Manacor auf Mallorca

- Karte der Gemeinde Manacor / © RKH-Verlag
Die mit über 38.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Mallorcas ist das kommerzielle Zentrum des Nordostens. Möbel, Keramik und künstliche Perlen bilden das Rückgrat der lokalen Wirtschaft. Seit 2003 verbindet eine Eisenbahnlinie Manacor (wieder) mit Petra, Sineu, Inca und Palma. Die Straße Palma-Manacor wurde erst 2006 fast ganz zur Autobahn ausgebaut.
Touristisch hat Manacor wenig zu bieten. Die Stadt besitzt im Zentrum zwischen der Plaça Rector (dort die etwas klobige gotische Kirche Dolores de Nostra Senyora) und der Plaça Sa Bassa (dort Internetcafés) eine kleine, mäßig attraktive Fußgängerzone. Auffällig in Manacor sind die Optikerläden (u.a. an der Plaça Ramon Llull), die preiswerte Brillengläser per Schnellservice liefern und Discountpreise für Gestelle offerieren.
Kunstperlen
Zwei Unternehmen konkurrieren auf Mallorca mit Verfahren zur Imitierung von Zuchtperlen, Orquidea und Perlas Majórica. Letztere residiert unübersehbar an der Straße von/nach Palma. Bis 2006 konnte man den Produktionsablauf – vom Kern der späteren Perle über die Zwischenstadien der Anreicherung mit Perlmutt-Essenzen bis zur Endkontrolle der fertigen Stücke – auf einem Besucherkorridor in einem (nicht mehr existierenden) Informatioszentrum verfolgen. Das Geheimnis blieb aber gewahrt: es liegt in der Zusammensetzung der Essenz, die auf den deutschen Gründer (bereits 1902) Eduard F. Hensch zurückgeht.
Olivenholz
Touristenbusse stoppen auch gern am Markt für Olivenholzprodukte am Ortsende/-anfang. Alles, was an Nützlichem und Unsinnigem aus Holz hergestellt werden kann, steht dort in den Regalen. Darunter auch manches Teil, das die Maserung des Olivenholzes wunderbar herausbringt, das indessen nicht billig. Als Blickfang grüßen dort vor der Tür einige Dinosaurier in Originalgröße.

- Keramikgeschäft bei Manacor / © RKH-Verlag
Keramik
Ebenfalls an der Hauptstraße in Richtung Artá, die die Innenstadt rechts liegen lässt, gibt es mehrere Läden mit einer großen Auswahl guter, preiswerter Gebrauchskeramik.
Möbel
Großflächige Möbelmärkte säumen vor allem die Straße in Richtung Artá. Viele der auf Mallorca zu findenden Kreationen unterscheiden sich erheblich von bei uns gängigen Modellen.
Restaurants
In Manacor findet man mit Can March in der Avinguda Salvador Joan ein gutes Restaurant für mallorquinische Gerichte. Mittagsmenüs zu €8 bietet das Chinarestaurant Gran Muralla an der Plaça Ramon Llull. Für einen Drink, originelle Snacks und einen Kaffee mit Ensaimadas sitzt man gut im Café Ses Estacions im Bahnhof. An der Straße nach Portocristo gilt das Es Moli d`en Sopa – mallorquinische Küche – als beste Adresse im Umfeld.
Museum
Im Museu d’Historia de Manacor im restaurierten Torre de Enagistes an der Straße Richtung Calas de Malllorca (vom Zentrum ca. 2 km rechts, ausgeschildert) sind Mosaiken und alte Keramik aus verschiedenen Epochen ausgestellt, dazu Miniaturmöbel und – das am besten – Schiffsmodelle; frei. Mo-Sa 9.30-14 und 18-19.30Uhr. Das Museum bietet außerdem »Toiletteneleganz«.
Aussicht/Friedhof
Manacor und Umgebung überblickt man vom (vernachlässigten) Hügel der Ermita de Santa Lucia; Zufahrt von der Straße in Richtung Felanitx: Von Manacor kommend geht es kurz nach Ortsende links ab zu Manacors Friedhof (Cementeri) und noch vor dessen Erreichen durch einen Eisenbogen nach rechts; kein Hinweis. Der Friedhof ist insofern sehenswert, weil die sonst meist überirdisch angelegten Grabkammern sich hier überwiegend in begehbaren, in einen Steinbruch hineinkonstruierten Familiengruften befinden. Ein Ausschachten für die Gruften entfiel.
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21. Auflage Juli 2011
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