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Deckungssumme der Haftpflichtversicherung

Übliche Deckung

Es gibt (in den USA vor Ort) immer noch Tarife, die nur die gesetzliche Minimaldeckung beinhalten. Diese kann im ungünstigsten Fall bei nur $20.000 (!) für Personenschäden liegen und darunter bei Sach- und Vermögensschäden. Solche Summen sind schon beim kleinsten Unfall rasch »verbraucht«. Das gilt auch in
Staaten mit nominell höheren Summenkombination, etwa $300.000/$100.000, max. $300.000 je Unfall, aber je geschädigter Person höchsten $100.000. Denn selbst harmloseste Verletzungen können in den USA zu abenteuerlichen Schadensersatzforderungen und bisweilen sogar zu ihrer gerichtlichen Durchsetzung führen. Sach- und Vermögensschäden sind bei solchen Kombinationen
meist nur mit $20.000-$50.000 abgesichert.



Aufstockung der Deckung

Die geringen Deckungssummen resultieren aus den – in den USA üblichen – personenbezogenen Autoversicherungsverträgen: Die meisten amerikanischen Automieter bringen ihre persönliche (meist bessere) Versicherung mit. Sie gilt unabhängig vom Fahrzeug, das der Versicherte gerade fährt. Wer keine eigene Versicherung besitzt, etwa der ausländische Tourist, kann sich eine Aufstockung beim Vermieter kaufen. Sie heißt Liability Insurance Supplement oder Additional Liability Insurance (LIS/ALI) und kostet ab $10/Tag (plus tax) für eine Erhöhung auf $1 Mio. Die deutschen Reiseveranstalter bzw. internationalen Vermieter/Vermittler haben die aus der Unterversicherung bzw. den ärgerlichen Zusatzkosten für ALI/LIS resultierende Problematik lange erkannt und eine Zusatzversicherung ab ge schlos sen, die ihre Kunden mit mindestens $1 Mio. bis zu €1,6 Mio. absichert, sollte die zunächst vorhandene Deckungssumme bei Eintritt eines Haftpflichtschadens nicht ausreichen.

Leistungspakete von Reiseveranstaltern

Diese Zusatz-Haftpflichtversicherung ist in sog. Leistungspakete integriert, die entweder einfach »A« und »B« oder auch »Super- Inklusiv«/«Super-Spar« u.ä. heißen. Bereits die preiswertere Fassung A bzw. Super-Spar sorgt außerdem da für, dass vor Ort keine Steuern und Sondergebühren mehr anfallen. Das erweiterte,
nicht wesentlich teurere Paket B/Super-Inklusiv enthält zusätzliche Versicherungen, Gebührenentfall für weitere Fahrer und einen vollen Tank »gratis«.

Automiete samt Navi

Es gibt auch Paket B+Navigerät für $30-$50/Woche mehr, erwägenswert für Fahrten in dicht besiedelten Regionen, in Cities und zur richtigen Ausfahrtfindung auf Freeways, sonst eher unnötig. 

Aufstockung der Haftpflichtdeckung via Kreditkarte

Inhaber einiger Goldkarten genießen eine Kfz-Reise-Haftpflicht-Versicherung (Aufstockung), sofern sie die Mietkosten per Karte zahlen. Wer die Karte einsetzen möchte und Wert auf die Zusatzhaftpflicht legt, sollte »seine« Kreditkarten-Bedingungen überprüfen. Z.B. bietet die ADAC Visa-Gold card eine Aufstockung der Haftpflichtdeckung auf €1 Mio. Bei der Netbank gibt es eine Platinkarte, die sowohl Haftpflichtaufstockung als auch Mietwagen-Vollkasko beinhaltet. Vorausgesetzt wird dabei die Zahlung der Miet kos ten mit Karte. Wichtig ist auf jeden Fall, die jeweiligen Bedin gun gen im »Kleingedruckten« einzuhalten.

Führerschein

In Nordamerika genügt der nationale Führerschein. Egal ob man noch den alten grauen »Lappen«, das spätere rosa EU-Papier oder den neuen scheckkarten-großen Euro-Führerschein besitzt, zusätzlich sollte man einen Internationalen Führer schein dabei haben. Denn Regierungsabkommen und die Vorstellungen eines Sheriffs auf dem Land sind zweierlei. Bei Kontrollen und Unfall leuchtet dem eine International Driver’s License eher ein als ein deutschsprachiges Dokument. Da Form und Größe der neuen Führerscheinversion aber den amerikanischen Fahrlizenzen entsprechen, gibt es damit im Zweifel am wenigsten Probleme.

Fazit: Vorbuchen- Eigeninitiative vor Ort

Vergleicht man die Möglichkeiten der Automiete vor Ort mit Angeboten in hiesigen Katalogen/Internetportalen, ist man mit Vorausbuchung besser beraten, soweit die Mietzeit ab einer Woche beträgt, zumal die jeweiligen Dollarkurse in die Mieten Eingang finden. Zwar gibt es drüben, speziell in großen Cities, durchaus Sondertarife und Discounter, aber dazu muss man sich auskennen und vor Ort Zeit investieren. Nicht übersehen werden darf dabei, dass zu niedrigen Basistarifen meist hohe Versicherungsprämien kommen. Dass zum Zeit punkt der Ankunft
der Wagen voll getankt und versichert bereitsteht und die Anmietung keinen Stress verursacht, ist so oder so ein Vorteil.

Die Empfehlung ist unabhängig von der Saison. Ein knappes Angebot wie im Fall der Campmobile zu bestimmten Zeiten gibt es nicht. In beiden Ländern stehen zu jedem beliebigen Zeitpunkt Massen an Miet-Pkw zur Verfügung.