). Vom kleinen Parkplatz ($5) sind es 200 m bis zum malerischen, von Felsen eingerahmten Strand. Leider beträgt selbst im Hochsommer die Wassertemperatur nie über 16°C.

Strecke bis San Simeon

Im weiteren Verlauf der Straße locken immer wieder neue Ausblicke und Fotomotive zum Anhalten. Spontane Entschlüsse zum Verweilen über Nacht fallen aber südlich von Big Sur schwer. Motels/Hotels gibt es gar nicht. Camper finden aber in den State Parks Julia Pfeiffer Burns und Limekiln ($30-$35) und den Forest Campgrounds Kirk Creek (!) und Plaskett Creek ($22, ca. 35/30 mi nördlich von San Simeon) sehr schöne Stellplätze. Deren attraktive Lage sorgt für oft komplette Belegung, zumal alle reserviert werden können.
Unterwegs lohnt auch ohne Campabsicht der Stopp im Julia Pfeiffer Burns SP: Der etwa 500 m lange Waterfall Trail läuft durch einen Tunnel unter der #1 hindurch bis zu einem Aussichtspunkt hoch über dem Pazifik. Tief unten befindet sich ein Strand, auf den sich pittoresk ein Wasserfall ergießt. Der früher vorhandene steile Pfad hinunter von der Südseite der kleinen Bucht wurde nach einem Erdrutsch leider gesperrt.

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