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Lissabon - Stadt der Kontraste



Praca dos Restauradores in Lissabon / © Allie Caulfield - flickr.com
Praca dos Restauradores in Lissabon / © Allie Caulfield - flickr.com

Lissabons Kontraste

Lissabon, die Hauptstadt Portugals und zugleich die größte Stadt des Landes, wurde bereits Jahrhunderte v.Chr. von den Phöniziern an der Mündung des Tejo in den Atlantischen Ozean gegründet. Nur 40 km weiter befindet sich der westlichste Punkt des kontinentalen Europa. Ein verheerendes Erdbeben legte am 1.11.1755 zwei Drittel der Stadt in Schutt und Asche. Das heutige Stadtbild wird noch überwiegend von Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert bestimmt.

Auf den ersten Blick strahlt Lissabon einen multikulturellen Charme aus, doch die Stadt hat Probleme. Viele Menschen leben in am Rande der Armut, wenn auch gut gefüllte Schaufenster und teure Autos auf den Straßen darüber hinwegtäuschen. 

Dennoch ist Lissabon eine pulsierende Großstadt mit einer ansteckenden Lebensfreude, wie ein Blick in die vielen kleinen Läden, Garküchen, Restaurants, Bars und Weinlokale und das quirlige Leben in den Straßen beweisen. Die Altstadt besteht aus einem Labyrinth an engen Gässchen, verwinkelten Treppchen und Häusern mit Balkonen voller Blumen. Über den Gassen und in den Hinterhöfen spannen die Bewohner ihre frisch gewaschene Wäsche, der Geruch nach Meer versetzt den mitteleuropäischen Besucher in Urlaubsstimmung.

Besonders attraktiv ist der westliche Vorort Belem. Fast könnte man meinen, die Zeit sei hier stehengeblieben. Mit nur etwas Phantasie kann man sich in diesem Hafenviertel Lissabons noch vorstellen, wie sich vor Zeiten Seefahrer aufmachten, um neue Welten zu entdecken.

Die musikalische Tradition Portugals lebt in der Fado-Musik fort, die in Lissabon weiterhin lebendig ist. Die sentimentalen Lieder handeln meist von unerfüllter Liebe, Sehnsucht und vergangenen Zeiten in Moll.

Lissabon Card

Wer einige Tage in Lissabon verbringen will, sollte die Anschaffung einer Lissabon Card in Erwägung ziehen. Diese kostet für einen Tag 19 Euro, für zwei Tage 32 Euro und für drei Tage 40 Euro. Mit ihr kann man ohne weitere Kosten die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, zudem gibt es freien Eintritt in viele Museen und Ermäßigung in einigen Restaurants und Theatern.

Taxis sind in Lissabon günstiger als in den meisten europäischen Metropolen.

Eine wirklich beste Reisezeit für Lissabon gibt es nicht, da das Klima sehr mild ist und einen Besuch zu jeder Jahreszeit sehr angenehm macht.



Sehenswürdigkeiten in Lissabon

Der älteste und zugleich malerischste Stadtteil Lissabons ist Alfama. Dies ist auch ein exzellenter Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die Stadt. Die zahlreichen kleinen und verwinkelten Gässchen dieses Viertels gleichen einem Labyrinth inmitten der Großstadt.

Wer sich hier mit der traditionellen Fado-Musik vertraut machen will, kann dies in einem eigenen Museum, dem Caso do Fado e da Guitares de Lisboa an der Largo do Chafariz de Dentro. Das Museum befindet sich in einem alten Wasserwerk am Rande von Alfama.

Die bedeutendste Kirche Lissabons ist die Sao Vicente de Fora an der Largo de Sao Vicente. Hier beeindruckt vor allem die Sakristei, die mit viel Marmor und Schmuck gestaltet wurde. Das angrenzende ehemalige Kloster beherbergt heute ein Museum, in dem Azulejos ausgestellt werden.

