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Wahl des richtigen Transportmittels für eine USA-Reise


Wichtige Vorüberlegungen für die Auswahl eines Transportmittels

Vorüberlegungen Im letzten Absatz klang bereits an, was hier noch weiter betont und begründet werden soll: Für eine individuelle USA-Reise gibt es zum gemieteten (oder ggf. auch eigenen) Fahrzeug keine echte Alternative. Neben der hohen Flexibilität bei der Gestaltung der Reise ist für diese Einschätzung vor allem von Bedeutung, dass die meisten Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten abseits der Städte sich ohne Auto gar nicht oder nur unter Schwierigkeiten erreichen lassen.

Ohne die vom fahrbaren Untersatz in den USA viel mehr als bei uns abhängige Bewegungsfreiheit wird die Lösung der täglichen Übernachtungsfrage obendrein oft mühsam und leicht kostspieliger als erwünscht sein, gleich, ob man Hotel, Motel, Jugendherberge oder einen Campingplatz sucht.
Apropos Camping: Für die Reise durch den Westen der USA sollte das Campen auch in Betracht ziehen, wer damit sonst wenig im Sinn hat. Camping in Amerika und im überbevölkerten Westeuropa sind kaum miteinander vergleichbar. Am Lagerfeuer in der Sierra Nevada oder in einer sternklaren Nacht am Seeufer wird kaum jemand mit dem Hotelzimmer tauschen mögen, gleichgültig ob er im Camper schläft oder sich mit dem Zelt begnügt.
Es muss ja auch nicht die totale Entscheidung fürs Campen sein. Wer in Städten, bei ungünstiger Witterung oder im Falle besonders attraktiver Hotels aus gutem Grund das bequeme Zimmer vorzieht, eröffnet sich mit Zelt und Schlafsack im Kofferraum (ggf. sogar im Rucksack) unterwegs zusätzliche Möglichkeiten. Die sonst noch nötige Ausrüstung (in den USA in jedem Kaufhaus wie K-Mart, Wal Mart, Target etc. erstaunlich preiswert zu erstehende Utensilien wie Coolbox, ein bisschen Geschirr und Besteck, ggf. Campingkocher) hat für Selbstverpflegung und Picknick oft sowieso an Bord, wer mit dem Auto fährt. Selbst bei an sich klarer Präferenz fürs Hotel kann die Campingausrüstung im Kofferraum nicht schaden, die mitzunehmen bei nur 23 kg Freigepäck/ Person zwar Probleme bereitet, aber sich vor Ort leicht beschaffen lässt. Man hat damit sein Ausweichquartier dabei, falls es mal mit der Unterkunft nicht klappt oder dort, wo man gern länger verweilen würde, ein bequemes Bett weder vorhanden ist noch überhaupt in die Landschaft passt.



Zunächst aber zu den Alternativen separat:

Miet-Pkw und Zelt

Unter dem Aspekt der Kostenminimierung ist die Kombination Pkw und Zelt-Camping ab zwei Personen im Auto selbst dann unschlagbar, wenn ab und zu mal ein Motel aufgesucht wird.
Die grundsätzlichen Nachteile des Zeltens müssen hier nicht erörtert werden; bekanntermaßen handelt es sich in erster Linie um Komfortmängel, speziell bei Regen. In Amerikas Westen sind außerdem die Höhenlagen vieler Reiseziele ein ungemütlicher Aspekt. Mitten im Sommer können in 2.000 m Höhe selbst bei tagsüber angenehmen Temperaturen Nachtfröste eintreten. Und bis Mai/ab September wird es nach Sonnenuntergang über 1000 m Höhe immer empfindlich kühl.

Mit dem Campmobil durch die USA

Unbilden der Witterung lassen Campmobilfahrer dagegen kalt. Sie sitzen trocken und warm. Der für Campfahrzeuge typische Komfort (Küche, Wohn- und Schlafzimmer in einem, Toilette und ggf. Dusche), der bis zu eigenem Generator, Mikrowelle und Satelliten-TV reichen kann, bedarf keiner Aufzählung.
Die Handhabung von Campmobilen erfordert auf normalen Straßen keine besondere Übung, lediglich eine kurze Eingewöhnungszeit, soweit man sich mit einem Modell begnügt, das nicht wesentlich über 20 Fuß (6 m) Länge aufweist. Für 2-3 Personen bietet diese Größe immer ausreichend Platz, eine sinnvolle Innenaufteilung vorausgesetzt auch für Eltern mit zwei kleineren Kindern. Neben der eingebauten Bequemlichkeit ist ein entscheidender Vorteil des Campers gegenüber anderen Reisealternativen der Entfall des nervigen täglichen Kofferpackens und immer wieder neuen Verstauens der Siebensachen, gegenüber dem Zelt auch noch des Auf- und Abbaus.
Nun besitzen Camper auch ihre spezifischen Nachteile. Obwohl oben und in Veranstalterprospekten die Handhabung der Fahrzeuge durchaus zu Recht als einfach dargestellt wird, sind die erheblichen Ausmaße der großen Modelle (über 23 Fuß) mit enormen Hecküberhängen nicht immer unproblematisch. Abgesehen davon, dass man mit Ausnahme von – kaum noch verfügbaren – 17-19 Fuß Van Campern mit keinem Campmobil im Stadtverkehr Freude hat, wird es bei großen Modellen auch beim Rangieren auf Campingplätzen, Parken vorm Supermarkt und auf kleineren, oft reizvollen Straßen schon mal schweißtreibend eng. Verfahren sollte man sich lieber nur selten, denn ein geeigneter Wendeplatz kommt meist gerade dann nicht in Sicht, wenn man ihn dringend benötigt. So richtig stressfrei fährt sich ein Full-Size Motorhome nur geradeaus auf gut ausgebauten verkehrsarmen Straßen und Autobahnen.


Ein Reisemobil ist auch nicht in jeder Beziehung bequem. Damit alles funktioniert, sind Schläuche und Kabel zu entrollen, festzumachen und wieder einzupacken. Frischwasser- und Abwassertanks wollen kontrolliert, aufgefüllt bzw. abgelassen werden, um sicherzustellen, dass unterwegs oder auf nicht so gut versorgten Plätzen der eingebaute und schließlich mitbezahlte Komfort genossen werden kann. Auch die Strom- und Gasversorgung an Bord bedarf gelegentlicher Kontrolle. Und nicht nur die technische Checkliste, ebenfalls der Einkaufszettel wird besser sauber abgearbeitet. Einmal am Campingplatz voll angeschlossen, darf nichts fehlen. Denn dann noch ‘mal wieder los ...?
Leider gelten von Mai bis Oktober allgemein sehr hohe Miettarife, die vor allem in der Hochsaison zu Urlaubskosten erheblich über denen einer Reise mit Pkw und Hotelübernachtung (Mittelklasse) führen.

Fazit

Ohne Kostenüberlegung ist der Camper das optimale Fahrzeug für eine Rundreise durch den Westen der USA, wobei man Van Camper, Motorhomes 19 Fuß und ggf. noch bis 22/23 Fuß größeren Modellen vorziehen sollte.
Die Entscheidung für den Camper ist letztlich eine Frage der Abwägung: Wieviel Mehrkosten sind mir die Campervorteile gegenüber anderen Alternativen wert?


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