Auch der Weg auf den Castelo de Sao Jorge lohnt sich. Die Burganlage nahe der Baixa bietet einen wunderbaren Blick über Lissabon und den Fluss Tejo. Auch die Gärten der ehemaligen Königsresidenz laden zum Verweilen ein. Hier ist vor allem das Spitzbogenhaus mit seinen fünf Spitzbögen einen Blick wert. Berühmt ist hier auch eine geschnitzte Tür, die mit kunstfertigen Arabesken verziert ist.

Weiter geht es mit der Metro zum Museo Calouste Gulbenkian in der Av. de Berna 45. Ausstieg ist an der Haltestelle Sao Sebastiao. Das wohl bedeutendste Museum Portugals beherbergt eine beeindruckende Sammlung von europäischen Kunstwerken aus allen Epochen. Besonders prominent sind hier einige Gemälde von Rembrandt, Monet und Manet.

 

Mit der blauen Linie geht es nun zurück zur Station Restauratores und einige Meter weiter zur Sao Rogue an der Largo Trindade Coelho. Der Jesuitenkirche angeschlossen ist eine sehenswerte Kapelle mit prunkvoller Ausstattung, Marmor, Kacheln und beeindruckenden Deckengemälden.

Der Stadtteil Baixa wird durch einen Personenaufzug mit dem höhergelegenen Chiado verbunden. Den Elevator de Santa Justa erwischt man an der Rua Aurea/Ecke Rua de Santa Justa. Oben angekommen findet sich ein Café mit einem der besten Ausblicke in Lissabon.



Wahrzeichen Lissabons: Torre de Belem / © Allie Caulfield - flickr.com
Wahrzeichen Lissabons: Torre de Belem / © Allie Caulfield - flickr.com

In den Stadtteil Belem geht es anschließend mit dem Zug der Linie Cascais ab dem Bahnhof Cais do Sodre. In Belem lohnt sich vor allem der Besuch des Museo da Marinha, Praca do Imperio, in dem es allerlei Wissenswertes über die bewegte Seefahrer-Geschichte Lissabons gibt.

Nicht weit ist es dann zum Kloster der Hieronymiten, Mosteiro dos Jeronimos am Praca do Imperio. Hier hat Vasco da Gama im Jahre 1497 seine letzte Nacht verbracht, bevor er zu seiner ersten großen Reise nach Indien aufbrach.

Der Torre de Belem, das Wahrzeichen Lissabons (Bild) steht an der Mündung des Tejo, Av. da India. Der Turm ist Teil der ehemaligen Hafenbefestigung und diente lange Zeit als Leuchtturm. Der Torre ist bis heute ein Symbol für Seefahrt, Abenteuerlust und Entdeckung geblieben und ist seit 1983 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Er ist zudem einer der wenigen Bauten des manuelistischen Stils, das nicht durch das große Erdbeben von 1755 zerstört wurde. Bis in das 19. Jahrhundert hinein diente der Turm auch als Gefängnis.

 
Insidertipp für Lissabon: Fadomusik

Lissabon und Fado gehören einfach zusammen! Wer einige Tage in der Stadt verbringt sollte zumindest einmal eine der vielen kleinen Bars besuchen, in denen die Tradition nach wie vor gepflegt wird. Bis spät in die Nacht dringt die lyrische Musik auf die Straßen der Stadt und lockt Einheimische wie Touristen an. Die Texte handeln meist von unglücklicher Liebe, sozialen Missständen und der Sehnsucht nach besseren Zeiten.

Einen Besuch wert ist etwa der Clube de Fado in der Rua Sao Joao da Praca 92-94 oder das Faia, Rua da Barroca 54/56. Besonders urtümlich ist die Fado-Musik im Caldo Verde in der Travessa Poco da Cidade 40 (Bairro Alto). Hier wird besonders darauf geachtet, dass die Darstellung unspektakulär und ursprünglich bleibt.

 

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